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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Der Bau der Nähmaschine.

schleuderten Schiffchens keine große Nähgeschwindigkeit, unsere anspruchsvolle Zeit ver-langt aber Maschinen großer Leistungsfähigkeit. So sind denn im Verlaus der letztenzwanzig Jahre in Amerika neue Schlingenfängcrtypen aufgetaucht, welche zum Teileine erhöhte Nähgeschwindigkeit zum Zweck haben. Die Singer Co. ist Anfang dersiebziger Jahre mit einem in vertikalem Kreise und in geschlossener Bahn oscillierendenSchlingenfänger aufgetreten, dem sie den Namen Ringschiffchen beigelegt hat. DieseMaschine wird in Deutschland nach dem Erloschen der Patente vielfach nachgebaut.Später hat die Singer Co. diese Maschine dadurch verbessert, daß sie die Spule fest-gestellt hat, mit anderen Worten, sie hat aus der Ringschiffchcn- eine Ringgreifcrmaschinegemacht. Die Wheeler L Wilson Co., sowie die Standard Co. sind dem Beispiel derSinger Co. gefolgt, indem sie Ringgreifermaschinen, bei welchen der Greiser in einergeschlossenen Bahn rotiert, konstruiert haben. Die Wheeler L Wilson Co. hat dabei, umden ungehinderten Übergang des Oberfadens um den Greiser zu ermöglichen, den Treiberdes Greifers exzentrisch zu diesem selbst gelagert, während bei der von Mack konstruiertenMaschine der Standard Co. der Greifer abwechselnd durch zwei zwanglänfig geführteStifte angetrieben wird. Die erstere Gesellschaft hat später ihre von House erfundeneWheeler L Wilson Nr. 8 Maschine nach dem Vorgänge der Singer Co. dahin verändert,daß sie das Kurvengetriebe für den Fadengebcr und somit diesen selbst vorn in den Kopsder Maschine verlegte. Diese Maschine ist als Wheeler L Wilson Nr. 9 bekannt undwird von namhaften deutschen Fabriken, weil Patente nicht darauf ruhen, nachgebaut.In den allerletzten Jahren hat die Wheeler L Wilson Co. eine Maschine Nr. 11 aufden Markt gebracht, bei welcher, ähnlich der Wardwell-Zweirollenmaschinc, die sogenannteBrille, welche die Spule in den Greifer drückt, dadurch vermieden worden ist, daß derletztere eine Nut erhalten hat, in welcher die an der Mitdrehung verhinderte Spnlen-kapsel sitzt.

Der Ban der Nähmaschine.

Das Wesen der Nähmaschine und die Grundsätze, nach denen sie gebaut ist und nachdenen sie arbeitet, läßt sich in dem Rahmen dieses Buches nicht gründlich besprechen,doch wollen wir versuchen, dem Leser ein einigermaßen anschauliches Bild davon zu geben.

Jede Nähmaschine bedarf zur Anbringung der verschiedenen Mechanismen einesGerüstes, des Armes und der Nähplatte, welch letztere auch zur Ausbreitung des Stoffesdient. Zur Bildung des Stiches sind zwei Organe nötig, die Nadel zur Führung desOberfadens durch den Stoff und der Schlingenfänger für die Bindung des Oberfadens.Nach erfolgten: Stich muß der Stoff um die Stichgröße fortgeschoben werden. Diesgeschieht durch den Stoffschieber, aus welchen der Stoff vermöge des unter Federdruckstehenden Stoffpressers niedergedrückt wird, so daß der Stoff gleichsam in einer elastischenZange gehalten und fortbewegt wird. Mittels des Stoffpresserhebels läßt sich der Stoff-presser zum Unterlegen der Arbeit oder zur Besichtigung der Naht hoch heben. In Ver-bindung mit dem Stoffschieber steht der Stichsteller, mit dem die Stichgröße geregeltwird. Während der Stichbildung erfordert sowohl die Nadel, wenn sie in den Stoffdringt, als auch der Schlingenfänger zu seiner Umschlingung eine größere Menge losenFadens, der nach erfolgten Stichbildung überflüssig ist und wieder aufgezogen werdenmuß. Die Beschaffung und der Auszug des Fadens wird mittels des Fadengeberserreicht, während der feste Anzug des Stiches vermöge der Spannungseinrichtungen ge-schieht, die der Nadel- und der Schlingenfängerfaden aus ihrem Wege, ehe sie die sieaufnehmenden Organe verlassen, zu durchstreichen haben. Vermittelst der Spulapparatewird das Garn aus die Unterfadenspulen ausgewickelt. Betrachten wir nun die einzelnenOrgane etwas genauer.

Beim Maschinennähen verwendet man einen unbegrenzt langen Faden, und dieserlaust beständig im Öhr der Nadel hin und her, welche den Stoff immer nur von einerSeite durchsticht und auf der anderen nicht ganz aus ihm heraustritt. Der von der Nadelgeführte Faden bildet, wenn die Nadel in den Stoff gedrungen ist und nun wieder in die Höhegeht, unterhalb des Stoffes eine Schlinge, die dadurch entsteht, daß der im Stoffe steckende

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