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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Rohstoffe: Die Baumwolle.

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großen, herzförmigen, gezähnten Hüllblättern umgeben sind. Die Frucht ist 3—»fächerig,springt bei der Reife in mehrere Klappen auf, von denen eine jede 3--8 Samenkörnerenthält, die in eine lange, dichte, weiße, nach dem Aufplatzen elastisch hervorquellendeFasermasse gehüllt sind. Es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, die Alte Welt habe dieKultur der Baumwolle nicht gekannt. Schon zu Hervdots Zeiten war in Indien dieVerwendung vegetabilischer Wolle zu Kleiderstoffen üblich, und Plinius berichtet, daß diePflanze auch in Ägypten und Arabien angebaut werde. Durch die Araber verbreitete siesich auch in einigen Teilen Südenropas, und unter den byzantinischen Kaisern wurde siein Kleinasien und verschiedenen Strichen Griechenlands Gegenstand der Kultur. Auch inAmerika ist die Baumwolle höchst wahrscheinlich heimisch. Magellan fand sie in Brasilien im Jahre 1519, Cortez in Mexiko im gleichen Jahre und de Veca in Texas und Louisiana im Jahre 1536. Ihre gegenwärtige allgemeine Verwendung zählt jedoch erst seit derErfindung der „Sägenentkörnuugsmaschine" im Jahre 1795 durch den Studenten derRechte Eli Whitney in Amerika , welche den Grund znm ausgedehnten Banmwvllen-haudel Amerikas legte. Der großartige Erfolg von Whitneys Erfindung war das Steigender Baumwvllenernten der Südstaaten Nordamerikas von 906 000 üx im Jahre 1790auf 1812000 im Jahre 1800 und nach kaum 100 Jahren, im Jahre 1892, auf1 928 511600 !<§. Obwohl die übri-

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gen Baumwolle erzeugenden Länder,wie Ägypten, China, das Innere Afri-kas, Südamerika und Ostindien, be-trächtliche Blassen von Baumwolleausführen (im Jahre 1891 zusammenungefähr 428 538000 üx), so ist dochdie bei weitem größere Menge, un-gefähr 81 ,s 2 o/o der Welternte imJahre 1891, der in unseren Fabrikenverarbeiteten und aus unseren Märktenverkauften das Erzeugnis der Pflan-zungen des unteren Mississippithales.

Hier ist der rechte Boden für diePflanze, die ein lockeres, leichtes, mit Sand gemischtes, schon angebautes Erdreich ver-langt, und hier ist auch das passende, zu Niederschlügen geneigte Klima, welches nicht zutrocken sein darf, weil bei Mangel an Regen die Wolle kurz bleibt.

Die aus den aufgesprungenen Kapseln herausquellenden Baumwvllbüschel müssenalsbald abgepflückt werden, ohne die Kapsel mitzureißen. Zur Entfernung der Samen-körner aus den Flocken, mit denen sie oft sehr zäh zusammenhalten, wird die Baumwollein eigenen Anstalten „entkörnt". Dieses geschieht heutzutage fast ausschließlich durchMaschinenarbeit und zwar durch die oben erwähnten Sägenentköruer. Diese bestehenaus einer mit ungefähr 50 durch Holzmuffe voneinander getrennten Zirkularsägen ver-sehenen Walze, welche in Ausschnitten eines nach dieser geformten Tisches drehen, dieauf diesem aufgehäuften Banmwvllflocken erfassen und mitreißen. Die Schlitze, in denendie Sägenblätter drehen, sind so schmal, daß die Samenkörner nicht hindurch können unddie Sägen die Fasern von den stillstehenden Körnern abreißen. Um diese aus derMaschine zu entfernen, ist der Tisch schief geneigt, und über ihm zur Aufnahme derBaumwolle ein Trog angeordnet, dessen Hinterwand aus einem Roste besteht, zwischendessen Öffnungen die Körner durchkommen können. Die Baumwollfasern werden durcheine sehr schnell drehende Bürstenwalze aus den Sägen entfernt. Da die Sägen eine dieFaser verletzende Wirkung haben, so wendet man für die bessere Wolle den von Macarthyin den fünfziger Jahren erfundenen und nach ihm benannten Entkörner an.

Hier ist es eine belederte Walze, gegen die die Baumwolle gepresst und von ihrmitgenommen wird. Ein nahe au diese geregeltes Messer hält die Körner zurück, währenddie Fasern das Bestreben haben, der Walze zu folgen. Vor der Walze bewegt sich einzweites Messer sehr geschwind auf und ab und stößt gegen die Körner, wodurch diese