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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Papiersabrikation.

Lcdernarbe vertieft oder erhöht zeigt. Imitiertes Leder, welches zu Schuhsohlen, Schuh-absätzen, zu wasserdichten Reisekosten,, Schultaschen u. s. w. verwendet werden kann, wird ausBraunholzpappe in der Weise hergestellt, daß man dasselbe mit einer gekochten Mischung vonLeinöl, Silbcrglätte, Rabenschwarz nnd Sikkativfirniscxtrakt in heiße», Zustande imprägniert,dann trocknet und satiniert. Die Pappen erhalten dann »och auf beiden Seiten einen braunenfettigen Anstrich und werden nach dem Trocknen mit Bimsstein abgerieben. Das so behandelteMaterial bildet ein fast vollkommenes Ersatzmittel für wirkliches Üeder.

Das Damast-, Atlas-, Taft-, Samt-, Kattun-, Tüll- nnd Krepppapicr sindsämtlich Papiere, die in ihrem Aussehen den betreffenden Geweben ähnlich sind. Das erst-genannte zeigt eingepreßte Muster, wie sie bei Damasten üblich sind; die Atlas- und Taft-papiere sind meist mit lichten Farben gefärbte Papiere, das erstere matt, das letztere stärkerglänzend. Der matte Glanz wird durch Ausstreuen von Talkpulver nnd Einrcibcn auf einerBürstensatiniermaschine hervorgebracht. Das Samt- oder Velour-, auch veloutierte Papierwird durch Bestreuen hergestellt. Dasselbe wird mit einem klebrigen Stoff in beliebigenMustern bedruckt und dann mit verschieden gefärbten Scherhaarcn, wie sie beim Scheren derTuche als Nebenprodukt fallen, bestreut; es kann hierzu eine der Bronziermaschine ähnlicheVorrichtung in Verwendung kommen.

1SS. KrcppPapicrvorrichtnng.

Das Kattnnpapier ist ein mit solchen Mustern bedrucktes Papier, wie sie in derKattundruckcrci üblich sind. Tüllpapier zeigt aus seiner Fläche ein Maschenwerk, wie esdem bekannten Gewebe charakteristisch ist, und wird dadurch hergestellt, daß man auf feuchtesPapier ein durch Appretur steif gemachtes Tüllgcwcbe, darüber eine weiche Bleiplatte legtund das Ganze einem starken Druck aussetzt.

Das Krepppapicr ist jetzt in der Mode und wird in großen Quantitäten zu Lampen-schirmen, Blumentopfmanschetten, Papierlaternen, in der Fabrikation künstlicher Blumen u. s. w.verarbeitet. Dasselbe ist bedeckt mit kleinen, unregelmäßig gestalteten und dimensioniertenRunzeln und daher dem Krepp genannten Gewebe ähnlich. Es kann in verschiedener Weisehergestellt werden und zwar am besten gleich in der Papiermaschine, auf welcher das seineseidenpapierartige Papier fabriziert wird. Man läßt dasselbe, nachdem es die erste Naß-presse durchlaufen hat, daher noch nicht trocken ist, mit einem Filz durch eine aus zweiWalzen bestehende Presse gehen, wobei es sich an die obere, durch Filz nicht gedeckte Walzefest anlegt und durch ein Schabmesser abgeschabt wird, durch dieses Schaben wird es zusammen-gedrängt und daher gerunzelt. Nach einer zweiten Methode schaltet man am Ende derPapiermaschine zwischen das Glättwerk 6 (Abb. 163l und den Rollapparat H die betreffendeVorrichtung ein, der die Papierbahn a zuläuft. Dieselbe geht hierbei zwischen zwei Walzenhindurch, von denen die obere 1, durch die in einem Wassergesäß rotierende Walze 2 genäßt,das Papier anfeuchtet; das letztere gelangt zum Trockencyliudcr B und läuft um diesen ohneFilz, also ohne an denselben gepreßt zu werden, herum, wodurch sich ein ungleichmäßigesTrocknen, Zusammenziehen ergibt, das sich schließlich in der Bildung der Runzeln äußert.

Die moirierten Buntpapiere gehören auch noch in die vorbesprochene Kategorie,sie zeigen dieselben eigentümlichen musterähnlichen Gebilde, wie man sie an den moiriertenGeweben wahrnimmt. Es sind schlichte oder gemusterte Buntpapiere, die durch Prägung denerwähnten Charakter erhalten.

Nach dem äußeren Ansehen benannt ist das Iris- oder Schillerpapier. Dasselbezeigt verschieden gefärbte, meist ineinander verlaufende Farbstreifcn, welche nach einer Methode