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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Spitzen und Bobbinnetgewcbe.

Die Herstellung der Bobbinnetgewebe.

Bevor wir nun auf die Beschreibung der Maschine übergehen, die zur Herstellungdieser Fadenverbindnng in Verwendung kommt, müssen wir uns klar legen, welche Be-wegungen die Fäden bei der Bildung dieser Verbindungen durchzuführen haben. Denkenwir uns zu diesem Behufe zwei nebeneinander stehende Fäden senkrecht so ausgespannt,daß sie an ihrem oberen Ende festgemacht, an ihrem unteren Ende aber beweglich sind.Von diesen zwei Fäden wollen wir den linksstehenden mit I, den rechtsstehenden mit r be-zeichnen. Die Borrichtungen, durch welche die Bewegung der unteren Enden dieser beidenFäden bewirkt wird, sind so eingerichtet, daß der eine Faden I nur eine Bewegung nachlinks oder rechts machen kann und dabei immer in derselben senkrechten Ebene bleibenmuß; während der andere Faden r nur eine Bewegung von mir oder zu mir machen kann;auch dieser bleibt dabei in seiner senkrechten Ebene, die aber zur Ebene des Fadens 1senkrecht steht. Also 1 geht nur rechts oder links, r nur zu mir oder von mir; es ist daherklar, daß sich die Wege dieser beiden Fadenenden kreuzen.

Denke ich mir nun den linken Faden 1 etwas nach rechts verschoben, so weit, daß dasEnde des rechten Fadens r links steht und darauf dieses zu mir bewegt; dann I wieder nachlinks verschoben und r darauf von mir bewegt, so müssen sich die beiden Fäden umeinandergedreht, sie müssen sich gezwirnt haben.

lim die Kreuzung zu bewirken, wie sie im Tüllgrunde vor-handen ist, wird die Sache schon etlvas schwieriger, wir kommen nichtmehr mit einem Fadenpaare aus, sondern müssen mindestens zweioder mehrere Fadenpaare annehmen, von welchen jedes aus einemFaden I, der nur rechts und links kann, und aus einem Faden r be-steht, der von und zu mir, aber auch in bestimmten Momenten nachrechts und links verschoben werden kann. Die im Tüllgrnud ersichtlicheKreuzung wird nun immer durch zwei benachbarte Fäden r hergestellt.Der Faden des rechtsstehenden Fadenpaares rückt nach links, derdes linksstehenden Fadenpaares nach rechts, sich dadurch kreuzend.Diese Bewegung machen die Fäden nicht mehr zurück, sondern beideFäden sind nun in ein anderes Fadenpaar übergegangen und zwirnen sich jetzt mit denzugehörigen Fäden l, worauf sie wieder Iveiter rücken, der eine nach links, der anderenach rechts, und sich wieder mit anderen Fäden paaren. Wir wollen diesen Vorgangdurch folgendes Schema noch klarer zu machen versuchen:

534. Leiter einerNobkinnetinaschine.

1. Fadeiipaart r-

. Fadenpaar

3. Fadenpaar 4. Fadenvaar

Nachdem sich die Fäden 1 mit r, st mit r„ st mit n, st mit r§ gezwirnt haben, rückt r undi-g nach rechts, r, und i-z nach links, dadurch kreuzen sich r mit r, und iz mit i^, und dieFäden stehen nun so:

'2 ^3

Nun zwirnen sich die Fäden der einzelnen Paare wieder, worauf so wie früher rund n> nach rechts, r, und ^ nach links rückt; dadurch kreuzen sich jetzt r mit r§, r? mitI 4 u. s. w.

Da die Fäden, die hoch oben befestigt sind, sich nur am unteren Ende kreuzen, würdediese Kreuzung gar nicht zum Ausdrucke kommen, wie das im Tüllgrunde ersichtlich ist.Um dies zu erreichen, müssen, gerade so wie beim Klöppeln, Nadeln in Anwendungkommen, die unten, wo sich die Fäden gekreuzt haben, zwischen diese Fäden nach ihrerKreuzung einstechen, das Kreuz nach aufwärts heben und so lange fixieren, bis dieZwirnnng und die neuen benachbarten Kreuze entstanden sind, die wieder durch Nadelnerfaßt und nach aufwärts gehoben werden, während sich die früher erwähnten Nadelnaus den Fäden ziehen.