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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Tapetenfabrikation.

leicht Schmutz annimmt, fleckig wird und eine zu ungleichmäßige Fläche bildet. Als be-sonders wichtig ist die absolute Festigkeit und die Elastizität des Papiers zu bezeichnen.Für die Feststellung dieser Eigenschaften dienen deshalb eigens konstruierte Apparate, undnach dem Ergebnis der Untersuchung wird dann bestimmt, ob diese oder jene Papiersortefür das gewünschte Dessin zu wählen ist. Hierbei kommt es in Betracht, daß das Druck-verfahren an und für sich hohe Anforderungen an die Festigkeit des Papiers stellt unddaß sowohl die Anzahl der zur Verwendung gelangenden Farben, wie auch deren Gewichtbedeutende Unterschiede bedingen. Auch für die billigsten Sorten muß ein Materialin Verwendung kommen, das durch das Auftragen der nassen Farben in seiner Festig-keit nicht so geschwächt wird, daß es die Nacharbeiten nicht auszuhalten vermöchte.

Treten wir nnn ein in die eigentlichen Maschinenräume der Tapetenfabrik, so ge-langen wir zunächst an die uns bereits aus der Buntpapierfabrikation bekannte Grundier-maschine (vergl. S. 196, Abb. 152). Das Grundieren kann auch durch Handarbeit vor-genommen werden, nur ist diese hier seltener, weil es ja meist auf Massenfabrikation an-kommt. Die Maschine arbeitet völlig selbständig und ist im stände, stündlich etwa 800 inPapier zu bewältigen. Durchaus gleichmäßig gefärbt, aber naturgemäß auch ganz durch-weicht und naß tritt das Papier an der Rückseite der Maschine wieder heraus und mußnun den ebenfalls bereits S. 196 besprochenen Anfhängeapparat passieren, um zutrocknen. Die Abstände der Aufhängestäbe sind so bemessen, daß die Tapete immer inLängen von 4 m gefaßt wird und infolgedessen nur 2 in herabhängen kann. Am Endetrifft das inzwischen getrocknete Papier nach etwa einer halben Stunde ein und wirdwieder zu einem großen Ballen aufgerollt.

SOI. Erhaben gemusterte Malle für Tapetrndrnrk.

Die Einzclcinrichtung solches Trockenapparates ist äußerst ingeniös erdacht und es istsehr interessant, ihn in seiner Thätigkeit zu beobachten, wie er einen Stab nach dein anderenausnimint, wie gleichmäßig die Papierbahn weiter geführt wird, ohne daß sich die nassenOberflächen irgendwie berühren können, und wie die Stäbe am Ende selbstthätig wiedergesammelt werden. Wenn der Trockenapparat bei regelmäßiger Fabrikation einen rationellenErfolg verbürgen soll, so muß er 40—50 m lang sein. Selbst in neuen Fabriken stößt dieAnlage so langer Säle oft auf Schwierigkeiten, daher konstruiert man die Apparate, wieauch Abb. 152 zeigt, mit Umwendern. Die Konstruktion der Nmkehrung ist bemerkenswert,weil die Stäbe hier das endlose Band verlassen und von den Kerben eines sich horizontaldrehenden Ringes aufgenommen werden, mit denen sie der zentralen Richtung folgen, bissie wieder die gerade Bahn erreicht haben. In ähnlicher Art kann man die Maschine auchmit zwei oder drei Umwendern gestalten, je nachdem die Art und Gestalt des Fabrikraumesdies erheischt.

Auf dieses Trockneu folgt nun ein Glätten noch vor dem Bedrucken, um für dieseseine gleichmäßige Oberfläche zu erhalten, die nach dem Grundieren infolge der Feuchtig-keit und der dadurch herbeigeführten ungleichmäßigen Znsammenziehnng nicht in ge-wünschter Art vorhanden ist. Dieses Glätten findet entweder aus der Steinglättmaschine,oder auf dem Glanzkalander, Abb. 111, oder auf der Bürstensatiniermaschine, Abb. 158,statt. Sollen bessere Tapeten einen recht hohen Glanz gewinnen, so wird das Papierwährend des Satinierens mittels eines zwischen den Walzen befindlichen Zerstäubers, derdas Wasser in Form eines außerordentlich seinen Sprühregens gegen das Papier führt,angefeuchtet. Einen Teil ihres Glanzes büßen die Tapeten aber bei dem späteren An-legen an die Wände infolge der hierbei stattfindenden Anfenchtnng durch Kleister wieder ein.

Ehe wir nun unseren Gang durch die Fabrik fortsetzen, ist einzuschalten, daß die bis-her beschriebenen Manipulationen nur für einen Teil der herzustellenden Tapeten erforder-lich sind, denn Satintapeten entsprechen dem neueren Geschmack weniger und werden daherselten verlangt. Ferner kommt für Naturelltapeteu das ganze Grundierverfahren in