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Die Stickerei.
Bobbiiiciispulmascliine, die den von der linksstehenden Spule ablautenden Faden in ent-sprechender Weise auf eine dünne Spindel aufwickelt, welch lichtere bis zu 2000 Umdrehungenin der Minute macht und die Spnlchcn in verschiedener 6!rvs;e herzustellen vermag.
Die Kettenstich-Stickniaschinen zur Ausführung des Ketten-, Grub-, Tam-bourier- vder Krochctstiches erreichen ihre große Leistungsfähigkeit gegenüber der Hand-arbeit nicht durch gleichzeitige Anwendung einer großen Nadclzahl, wie die früher be-sprochenen Plattstich-Stickmaschincn, sondern durch ihre große Arbeitsgeschwindigkeit, waswenigstens annähernd zu demselben Resultate führen kann. Da diese Maschinen mit einerNadel nur einen kleinen Raum einnehmen und demnach auch weitaus billiger sind als diefrüher erwähnten vielnadligcn Maschinen, so sind sie für die Hausindustrie ganz besondersgeeignet, und nur die seltene Anwendung des Kettenstiches, der, wie schon einmal erwähnt,zur Ausführung feiner Stickereien nicht gut geeignet ist, steht der Weiterverbreitungdieser Maschinen im Wege, die übrigens in Tausenden von Exemplaren in allen zivilisiertenStaaten und namentlich auch im Vogtlande, in der Schweiz, Vorarlberg und an denUfern des Bodensees in Verwendung stehen.
Während bei der Handstickerei der Kettenstich nur mit der Hakennadel erzeugtwird, können wir bei der Maschinenstickerei zur Herstellung desselben Stichs zweiMethoden unterscheiden, nämlich die mit der Haken- und die mit einer Ohrnadel,deren Öhr, wie bei einer Nähmaschinennadel, nahe der Nadelspitze sich befindet. BeideNadeln benötigen noch ein Hilfswerkzeng.
Kettenstichs mit der Hakennadet.
494—497. Sitdnng des
Die Bildung des Kettenstiches mit der Hakennadel ist in den Abb. 494—497 dargestellt.
Der zu bestickende Stoff liegt aus der Platte p, welche direkt unter der Nadel eineÖffnung besitzt, durch welche die Nadel beim Einstechen in den Stoff hindnrchtritt. Un-mittelbar unter dieser Öffnung befindet sich das hin- und herschwingende Hilfswerkzengder Nadel, der Schlingenbildner, der die Aufgabe hat, den Faden in den Haken derNadel einzulegen. Derselbe hat die Form einer oben verstärkten Röhre, durch dereninnere Höhlung der Faden läuft, der oben durch eine Art Öhr geführt ist. WieAbb. 494 zeigt, hat die Hakennadel U gerade den Stickboden durchstochen und steht mitihrem Haken unter der Platte p, in diesem Momente schwingt der Schlingenbildner 8so um die Nadel herum, daß der Faden in den Haken zu liegen kommt (Abb. 495),woraus die Nadel sofort nach aufwärts geht und die neue Fadenschlinge durch die vorher-gehende hindurchzieht (Abb. 496); gleich darauf rückt der Stoff um die Größe des Sticheszur Seite, und die Nadel beginnt durch das folgende Einstechen die Bildung des nächstenStiches.
Von den Maschinen, die den Kettenstich in der dargestellten Weise zur Ausführungbringen, ist die von Bonnaz erfundene und von Cornely verbesserte, sogenannteKurbel-Stickmaschine am meisten verbreitet, da sie allen an sie gestellten Anforderungennoch am besten entspricht. Diese vollendetste Maschine ihrer Gattung hat ganz dieForm einer Nähmaschine, wie dies aus Abb. 498 zu ersehen ist. Sie sitzt aus demgleichen Gestell und wird ebenfalls durch Treten betrieben. Einer der bedeutendstenVorteile der Maschine besteht darin, daß der Stickboden nicht aufgespannt zu werdenbraucht, sondern frei auf dem Tisch der Maschine liegt und für jeden Stieb von der