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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Jürgens Spinnrad. Entwickelung der mechanischen Spinnerei.

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nötig sind, mit wachsendem Umfange der Spule ihre Geschwindigkeit abnehmen, also derUnterschied der Umläufe der vorauseilenden Spule gegen die der Spindel eine kleinerewerden. Es liegt daher der Geschicklichkeit des Spinnenden ob, zu der stärkeren Faden-zuführung bei wachsender Spule mitzuhelfen, während diese stärkere Hergäbe von Vor-garn bei der mechanischen Spinnerei mechanisch bewirkt wird.

Die Schwierigkeiten, die sich hier darbieten, waren schon lange vor Jürgens anälteren Spinnvorrichtungcn gehoben, indem man nämlich an diesen sowohl die Spule alsdie Spindel von der Trift aus mittels Triebschnnr nmtrieb. Es ergab sich dabei dasSpinnrad Mit „doppelter Schnur" (s. Abb. 227). Bei diesem stecken nach wie vor Spuleund Spindel lose aufeinander, aber die Spindel wird vermöge ihres größeren Wirtels schonlangsamer umgetrieben als die Spule und dadurch der Vorgang des Anfwickelns bewirkt.

Man hat zur Vermehrung der Leistung auch zwei-spulige Spinnräder gebaut, aber diese eignen sich wegender vermehrten Aufmerksamkeit, welche sie dem Spinnendenauferlegt, nicht gut für feine Flachsgarne. Trotzdem gibtes geschickte Spin-nerinnen, die auchdamit ein schönes,gleichmäßigesGarn fertig stellen.

Dies waren dieHilfsmittel, welchelange Zeit hin-durch der fleißigenMenschenhand dasSpinnen ermög-lichten. In derzweiten Hälfte des18. Jahrhundertsaber traten Um-stände ein, die diesealthergebrachtenVerhältnisse gänz-lich über den Han -sen warfen: sinn-

22S. Hargremics' Mlilc-Irnny-SPinmilaschinc.

reiche Köpfe schufen mechanischeverhalten wie der Tampfwagen

Spinner, die sichzur Schubkarre.

in ihren Leistungen zum Handrad

Entwickelung der mechanischen Spinnerei.

Die großartige Ausbildung der mechanischen Spinnerei, wie wir sie in den neuerenAnlagen nicht genug bewundern können, stellt eine Summe von Intelligenz, Arbeit undAusdauer dar, wie sie sonst in keinem Industriezweige so gedrängt beisammen zu findenist. An jede Maschine, ja an jeden Maschinenteil knüpfen sich eigene Erfindungsgeschichten,die zu behandeln ganze Bände füllen würden und ein beredtes Zeugnis für den mensch-lichen Nachahmungstrieb und Erfindergeist ablegen. Aus den geringen Anfängen derSpindel bildete sich schon frühzeitig das Spinnrad heraus, das von der menschlichen Kraftund Geschicklichkeit belebt bis Ende des letzten Jahrhunderts die Faden für die verschieden-artigen Gewebe lieferte. Italien hatte zwar bereits zu Zeiten Leonardo da Vincis vor1500 Spinnmaschinen, wie aus zwei seiner Skizzen, die sehr vollkommene Maschinendarstellen, deutlich hervorgeht. Zu einer wesentlichen Umgestaltung der Handspinnereischeinen diese Maschinen jedoch nicht geführt zu haben, und es blieb England vor-behalten, den Grundstein für den gewaltigen Ausbau der Spinnerei zu legen. Schonim Jahre 1738 hatte der Deutsche Lewis (Louis) Paul, der die Kenntnis der ausItalien nach Deutschland gekommenen Spinnapparate besaß, in England einen „Continne-

Buch der Erfind. VIII.