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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Papierindustrie.

pressen des Wassers, das aber mit mechanischen Mitteln nie vollkommen erreichbar ist,wird die so entstandene Masse mit Leim- nnd Stärkekleister oder mit Leim- oder Gummi-wasser zu einem dicken Brei angerührt, der dann in die verschiedensten Formen gepreßt,bei entsprechender Sorgfalt sehr scharfe, allen Anforderungen genügende Abdrücke gibt;so werden selbst kompliziert modellierte Gegenstände, wie Puppenköpfe, als Spielzeug ver-wendete Tier- und Menschengestalten in dieser Weise produziert.

Gewöhnlich wird dem Papierteig, um seinen Preis zu ermäßigen und ihn auchhärter zu machen, fein gemahlener Thon, oder Kreide, auch Holzasche beigemengt.

Es können aber solch plastische Gegenstände auch in der Weise erzeugt werden, daßman in die mit Öl bestrichenen Vertiefungen der Form, je nach der Größe derselben,größere oder kleinere, in Gummi oder Leim getauchte und daher weich gewordene Papier-stückchen eindrückt, neben nnd auf diese wieder andere, oft ganz unregelmäßig begrenztePapierblättchen fügt, die sich alle dann zu einem zusammenhängenden, die betreffendeForm genau wiedergebenden, in der Wandstärke beliebig dicken Gegenstände verbinden.Auch auf diese Weise wird viel Spielzeug, werden auch viele als Schreib- oder Nipptisch-schmuck verwendete, oft künstlerisch schön modellierte Menschen- und Tiergestalten hergestellt.

194. Jellstoffplattenformvon L. Griinrrt in Berlin .

195. JeMoffplattrnstempelvon L. Grnnrrt in Berlin .

196. JeUftoffplattevon L. Grnnrrt in Berlin .

Aber auch größere, reliefartige Platten, Tischplatten n. s. w. können in dieser Weiseproduziert werden, nnd dabei wird gewöhnlich stärkeres Papier verwendet.

Eine ganz eigentümliche, leicht formbare Masse erhält man, wenn man Zellstoffmit Schwefelsäure behandelt. Der Zellstoff, etwa Baumwolle, wird zuerst behufsReinigung mit einer alkalischen Lösung und darauf mit verdünnter Salzsäure durchtränkt,dann gewaschen und getrocknet. Hierauf behandelt man den Zellstoff zuerst mit ver-dünnter, dann mit so konzentrierter Schwefelsäure, daß eine gelatinartige Masse entsteht,in welcher nach dieser Wirkung, durch Zusatz einer schwächeren Schwefelsäure, die kon-zentriertere wieder etwas verdünnt wird, um einer zu schnellen Zersetzung entgegen zuwirken. Man erhält auf diese Weise eine stark klebrige, breiige Masse, die mit Wasserunter Beibehaltung der eben vorhandenen Form gerinnt. Man kann dieselbe nun formenoder gießen, durch Herausspritzen derselben aus den Löchern einer Spritze beliebig lange,zähe und drehbare Fäden und Bänder herstellen. Alle diese Gegenstände müssen sodannin Wasser gelegt werden, um ihnen die Säure zu entziehen. Schließlich getrocknet,sind sie durchsichtig, haben eine glänzende Oberfläche, und die Fäden können zu Gewebenverarbeitet werden.

Die Herstellung von Zellstoffplatten. Diese meist aus Holzzellstoff farbigfabrizierten Platten können als Parketten verwendet werden. AIs Rohmaterial dientHolzzellstoff oder auch gewöhnlicher Zellstoff, der mit Firnis und Leim angemengt, mitWasserglas getränkt nnd dem Glycerin und Sirup zugesetzt wird. Das Wasserglas macht