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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Spinnerei.

werden wir uns kleiden? — Diese Sorge ist jedenfalls eine der erstenTriebfedern gewesen, die den Menschen in kälteren Klimaten bewegte undseinen Erfindungsgeist anspornte, der Ungunst der Witterung Trotz zu bieten.Die Felle erlegter Tiere spielten in den Urzeiten die erste Rolle als Beklei-dungsstoffe, wie noch heute die Polarländerbewohner sich in Renntier- und' Seehundsfelle kleiden, die sie mit den Sehnen der Tiere zusammennähen.Das leicht gezähmte Schaf bot sein wärmendes Vließ, und wahrscheinlich lernte mangerade an ihm zuerst Tierhaare auch von der Haut abgesondert verwenden. Man sammeltedie abfallenden Flocken, die sich leicht verfilzten, und machte daraus die ersten, wärmendenDecken. Als man gelernt hatte, andere Faserstoffe noch zu gewinnen und diese zu Fädenzusammenzudrehen, war man noch lange nicht auf dem Standpunkte der Weberei. DieErfindung des Webstuhls ist eine viel spätere als die Erfindung der Rechteren An-fänglich verband man die Fäden jedenfalls durch gewöhnliche Verstrickung miteinander,und erst aus den netzartigen Zeugen entwickelte sich allmählich die Darstellung dichtererStoffe auf den rascher arbeitenden Maschinen. Flechtwerke aus Binsen, Halmen, Bast u.s.w.,wie sie von vielen sonst unkultivierten Völkerschaften zierlich genug angefertigt werden,gaben vielleicht den Gedanken, auch die künstlich gedrehten Fäden in ein Geflecht zuvereinigen, was sich am besten dadurch thun ließ, daß man Längenfäden nebeneinanderaufspannte und Qucrfäden hindurchflocht, ein Verfahren, welches die Grundlage derWeberei ausmacht. Mit dem Zweckmäßigen sodann das Wohlgefällige zu verbinden, dasWerk seiner Hände dem entsprechend zu gestalten, was er für schön hält, ist ein demMenschen von Natur eigner Zug, welcher ihn zum Luxus, einem der mächtigsten Hebelder Erfindung, führt. Man hat in Bezug auf Schönheit der Gewebe schon im Altertummanche hohe Stufe der Entwickelung erreicht, aber nur wenige dürftige Nachrichten erzählenuns näheres über die Technik der alten Völker.

Die ursprüngliche Form des Webstuhls — Weben und Spinnen gehören so zu-sammen, daß wir bei einem geschichtlichen Überblick nicht das eine von dem anderntrennen können — finden wir wohl heute noch bei den indischen sowie bei den afri-kanischen Völkern in Anwendung, und trotz der einfachen Werkzeuge sind damit frühzeitigsehr kunstreiche Erzeugnisse dargestellt worden. Aus Babylon hören wir von kostbarenWebwaren, Gewändern und Teppichen zu einer Zeit, aus der uns die Geschichte diesesLandes sonst sehr wenig bestimmte Thatsachen überliefert. Die alten Ägypter waren ebensogeschickt in der Spinnerei und Weberei, wie uns Abbildungen auf alten Steindenkmälernbeweisen; von der Fadenbildung mit Hilfe der Spindel bis zum Pressen der gewebtenStoffe finden wir hier alle Handhabungen dargestellt. Es gab mehrere Arten von Web-stühlen, und ebenso vermögen wir aus den, wenn auch mangelhaften Überlieferungen aufverschiedenartige und verschiedenfarbige Webeprodukte zu schließen, zu denen man außer