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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Geschichte der Färberei.

Die mannigfachen Schwierigkeiten, welche sich bei der Ausübung dieser Art der Färbereibieten, nicht nur beim Färben selbst, sondern auch bei der Gewinnung der Farbstoffe, derVorbereitung der Ware für das Färben und der Hcrrichtnng der durch das Färben inUnordnung geratenen Ware (Bleiche und Appretur! begünstigen ziemlich früh die Ent-wickelung eines besonderen Färbereigewerbcs, während Spinnerei und Weberei längerder häuslichen Erzeugung vorbehalten bleiben, wie ja auch heute noch die Frauen undMädchen auf dem Lande aus Flachs und Wolle Garne und Gewebe selbst bereiten undsie dann in der Stadt durch den handwerksmäßig arbeitenden Färber färben lassen. DieErinnerung an das Bemalen der ursprünglichsten Beklcidungsstvffe aus Rinden undFellen sührt auch schon in den Ansängen der Kultur dazu, Gewebe durch die Kunst desFärbens mit bunten Mustern zu schmücken, zuerst durch einfaches Bemalen mit der Hand,genau wie früher die Rinden- und Fcllgcwänder, dann unter Zuhilfenahme von Schablonen,in deren Ausschnitte die Farbe eingetragen wird, und endlich unter Anwendung vonDruckformen, wie es ja auch noch heute geschieht, während vereinzelt noch andere Mittelzur Musterung erfunden werden. (Daneben entwickelt sich die Herstellung farbig ge-musterter Stosse durch Berweben verschiedenfarbiger Garne.)

Die Entwickelung eines besonderen Färbereigewerbes hat schon aus einer ziemlichtiefen Stufe der Kultur eine höhere Ausbildung der Färbereikunst yur Folge. Derberufsmäßige Färber sucht nach neuen Mitteln zur Vervollkommnung seiner Kunst, ermüht sich, der Flora die Geheimnisse abzuringen, mit der sie ihre Blüten schmückt, selbstder Tierwelt raubt er die farbigen Säfte, und frühzeitig gelangen schon wenig zivilisierteVolker zu der verwickelten Kunst des Beizcnfärbcns und der schwierigen Anwendung derJndigvküpe.

Der Vergänglichkeit der Spinnfasern und der aus ihnen hergestellten Stoffe ent-sprechend sind uns aus grauer Vorzeit gar keine und aus dem besser bekannten Altertumnur spärliche Beweise der Färbekunst früherer Kulturepvchcn überliefert. ZahlreicheProben liefern uns nur die Mnmiengewänder der alten Ägypter, spätere Gräberfundeaus der Krim und Ägypten (Sakkarat), Reliquicnhüllen aus den ersten Jahrhundertenunserer Zeitrechnung und in der Neuen Welt die Schätze des Totenfeldes von Accvn(Peru ); doch auch diese Reste alter Kultur gestatten nur einen kargen Einblick in dieFärbekunst der ältesten Zeiten. Die Geschichtschreibung der Volker hat sich fast aus-schließlich der Auszeichnung der großen Staatsereignisse zugewandt, und über die Ent-wickelung der Kultur und namentlich den Stand der gewerblichen Künste finden wir imallgemeinen nur wenige Mitteilungen. Eine Ausnahme machen die Chinesen und an-scheinend auch die Japaner, aus deren alter Litteratur schon manche in dieser Richtunginteressante Kenntnisse gewonnen sind und noch mehr der Veröffentlichung harren; alleindiese Volker haben sich so eigenartig und abgeschlossen entwickelt, daß ihre Schriften überdie Färbekunst der übrigen Welt keine Aufschlüsse gewähren können. Die Papyrus derÄgypter, soweit sie bis jetzt erschlossen, die Bibel, die Misnah und die Werke derGriechen und Römer enthalten nur spärliche Angaben technischen Inhaltes, wenngleichvon der Pracht farbiger Gewänder häufig gesprochen wird; bei Hcrodot finden sich einigegelegentliche Mitteilungen; selbst Plinius , der Historiker der antiken Naturwissenschaftenund gewerblichen Künste, hat über die Färberei recht wenig berichtet, und dieses wenigeist leider verworren und unzuverlässig.

In der Bibel wird zum erstenmal in der Geschichte Josephs eines gefärbten Stoffeserwähnt, daß nämlich Israel dem Joseph einen bunten Rock schickte. Auch weiterhinwerden farbige Gewänder häufiger genannt, jedoch ohne nähere Angabe über die Artihrer Färbungen. Die schon erwähnten teils uralten Mumienbildcr der Ägypter sindvielfach mit Indigo (der sich in vielen Pflanzen findet! und Krapp gefärbt, bemalt odermit Schablonen bedruckt. Die Methode der Erzeugung verschiedener Farben im gleichenBade durch Ausfärben von Stoffen, welche vorher mit verschiedenartigen Beizen bemaltwaren, ganz wie es mit Krapp möglich ist, wird von Plinius als merkwürdige Kunstder Ägypter beschrieben. Ferner berichtet Hcrodot von asiatischen Völkern des Kaukasus ,die mittels zerquetschter und mit Wasser angeriebener Blätter dauerhafte, waschechte