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Gobelinimitationen. Lederpapiertapete n. a.
gegeben, sondern hat, zumal infolge der allmählich eingetretenen Herabmindernng derTapetenprciie, nach neuen anderen Stoffen gesucht, die die Ausbildung von Besonderheitenzulassen und hiermit das Bedürfnis nach ausnahmsweise größerem Luxus befriedigenhelfen. Vor allem ist es der Wunsch nach der Bildung eines noch erheblich kräftigerenReliefs, als solches mit der Gaufriermaschine aus der Papierfläche herausgepreßt werdenkann, der in letzter Zeit zu immer neuen Versuchen führt, die nun noch der Reihe nachbetrachtet werden sollen.
Zunächst muß in dieser Beziehung die Lederpapiertapete erwähnt werden, durchdie versucht ist, den Eindruck des gepunzten Leders hervorzubringen, und deren Fabrikationaußer in Paris besonders von Engelhardt in Mannheim und wenigen anderen Fabrikenbetrieben wird. Man wählt dafür ein eigenartiges, sehr dickes, jedoch nicht zu hartesPapier und bedruckt dasselbe, lvie bei der gewöhnlichen Tapete, mit dem gewünschtenMuster, wobei man die zu vergoldenden Flächen mit Eiweiß vorstreicht und später gutesBlattgold auflegt. Für das Relief ist eine Stempelpresse, wie solche beim Goldprägengebraucht wird, erforderlich. In die obere Matrize aus Kanoncnmetall ist das Mustervertieft eingraviert. Die untere erhabene Matrize wird aus einer Papiermasse her-gestellt. Die Metallmatrize ist so eingerichtet, daß sie mit Gasflammen erhitzt werdenkann. Die Pressung erfolgt dann durch einen geeigneten Maschinenbetrieb. Die Wirkungder Ledertapete ist eine sehr distinguierte, und sie eignet sich vorzüglich für Konferenzsäle,Herrenzimmer oder Rauchgemächer.
Eine besondere Art von Ledertapeten bieten die Lino-Burgauschen Wachstuch tapeten.Dieselben werden farbig bedruckt und dann gleichfalls gepreßt. Sie erhalten vermögedes Wachstnchüberzugcs eine außerordentlich glänzende Oberfläche, die durch Wattierungdes Grundes und andere Mittel zu sehr schöner Wirkung gebracht werden kann. Alseine bemerkenswerte Imitation von Ledertapeten sind die Hochstädterschen Patent-Relief-tapeten zu bezeichnen. Dieselben erhalten ihr Relief lediglich durch ein eigenartigesDruckverfahren, ohne wirklich gepreßt zu werden. Sie zeigen infolgedessen eine öligglatte Rückseite, wodurch die spätere Verarbeitung wesentlich erleichtert wird. In ihrerWirkung sind sie der gepreßten Ledertapete sehr ähnlich und haben daher schnell vieleLiebhaber gefunden.
Ein völlig anderes Relief bietet die Filztapete, die zuerst auf der Londoner Welt-ausstellung von 1862 erschien und damals nicht geringes Aufsehen erregt hat. Dieselbebesteht aus Wollfilzabfällen, die durch Klebestoffe, ähnlich einem mehrfach wiederholtenVelontierverfahrcn und danach mittels einer starken Pressung auf Papier befestigt werden.Der Wollstaub tritt dann reichlich einen Millimeter vor. Im Gegensatz zu den sonstigenbisher genannten Tapeten werden die Filztapeten nicht in der Fabrik vollendet, sondernroh in ihrer Naturfarbe auf die Wand gebracht und erst dann von der Hand des Malerszu beliebiger Wirkung hervorgehoben. Ganz nach freier Bestimmung des Dekorateurskann hierbei der Grund und das Relief verschiedene Farben erhalten, und es leuchtet ein,daß nach individuellem Ermessen jedem Wunsch für den Raumschmuck Rechnung getragenwerden kann.
Die Wirkungen, die sich mit der Filztapete erreichen lassen, sind aber insofern nurbeschränkte, als sich das Relief stets nur glatt auf glattem Untergründe herstellen läßt,ein Umstand, der trotz größter Variation der Musterungen nicht in allen Fällen befriedigenkann. Einen namhaften Fortschritt boten daher zu Anfang der siebziger Jahre dieamerikanischen „solid relief" Tapeten, ein Erzeugnis, das sich als eine Nachahmung vonSchweinsleder darstellt und aus einem Material besteht, das in beliebig tiefe Formengepreßt werden kann. Man bildet daraus hauptsächlich die jenseit des Ozeans beliebtenbreiten oberen Wandfriese, die dann wieder, wie bei der Filztapete beschrieben, an Ort undStelle in Übereinstimmung mit dem übrigen Raumschmuck gemalt werden. Wegen seinerschön geprägten und lebhaft aus der Fläche hervortretenden Dessins ist das solid relief inAmerika mit Recht hoch geschätzt und verdient sicher auch bei uns die nachhaltigste Beachtung.
Zu größerer Verbreitung in Europa ist der in den achtziger Jahren von demEngländer Frederik Walton erfundene, jetzt allgemein als Linkrusta Walton bekannte
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