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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Herstellung von Stickereien mit der Schiffchen-Stickmaschine.

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ist, daß auf derselben Stickereien in zwei Farben ausgeführt werden können. In diesemFalle müssen für jede Farbe eine Reihe Nadeln und eine Reihe Spulen, im ganzendaher bei einer zweireihigen Maschine vier Nadel- und vier Spulenreihen in Anwendungkommen, die aber nur abwechselnd arbeiten können; gleichzeitig sind immer nur zweiNadelreihen thätig. Die Auswechselung der Nadelreihen wird durch das Drehen einerKurbel bewirkt. Die aus der anderen Seite des Rahmens befindliche Schiffchenvorrichtungist auf dem Bilde selbstverständlich nicht sichtbar.

Der Vorgang beim Sticken ist nun folgender. Der neben der Maschine sitzendeSticker stellt den Rahmen für den eben auszuführenden Stich mit dem Pantographen einund setzt hierauf die Maschine mittels des Fußtrittes in Bewegung. Durch diese wirdnun der Wagen mit beiden Nadelreihen gegen den Stickboden geführt und sämtliche Nadelngleichzeitig durch denselben durchgestochen; durch das gleich daraus eintretende Zurückgehender Nadeln bilden die Fäden, wie bei den Nähmaschinen, Schlingen, auf der rückwärtigenSeite des Gewebes, durch welche Schlingen nun die Schiffchen mit ihrer Fadenspnlehindnrchichlüpfen, dadurch denUnterfaden durch die Schlingeziehen und so den Oberfaden aufder Rückseite des Stickbodens be-festigen. Die Schiffchen lAbb. 492)dürfen nur einen kleinen Raum ein-nehmen, müssen an beiden Endenzugespitzt sein, um sicher in dieSchlinge zu finden, und außenthunlichst glatt hergestellt werden,um das Gleiten des Oberfadcnszu erleichtern. Im Innern desSchiffchens befindet sich eine kleineSpule, von welcher der Faden be-hufs Spannung erst durch mehrere,in der Seitenwand angeordneteLöcher hindurchgezogen ist, bevorer aus dem Schiffchen tritt. Nachdem Hindnrchschlüpfen der Schiff-chen durch die Schleife werden dieNadeln durch den Rücklauf desNadelwagens aus dem Stickbodengezogen und von demselben entfernt, während die Fäden durch einen besonderen Apparatgespannt erhalten werden, worauf die Maschine stillsteht, bis sie, nach Verstellung desRahmens, durch einen Fußtritt des Stickcrs wieder in Thätigkeit kommt. Bei einem sehrkleinen Rapport bewegen sich die Schiffchen in einer schief gelegten oder selbst in einersenkrechten Bahn, da sonst nicht genug Platz vorhanden wäre.

Diese Maschinen arbeiten mit 224—336 Nadeln, und da der Weg, den die Nadelnzu vollführen haben, viel kleiner ist, als bei der früher besprochenen HeilmannschenMaschine, da ferner die Schiffchen-Maschine nicht durch den Sticker, sondern auf mecha-nischem Wege getrieben wird, kann dieselbe weit mehr leisten als die Heilmannsche.

Man sucht nun auch die letzte Arbeit des Stickers, nämlich das Verstellen des Rahmensdurch den Pantographen dem Arbeiter abzunehmen und durch die Maschine selbstthätigauszuführen, was mit Hilfe des Jacquardapparates durchführbar ist. Es bestehenhierfür schon verschiedene Konstruktionen, die aber alle noch nicht dauernd in Anwendunggekommen sind.

Die Herstellung der Spulen für den Oberfaden findet auf den Krenzspulmaschinenstatt, welche den Faden von Strähnen oder Kötzern ab- und auf hölzerne Spulen aufwickeln,wobei diese letzteren durch Friktionsscheibe», d. h. durch Reibung gedreht werden. Zur Her-stellung der kleinen, in die Schiffchen zu setzenden Spulchen, die auch Bobbincn genanntwerden, benutzt man die in Abb. 493 dargestellte, von der Maschinenfabrik Kappcl gebaute

Aobbirienspulmaschinc.