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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Spinnerei.

Will man den Kokon zu Seide verarbeiten, so muß man vor allem verhüten, daßder Schmetterling auskriecht, weil dieser das Seidengcspinst zerstört, dessen Fade» über350 m Länge hat. Man tötet die Puppen daher am 7. oder 3. Tage nach dem Anfangdes Einspinnen», indem man sie entweder in einem Backofen 2—3 Stunden einer Hitzevon 45—60° li. oder Heißwasserdämpfen aussetzt. Die letztere Arbeit ist die üblichere,da sie nur ungefähr zehn Minuten Zeit erfordert. Hierauf bleiben, um die Hitze nochetwas nachwirken zu lassen, die Körbe mit den Kokons, in wollene Tücher gehüllt, nocheinige Stunden stehen. Alsdann breitet man die Kokons zur Vermeidung des Schimmelnsauf Tischen aus und rührt sie bis zum Trockenwcrdcn öfter um. Die Kokons-sehen weiß,

fleischfarbig, orange, grünoder gelb aus und müssen zuSträhnen abgehaspelt werden,wenn man sie nicht an dieFabriken roh verkaufen will.Es folgt nun eine sorgfältigeSondcrung zuerst nach derFarbe, dann nach der Güte,welche im allgemeinen dreiSorten vorschreibt. Die besten,scidenreichstcn, feinsten undglänzendsten Kokons verwertetman zur Erzeugung von Ket-tenseide oder Organsin, dievon mittlerer Güte zu Schuß-seide odcr Trama, während dieschwächsten und leichtesten mitgroben Fäden die sogenanntePelseide geben. Außerdemfindet sich eine große Mengevon Abfallkokons, darunter diedurch Fäulnis der gestorbenenPuppe fleckig gewordenen, diedurch Auskricchen des Schmetter-lings durchbohrten, die Doppcl-kokonS, in welchen sich zweiRaupen zugleich eingesponnenhaben, die schimmeligen undeine ganze Reihe anderer, welcheznr Bereitung der sogenanntenFl o r c ttse i d e Verwendung fin-den. Zur Vorbereitung für dieweitere Verarbeitung werdenalsdann die Kokons, nachdem sieVorher sortiert sind, in einen Kessel mit heißem Wasser von 70—75° li. geworfen, damitsich die harzigen Teile des Gespinstes losen. Wenn sie hier durchweicht sind, so bringtman sie in einen Kessel mit Wasser, unter dem ein mäßiges Feuer unterhalten und nebenwelchem der Seidenhaspel aufgestellt wird.

Gewinnung der Rohseide. Das nun folgende Abhaspeln der Seidenfäden isteine schwierige Arbeit, welche große Sorgfalt und sehr geübte Arbeitskräfte erfordert undin besonderen Fabriken (Filatoricn) betrieben wird.

Nach dem älteren Verfahren, das indessen in Frankreich meist noch im Gebrauch ist,werden die Seidenhaspeln (Abb. 207) entweder von einer gemeinschaftlichen Betriebs-kraft aus, oder jeder einzelne wird von der Hasplerin selbst durch Treten oder auch voneiner Gehilfin mittels Kurbel in Bewegung gesetzt. Nachdem die Hasplerin durch Schlagen

206. NiumnndlungMadirn der Seidenraupe.