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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Zwirnen, Filieren, Moulinieren der Seide

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vereinigt. Je stärker die Zwirnung, desto feiner fällt der Faden ans. Nach der zweit-angeführten Methode, nur mit schwächerer Zwirnung, wird die Strickseide erzeugt.Kordvnnierte Seide zum Stricken und Häkeln wird durch scharfe Drehung aus vierbis acht rcchtsgedrehten Rohseidenfäden besonderer Güte mit Linkszwiruung gewonnen,indem man drei so gezwirnte Fäden mit Rechtszwirnung vereinigt. Stickseide oderPlattfeide, die auch znm Broschieren und Einschießcu in der Weberei Verwendungfindet, entsteht aus Zusammenführen einer Anzahl nicht vorgedrehter Rohseidenfädenunter ganz schwacher Drehung.

Die Einrichtung der Filier- oder Zwirnmaschine, welche lange Zeit hindurch einGeheimnis der Piemontescn war, hat in neuester Zeit vielfache Verbesserung euerhaltenund ist daher au verschiedenen Drten auch oft sehr verschieden; wir unterlassen darumeine eingehendere Beschreibung, welche uns für jetzt schon zu weit in die Mechanikführen würde. Es genügt zu

wissen, daß in den oft sehrgroßartigen Filieranlagenoder Filandcn die Seidegespult, gedreht, gereinigt,gelockert und sortiert, in heißcm Seifeuwasser gekocht, ge-trocknet und geschwefelt wird,ehe sie in den Handel kommt.

Die Abgänge, welchebei den Kokons von deräußeren und inneren Faden-lage, von dnrchbissenen undverdorbenen Kokons undbeim Abhaspeln selbst ent-stehen, hat man in derSchweiz schon längst in densogenannten Florettspin-nereien in einer der Be-arbeitung der Baumwolleund Wolle analogen Artzu Seidengarn versponnen,welches unter dem NamenSchuppe vorkommt undentweder als reines Seiden-garn oder mit Wolle ver-mischt zu Tüchern, Shawls,

Decken, Möbel- und Kleider-stoffen verwendet wird. Die ans der Florettspinnerei entstehenden Abfälle dienen ihrerseitswieder als Material für die Bourrettespiunerei, welche demnach das geringwertigsteFabrikat in der Seideubearbeitnng bildet. In der Schweiz und in Italien löst man denSeidenabgang vor dem Spinnen durch warmes Wasser und mit Hilfe der Gärung, inFrankreich dagegen durch Kochen in Seifenwasser auf, welches letztere Verfahren schnellergeht, wogegen das erstere dem Rohstoffe eine glänzend weiße Farbe, zugleich aber einenüblen Geruch erteilt.

In den Seidenfärbereieu werden die einzelnen Strähne, nachdem sie gefärbt, ge-waschen und ausgewunden sind, bis zu einem gewissen Grade gestreckt. Dadurch schließensich die durch die vorgenannten Behandlungen getrennten Fasern wiederum fester an denFaden an, so daß dieser ein Ganzes bildet. Durch das Strecken gewinnt die Seide nichtnur an Glanz, sondern auch an Dauerhaftigkeit. Das Strecken wird häufig durch Handverrichtet, indem der Arbeiter den über ein Horn gehängten Strähn durch Einstecken einesStabes am anderen Ende zusammendreht, wie es Abb. 208 zeigt. Diese Arbeit ist

Buch der Erfind VlH. Z4

209. Seidenlirrrliillaschinr.