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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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506 Spitzcnsabrikation: Herstellung der Klöppelspitzeu.

Auch bei dieser Arbeit muß für das entstehende Produkt, die Spitze, eine Unterlagegeschaffen werden, die gleichzeitig zur anfänglichen Befestigung der Fadencnden dient undmeist aus einem Kissen, dem Klöppelpolster, besteht, das gewöhnlich rund, aber aucheckig gestaltet ist. Tas runde Kissen hat den Vorteil, daß die entstehende Spitze aufdasselbe fortwährend aufgewickelt werden kann. Aus der Abb. 517 ist die Form desfranzösischen Klöppelkissens ersichtlich, das eckig gestaltet und mit einer Höhlung versehenist, in welcher sich das eigentliche, runde Klöppelkissen befindet, so daß dasselbe eigentlichaus zwei Kissen zusammengesetzt ist. Die Höhlung hinter dem runden Kissen dient alsAufbewahrungsraum für die schon gemachte Ware.

Daß zur genauen Herstellung der Ornamente auch hier eineZeichnung, der sogenannte Klöppelbrief erforderlich ist, ist wohlselbstverständlich, obschon einzelne, geübtereKlöpplerinnen einfachere,oft gemachte Muster auch ohne Zeichnung herzustellen vermögen. Auchhier müssen die Kreuzungspnnkte und sonstige wichtige Punkte desMusters durch Stecknadeln markiert, die durch das Flechten und Ver-schlingen der Fäden entstehenden Verbindungen durch Nadeln in dierichtige Lage gebracht und in dieser fixiert werden.

Bei der Arbeit werden die Klöppel, d. h. eigentlich die Fäden,von welchen stets mehrere zur Bildung der Spitze in Verwendungstehen, paarweise angeordnet, durch das sogenannte Werfen derKlöppel zusammengedreht, gezwirnt, durch das Übereinanderwerfender Klöppel benachbarter Paare, das sogenannte Kreuzen, verkrenzt,verschlungen. Sobald die Arbeit mit einer gewissen Klöppelzahl ge-nügend weit vorgeschritten ist, werden dieselben zur Seite gelegt undandere Paare in Arbeit gestellt, wobei die ersteren ruhig herabhängen,die betreffenden Fäden in Spannung erhalten und dadurch eine Ver-wirrung derselben verhindern. Bei größerer Übung und bei Anfertigungoft hergestellter Muster geht das Werfen und Kreuzen der Klöppelmit solcher Geschwindigkeit vor sich, daß der Beobachter die einzelnenArbeitsakte nicht mehr verfolgen kann.

Das Klöppeln ist meist auf das Verflechten der Fäden beschränkt, es kann aberauch hier bis zu einem gewissen Grade eine Vcrknotung und eine Umspinnung der Fäden,durch das Hindurchziehen einzelner Klöppel durch gebildete Fadenschlingen und Faden-lagen zur Ausführung kommen. Daß man sich beim Klöppeln bemühte, die Arbeitender Nadel nachzuahmen, gleiche Ornamente und Grundbindungen hervorzubringen, istwahrscheinlich; daß es aber doch ganz unmöglich war, durch diese nahezu ausschließlicheFlechtarbeit die komplizierten und durch die verschiedensten Fadenverbindungsmethodenhervorgebrachten Gebilde der Nadelspitzen ganz zu ersetzen oder zu verdrängen, ist

selbstverständlich. Immerhin haben die geklöppeltenSpitzen ihren unleugbaren Reiz in der mehr kräftigen,plastischen Wirkung des Ornamentes, und die Mannig-faltigkeit der Fadenverflechtnng bei dieser Arbeit isteine ziemlich bedeutende.

bl7. FranMschcs Klöppelkissen. Um zu zeigen, wie wechselvoll die Phantasie

auf diesem Gebiete zu wirken vermag, mögen hiereinige, im sächsischen und böhmischen Erzgebirge häufiger ausgeführte Grundbindungs-gattungen vergrößert vorgeführt werden, wie sie durch Professor H. Fischer in Dresden gefunden und in seinem Buche: „Technologische Studien im sächsischen Erzgebirge "dargestellt wurden. Den wichtigsten und am weitesten verbreiteten Tüllgrund undzwar den sogenannten geflochtenen Tüllgrund zeigt Abb. 518, während der nnge-flochtene Tüllgrund aus Abb. 519 zu ersehen ist. Beide zeigen sechseckige Öffnungen,die wohl von Tüllschleiern her gut bekannt sind. Ganz ähnlich, nur aus paarweiseangeordneten Fäden hergestellt ist der in Abb. 520 ersichtliche sogenannte Valen-ciennergrund, wobei ich gleich erwähnen will, daß die verschiedenen Benennungen

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SIS u. viti.Spitzenklöpprl.