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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Herstellung des Buntpapiers.

Die Mineral- und Erzpapiere werden in der Weise hergestellt, das; man starkesPapier mit einem Klebemittel bestreicht und dann mit sein gepulverten Mctallspänen oderErzpulvern bestreut. Statt Metallspäne können Bronzcfarbcn verwendet werden. Die meistenBuntpapiere werden nach ihrer Ähnlichkeit mit anderen Produkten bezeichnet.

Hierher gehören die Marmorpapierc, die in der schon beschriebenen Weise durchAbziehen von einem ausgesprengten Farbeutcppich hergestellt werden. AIs besondere Gattungensind zu erwähnen das Kleistcrmarmorpapier, das eigentümlicherweise auch Herrnhuter-papier genannt und in der Weise fabriziert wird, das; mit Stürkckleister vermengte Farbenauf ein mit Wachstuch überzogenes Brett gesprengt, hierauf Papier gelegt und dieses inüblicher Weise abgezogen wird.

Das Granit-, Syenit- und Porphyrpapicr ist ein so gesprenkeltes Papier, daßes annähernd das Aussehen dieser Gesteinsgattungen zeigt.

Das Flader- oder Maserpapicr soll Holz imitieren und wird in großen Quantitätenverbraucht. Es wird in der Weise hergestellt, daß man schon von Natur aus braunes oderbraun grundiertes Papier glatt auf ein Brett spannt, mit dunklerer brauner Farbe besprengt,durch Drehen und Wenden ein verschiedenes Verlausen der Farbtropfen, durch Aufsprengenvon Wasser eine stellenweise Verdünnung der Farben hervorbringt und dadurch annähernddas Aussehen einer beim geschnittenen Holze ersichtlichen Maserung erreicht. Dieses Papierwird jetzt noch häufiger durch Druck mittels entsprechend gravierter Walzen hergestellt.

Die Schildpatt-, Elfenbein-und Perlmuttcrpapierc sollen an den Gegenständen,welche damit überzogen sind, das Aussehen hervorbringen, als wenn sie mit einer Platte desbetreffenden Matcriales bedeckt wären, und erreichen dies oft in überraschender Weise. Dasersterwähnte Papier wird nach einer Methode so hergestellt, daß man Goldpapicr mit Stärke-kleister leicht abreibt, sodann abwischt und danach mit verschiedenen dunklen braunen Lasur-farben so bemalt, daß annähernd die eigentümlichen Zeichnungen des echten Schildpattesnachgeahmt werden. Um die Imitation zu vollenden, wird das Papier noch gelatiniertdadurch, daß man dasselbe mchrercmal mit einer ganz reinen farblosen Lcimlösung über-streicht, dann dasselbe so lange ins Wasser bringt, bis diese Gelatincschicht aufquillt, woraufdasselbe mit der bcstrichcncn Seite aus ein mit Ql oder Vaseline gefettetes Spiegelglas gelegtund so getrocknet wird.

Das Elfenbeinpapier wird namentlich zum Beschreiben mit Metallstiftcn oder auch fürMiniaturmalerei verwendet, weil es annähernd das Aussehen des genannten wertvollenMatcriales besitzt. Hergestellt wird es dadurch, daß man mehrere Bogen glattes, sogenanntesVelinzcichenpapicr mit Pergamentleim auseinander klebt, dann noch feucht auf eine hartePlatte, etwa Schiefertafel legt, die herumgebogenen Ränder an die Rückseite anleimt undnun langsam trocknen läßt. Hierauf werden noch mehrere Bogen Zcichenpapicr aufgeleimt,nach dem Trocknen mit feinem Glaspapier abgeschliffen, ein Anstrich von feinem Gips indünnem Pergamcutleim gegeben, nach dem Trocknen wieder geschliffen und schließlich an denRändern beschnitten.

Ziemlich täuschende Imitationen für Elsenbeinplatten erhält man, wenn man mehrereBogen mit Schwefelsäure behandeltes, also Pergamentpapier, direkt aus der Säure heraus,glatt aufeinander legt, so daß sich keine Luftblasen bilden und die Bogen sich an allenPunkten berühren. Dieselben vereinigen sich dadurch vollkommen, wachsen zusammen undmüssen nun ins Wasser gelegt werden, um außen jede Spur von Säure zu entfernen. SolchePlatten haben ganz die Zähigkeit von Horn und können schön poliert werden.

Das Perlmutterpapier ist meist ein Bleizucker-Kristallisationspapier, kann aber auch inanderer Weise und noch täuschender hergestellt werden, wenn man die innerste Schicht von Austern-schalen mit einem Schleifstein abschleift, dann vollkommen fein reibt, mit einer Lösung vonHausenblase in Spiritus mischt und diese Mischung mit einem Pinsel auf ein blaßgrauesfeines Papier anfstrcicht. Das Irisieren des Perlmntters kann durch Auftragen einer Lösungvon Kopal , Sandarac und Tammarharz in Alkohol, gemischt mit Bergamottc- oder Ros-marinöl, erhalten werden.

Die Chagrin-, Maroquin- und Saffianpapierc sollen namentlich Lcdcrüberzügeimitieren und lassen sich täuschend herstellen. Abgesehen von demjenigen Lederpapicr, welchesdirekt aus Lederfasern hergestellt und daher ein Produkt ist, welches zwischen natürlichemLeder und Papier steht, läßt sich eine Imitation dadurch erreichen, daß man braunem Papierdurch fortgesetztes Runzeln ein Aussehen erteilt, wie wir es an Chagrin und sonstigen Leder-gattungen kennen, es muß dabei selbstverständlich ein langfaseriges, d. h. festes Papier ver-wendet werden, da es sonst diese Behandlung nicht anshält.

Um die Ähnlichkeit mit einer bestimmten Ledergattung vollkommen zu erreichen, wird mitHilfe eines wirklichen Leders ein Abdruck iu einem passenden Material, z. B. in Schellackhergestellt, wodurch eine Form entsteht, auf welche nun das starke, langfaserige, entsprechendgefärbte Papier und darauf eine weiche Platte aus Kautschuk gelegt, und das Ganze nun ineine Presse gebracht wird. Das so entstehende, der betreffenden Ledergattung ganz ähnlichePapier wird noch poliert, lackiert oder gefirnißt. Vorher ist das Papier noch durch Ein-tauchen in eine Auflösung von Schellack iu Naphthaspiritus wasserdicht gemacht worden. Jetztwird solches Papier mittels Prägemaschineu hergestellt, deren Musterwalze die entsprechende