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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Rohstoffe: Die Baumwolle, der Flachs.

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Spindeln,

1165 700 Spindel»435900

895200

Großbritannien . 4527001X)

Kontinent . 26850000

Vereinigte Staaten.75641000

Sstindicn. . . . 8576000

Summa 9133700t)

Die Baumwollcnindustrie Deutschlands beschäftigte 1894 allein 6072 500welche sich auf die verschiedenen Staaten wie folgt verteilen:

Eliaß-Lothringen mit 1 400000 Spindeln ' Bayern mit

Preußen .... 1844800 „ Württemberg

Sachsen. 1381400 „ Baden

Wenn man bedenkt, daß die Bevölkerung dergesamten Welt zu ungefähr 1500000000 Menschengeschätzt werden kann und die Gesamternte von 18902 760582 000 ßg betrug, und daß infolgedessen un-gefähr 1,8s stg Rohbaumwolle, oder nahezu 18,s mKalikostosf auf jeden Menschen im Jahre kommen,wovon die südlichen Staaten Nordamerikas allein10,s in liefern, sv wird man leicht zurückfolgern, daßnoch vor dem gewaltigen Aufschwünge der ameri-kanischen Banmwollenkultur, im letzten Jahrhundertalso, bedeutend mehr Leute nackend herumlaufenmußten, als dies jetzt der Fall ist. Wir müssendaher dem Ausspruche des berühmten Baumwollen-statistikers Thomas Ellison aus Liverpool vollkommenbeipflichten: „Den Absatz an Kaliko zu erweitern unddie Fortschritte der Kultur zu verbreiten, sind zweigleichbedeutende Begriffe".

Der Flachs. Die vorzüglichen Eigenschaftendieses verspinnbaren Faserstoffes, welche er im Ge-spinste und Gewebe besitzt: Festigkeit, Länge, Glanz,große Dauerhaftigkeit, die angenehme Kühle des Lei-nens, sowie die durch sachgemäße Vorbereitung zuerzielende Teilbarkeit, Feinheit und Farbe der Flachs-faser und endlich der Umstand, daß der Flachsbauund die Leinenindustrie schon seit Jahrhundertenin Deutschland sehr ausgebreitete Gewerbszweigebildeten, lassen diesen Rohstoff als einen wichtigenauftreten.

Flachs ist der allgemeine Name für eine großeZahl verschiedener Pflanzen einer Familie. Derbekannteste Flachs ist unser gewöhnlicher Lein(Innuiu usitatissimuin, Abb. 212). Man unter-scheidet Schließ- oder Dreschlein, dessen Samen-kapseln geschlossen bleiben und den Samen durchAnsdreschen von sich geben, und Springlein oderKlanglein, dessen Samenkapseln unter Knistern aufspringen. Frühflachs säet man jenach Witterung, Lage und Bodenbeschaffeuheit zwischen Ende März und Anfang April,Spätflachs Ende Mai, wovon der erstere wegen seines kernigen Bastes bevorzugt wird.Der Stengel der Leinpflanze besteht zu innerst aus einer mit einem weichen, schwam-migen Mark gefüllten Röhre, welche von einer Schicht holziger Teile umgeben ist.Diese geht allmählich in die eigentliche Faserschicht, den Bast, über, welche die zumVerspinnen nutzbaren Fasern, zusammengehalten durch eine Leimsnbstanz, enthält undihrerseits von der Pflanzenrinde umgeben ist. Nachdem die Pflanze zur Erntezeitausgezogen, gerauft ist, wird sie aus freiem Felde zu sogenannten Kapellen zusammen-gestellt und solcherart durch den Einfluß der Sonne und Luft getrocknet.

2lS. per Lei».