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Die Herstellung des Pergamentpapiers.
in der Weise hergestellt werden können, daß man das Papier in einem Blechkastcn mit einerWasserschicht überschüttet und aus die Oberfläche des Wassers sodann einige Tropfen schnelltrocknenden Weingeistfirnis nnd Lavendclöl gießt. Aus diesen Flüssigkeiten bildet sich einirisierendes Häutchcu, das bei vorsichtigem Herausholen des Papierbogens auf der Oberflächedesselben hasten bleibt. Dieses Papier kann sonst am einfachsten auf der schon erwähntenStreifenziehmaschinc hergestellt werden.
Stach ihrer Verwendung werden die Apotheker- nnd Titclpapiere benannt. Daserstere in Apotheken znm Einschlagen der verschiedenen Artikel verwendet, ist gewöhnlich einhell oder dunkel gefärbtes, mit kleinen Mustern, Punkten, Sternchen, Blümchen, Linien be-drucktes glänzendes Papier; das letztere wird zu Titelschildcrn auf den Buchrücken verwendetund ist ein meist dunkleS, einfarbiges, mit stark glänzendem Firnis überzogenes Papier.
Abwaschbares Buntpapier, dessen Anwendung in vielen Fällen zweckmäßig erscheinenkann, wird durch Mischung der Farben mit Parassin am einfachsten hergestellt. Man löstentweder das Paraffin in Schwefelkohlenstoff und setzt von dieser Lösung den Farben zu,oder man setzt dasselbe den Farben in der Form geschnittener Scheibchen zu und verflüssigtdasselbe durch Erhitzen bei gleichzeitigem Mischen mit den ebenfalls flüssigen Farben. SolchePapiere können mit geheizten Kalanderwalzcn nicht geglättet werden, wohl aber auf derSteinglättmaschine, wo sie einen außerordentlich hohen Glanz anzunehmen vermögen.
Zu den Buntpapieren rechnet man schließlich auch noch die sogenannten Lnxnspapicre,die hcntigeStags mit nimmermüder Phantasie erfunden, in allen möglichen Stilgattungen, inimmer neuen, einander gegenseitig überbietenden Gewändern aus den Markt gebracht werden.Es gehören hierzu die verschiedenen Gratulations-, Tisch- und Ballkartcn, Kotillonorden, dieverschiedenen Kalendergattnngen, die in allen Schaufenstern sichtbaren Annoncenbilder n. s.w.Dieselben vereinigen oft alle Methoden der Herstellung eines Buntpapiers. Sie werden durchDruck mit dem verschiedensten, naturalistischen, ornamentalen, figuralen Schmuck versehen, ineiner oder mehreren Farben, wobei alle möglichen Rcproduktionsverfahrcn in Anwendungkommen; sie werden ferner geprägt und gcstanzt, mit Sprüchen oder sonstiger Druckschriftversehen n. s. w. Bei der Herstellung dieser Papiere werden eben die besprochenen Fabrikations-methodcn in entsprechender Kombination in Anwendung gebracht.
Einer der wichtigsten Zweige der Bnntpapierfabrikation ist die Herstellung der Papier-tapeten, die später besondere Besprechung finden soll.
Die Herstellung des Pergamentpapiers.
Eine der wichtigsten Erfindungen anf dem Gebiete der Papierfabrikation ist die desPergamentpapiers, so genannt, weil es dem echten, animalischen Pergament außer-ordentlich ähnlich ist, ja diesem gegenüber günstigere Eigenschaften ausweist, so z. B. daßes nicht in Fäulnis übergeht und auch nicht von Insekten angefressen wird. Dasselbe,auch vegetabilisches Pergament genannt, hat daher auch schon vielseitige Verwendunggesunden, so als Papier für Dokumente, Wertpapiere, sonstige wichtige Papiere, derenErhaltung für längere Zeit wünschenswert ist; zur Herstellung wertvoller Buchdrücke nndPläne oder Karten, zum Einbinden von Büchern, Umhüllen von Etuis, znm luftdichtenVerschluß von Gefäßen, in welchen sich leicht zersetzende Substanzen längere Zeit auf-bewahrt werden sollen, zum Einhüllen von Tabak und solchen Materialien, welche vorFeuchtigkeit oder gegen das Verdampfen derselben geschützt werden sollen, desgleichenfettiger Substanzen, wie Butter n. s. w., um das Durchschlagen des Fettes durch dasPapier zu verhindern, zur Herstellung von Lagcrschalcn und Treibriemen im Maschinen-bau, von Schreibtafeln, znr Imitation von Elfenbein, Horn, Fischbein, zur Herstellungvon Fliegenpapier, zur Herstellung von Wursthülscn u. s. w.
In der Berliner Erbswurstfabrik trat eines Tags Mangel an Därmen ein, da die füreine tägliche Erzeugung von 100 000 Stück Erbswürsten nötige Menge nicht zu erhaltenwar. Da verfiel man auf die Anwendung des Pergamentpapiers, nur mußte erst eingeeignetes Klebemittel erfunden werden, was endlich im Jaeobsenschen Laboratorium gelang.
Das Pergamentpapier ist zuerst im Jahre 1853 von E. Gaiue in England her-gestellt worden, in Deutschland wurde dasselbe wahrscheinlich zum erstenmal vonC. Brandegger im Jahre 1862 erzeugt.
Die Überführung des gewöhnlichen Papiers in Pergamentpapier wird durch dassogenannte Pergameutieren zur Ausführung gebracht, welches darin besteht, daß dasPapier in nur wenig verdünnte Schwefelsäure getaucht wird. Die Wirkung der Schwefel-säure auf den Zellstoff des Papiers ist eine sehr intensive. Die Fasern quellen sofortauf, es bildet sich an ihrer Oberfläche zuerst ein gelatinöser Überzug, der bei weiterer