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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Spinnerei.

anstrengend, erfordert große Geschicklichkeit nnd geschieht nicht immer ganz gleichmäßig.Man bedient sich daher anch verschiedener Streckmaschinen. Abb. 209 zeigt eine derartige.

Polierte Stahlhörncr welche durch ein Räderwerk U gedreht iverden können,nehmen die oberen Enden der Strähne 8 und die durch Zahnstange 0 nnd Getriebe I'drehbaren vertikalen Wellen, an den damit verbundenen Hörnern 1' das untere Ende derSträhne aus. Diese stehenden Wellen sind unterhalb durch Gewichte L belastet, so daßdie Strähne neben der Znsammendrehnng auch einen starken Zug erfahren. Um den

letzteren allmählich aus die Strähne zu äußern, sind die Gewichte an nngleicharmigcn

Hebeln nnd an deren längeren Armen die Gegengewichte ä verbunden, welche durchRiemen o in Rollen k aufgehängt sind. Beim Aufziehen der Rollenwelle werden dieGegengewichte gehoben, nnd die Gewichte äußern ihre volle Wirkung auf die Strähne.Sind dagegen die Gewichte beim Abnehmen der Strähne von den Hörnern "I zu heben,so werden durch Senken der Rollenwelle die Gegengewichte frei nnd erleichtern dasAufheben der Gewichte.

Da die Seide ein in hohem Grade hygroskopischer Körper ist, so nimmt sie schnell

die Feuchtigkeit der Luft an, nnd es kann je nach der Beschaffenheit des Aufbewahrungs-

ortes der Feuchtigkeitsgehalt der Seide bis zu 300/o ansteigen, ohne daß sie schon eigentlicheNässe zeigt. Schon längst entstanden daher in Italien und Frankreich Anstalten znmKonditionieren, d.h. zur Ermittelung des Wassergehaltes und wirklichen Handelswertesder Seide. Diese bedienen sich in der Regel des folgenden Verfahrens.

Aus den der Seidentrocknnngsanstalt nbergebenen Ballen iverden einzelne Probe-stränge gezogen, deren genaues Gewicht man durch doppelte Wägnng findet, welchekontrolliert nnd auch doppelt vermerkt wird. Die darauf stattfindende Trocknung dieserProbcbnndcl erfolgt bei einer Temperatur von 110» 0., bei welcher die Seide währendeiniger Stunden in den durch Dampf geheizten Trockenkammern bleibt, nnd wobei derenabnehmendes Gewicht durch die unmittelbar darüber befindliche Wage mehrmals genaubestimmt nnd angemerkt wird. Nach dem so gefundenen Gewicht wird das Verkanfsgewichtdes ganzen Ballens nach Zuschlag von 11»/o gesetzlich erlaubter Feuchtigkeit berechnet.Bei größerem Gewichtsunterschied als »/„ zwischen den einzelnen Probcbündeln findetauch eine Wiederholung des Verfahrens statt.

Die Gesamterzcngung an Seide betrug im Jahre 1890 13675000 üg und zwar:

China.1556000 kx ^ Frankreich . 852000 kA

Italien .3Ü81000 „ > Lstcrrcich-Uiigarn . . . 213000 „

Japan. 2685000 „ Indien . 287000 „

Orient > Griechenland, Tür- Kaukasus. 85000 „

kci, Syrien) .... 906000 „ Spanien . 77000 „

Die im Jahre 1893 in den hauptsächlichsten Trocknnngsanstalten Europas kon-ditionierten Proben stellen eine Seidcnmasse von 13 203095 dar, welche sich wiefolgt verteilt: Ancona 25038 Basel 388195 Bergamo 115675 Como152901 üx, Elberseld 363749 leg, St. Etienne 689645 üx, Florenz 15778 üp:,Krefeld 578495 üx, London 30978 üg, Lyon 3825116 üx, Mailand 5153495 ba,Paris 190085 üx, Turin 457562 Udine 82545 l<§, Wien 918894 Zürich 214 944 le g.

In Deutschland hat sich trotz vielfacher Versuche die Seidengewinnung nicht in er-heblicherem Maße einzubürgern vermocht, desto erfreulicher hat sich die deutsche Seidcn-warenfabrikation gehoben. Sie steht heute, wenn man von Japan und China absieht, sowohlin Bezug aus die Zahl der Webstühle als den Umfang der Fabrikation in zweiter Reihe.

Die Baumwolle. Was vor der Entdeckung Amerikas der Flachs und das Vließdes Schafes für die Kulturvölker Europas war, das waren für die Bewohner Mexikos nnd Perus , der Knltnrstaaten des transatlantischen Festlandes, die Samenhaare einermalvenartigen Pflanze, welche die Botaniker ..OoWvpinin" genannt haben nnd welchebald als Kraut, bald strauchartig, zuweilen sogar als 3 — 5 in hoher Baum auftritt.Sie hat 3—5lappige Blätter und ziemlich große, gewöhnlich gelbe, bei einigen GattungenPurpurrote, fünfblätterige Blüten, welche in den Blattwinkeln stehen nnd am Grunde mit