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Tie Entwickelung der mechanischen Spinnerei.
beginnt und schließt die Reihe der ausgezeichneten Männer, welche am Schlüsse desvorigen Jahrhunderts die ganze industrielle Welt durch ihre Erfindungen in der Kämmereiin Bewegung gesetzt haben, eine Bewegung, die durch die Vorurteile der arbeitendenKlasse für fast ein Menschenalter niedergehalten wurde. Tie 1794 bei Ramsbothamin Bradford durch Göpelwerke betriebene Kämmmaschine von Cartwright mußte aufenergisches Einschreiten der Handkämmcr, die sich durch sie in ihrem einträglichen Erwerbegefährdet sahen, still gesetzt werden, um erst im Jahre 1840 wieder als Grundlage derneueren Verbesserungen zu dienen, für die sich Lister, Holden und Noble sehr großeVerdienste erworben haben.
Trotzdem deren Maschinen einen wesentlichen Fortschritt in der mechanischenKämmerei bedeuten und den zu einem Ringe zusammengetretenen englischen Kammgarn-spinnereibesitzcrn, an deren Spitze Lister stand, und die auf dem Kontinente, in Sachsen und Frankreich blühende Lohnkämmereicn einrichteten, einen ungeheueren Gewinn ein-brachten, so erhielt doch diemechanische Kämmerei erst durchdie geniale Erfindung des El-sässers Josua Heilmann einealle Systeme durchgreifende Um-wandlung. Tie aus der be-währten Schlnmbcrgerschen Ma-schinenfabrik zu Gebweilcr imElsaß hervorgcgangenc, in allenEinzelheiten vollkommene Hcil-mannscheKämmmaschine, welcheaußer für Wolle auch für Hanf,
Baumwolle und die übrigenTextilfasern verwendbar ist undwegen ihrer Vielseitigkeit eineweite Verbreitung genießt, stehtda als ein Wunder der Technik.
Nur wenige Erfinder und In-genieure können dem großenJosua Heilmann ebenbürtig zurSeite gestellt werden. Er hatsich nicht allein durch seineKämmmaschine, sondern ebensodurch seine „Stickmaschine" un-sterblichen Ruhm und hervor-ragendes Verdienst um die Beförderung des Gewerbcfleißes erworben. Auf unerreichbarerHöhe steht er da und beherrscht sein Gebiet noch heute mit allumfassender Geistesmacht.
Geboren 1796 zu Mülhausen im Elsaß bestimmte ihn sein Vater schon frühzeitig zumkaufmännischen Berufe, und er übernahm 1815 die Kassicrcrstcllc im väterliche» Geschäft.Lange hielt er es in diesem Stande nicht aus; er trat bereits 1816 als Lehrling in eineBaumwollspinncrci in Paris ein. Nach kaum einem Jahre gründete er in Alt-Thaun eineBanmwollspinnerci, deren Maschinen nach eigenen Angaben unter seiner Leitung ausgeführtwurden. Mit kaum 22 Jahren sehen wir ihn als technischen Leiter dieser Fabrik von10000 Spindeln. Doch nicht allzulange beschäftigte er sich mit Spinncreimaschincn. Seinreger Erfindungsgcist erfaßte mit bewunderungswürdiger Anpassung verschiedene Zweige derTechnik. So konstruierte er 182l zwei Windmühlen zur Bewässerung oder Ländcrstrcckcn inder Nähe seiner Vaterstadt; 1826 brachte er wesentliche Verbesserungen an den damals be-stehenden Webstühlen an, und bereits im Jahre 1826 waren 240 Stühle, System Heilmann,in einer einzigen Fabrik in Betrieb. Inzwischen zog er sich von der Leitung der SpinnereiAlt-Thann nach Mülhanscn zurück, um sich nur noch seiner Lieblingsbeschäftigung, der Ver-besserung und Erfindung von Maschinen, zu widmen. Nachdem er von seiner Frau, einerTochter des Herrn Jacques Köchlin, die verschiedenen Arten der Kunststickerei eingehenderlernt hatte, konstruierte er nach kaum '/? Jahre die erste mit 20 Nadeln arbeitende Stick-maschine, die er im Jahre 1828 einer Mülhauser Wcrkstütte zur Ausführung übergab. Für
23S. Amiptorga» der Zcilnmnn-Kchlnmdrrgcrschen Kämmmaschine.