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Die Färberei und Appretur nebst Bleicherei und Zeugdruck.
Banmwollgarn, welches ja noch von der Weberschlichte und in der Regel auch vonzufälligen Berlinreinigungen, z. B. Olflccken, die beim Weben auf die Ware geraten, freiist, kann einfacher als Gewebe gebleicht werden. Für dunkle Farben wird es einfach inheißem Wasser oder heißer Sodalösnng eingeweicht oder darin ausgekocht; für hellereFarben wird es in Kiers ohne oder auch mit Druck 6 — 12 Stunden in Sodalösnng ab-gekocht, gespült, gechlort, wieder gespült, abgesänert, nochmals gespült und für Weiß nochzuletzt mit oder ohne Waschblau (Ultramarin^ geseift.
Lose Baumwolle, welche fast nur zur Herstellung farbiger halbwollener Garne ge-färbt wird, braucht nur in heißem Wasser oder Sodalösnng eingeweicht zu werden.
Bleichen von Flachs (Leinen), Inte und Ramie.
Flachs wird zwar im wesentlichen ebenso wie Baumwolle gebleicht. Jedoch ist dieFlachsbleichc mühsamer und langwieriger, da Flachs einesteils viel unreiner als Baum-wolle ist und audernteils durch scharfe Behandlung mit Laugen, Säuren und Chlorleichter angegriffen und namentlich verfärbt wird; eS müssen deshalb schwächere Lösungender Bleichmittel gebraucht und die einzelnen Behandlungen mehrfach wiederholt werden,und häufig begnügt man sich daher mit unvollständiger sogenannter Viertel-, Halb- oderTrciviertel-Bleiche. Der wesentlichste Unterschied zwischen Baumwoll- und Leinenblcicheist die Anwendung der für letztere kaum entbehrlichen Rasenbleiche, welche bei dengroßen Massen von Banmwollwaren, die zu bleichen sind, nicht ausführbar wäre und daherfür diese seit Jahrzehnten vollständig außer Gebrauch gekommen ist, während für Flachserst neuerdings in der elektrischen Lzonbleiche theilweise Ersatz geschaffen zu sein scheint.
Flachsgarn wird entweder nur mit Lange gekocht und abgesänert oder in folgenderWeise gebleicht. Nach Abkochen mit Soda im Kicr unter schwachem Druck und Spülen inWasser wird das Garn zum Chloren aus Haspeln in flache Küsten aus Stein, Zementoder Holz, Kastenrvller oder Reel genannt, gehängt, welche mit Losung von Chlorkalk,Chlormagncsia oder Chlornatron (aus Chlorkalk und schwefelsaurer Magnesia, bezw. Soda bereitet) gefüllt sind; die Haspel werden durch Maschinen gedreht und ziehen das Garnderart um, daß immer nur ein kleiner Teil in der Lösung ist und daS übrige Garn derLuft und der in dieser enthaltenen Kohlensäure ausgesetzt ist. Nach einstündtgem Lausenim Kastenrollcr wird das Garn abgesänert, gespült, wieder eine Stunde mit etwas Sodagekocht, nochmals wie vorher gechlort, gesäuert und gespült und ist dann halbgebleicht.Für Trciviertelbleiche wird es wieder kurz mit Soda gekocht, eine Woche zum Bleichenaus die Wiese (Rasen» gelegt, schwach gechlort und gesäuert. Vvllbleiche erfordert nochein- oder mehrmalige Wiederholungen dieser Arbeiten mit immer mehr verdünntenLösungen und nach Bedarf unter erneutem Bteichen auf dem Rasen. Der Gewichtsverlustdes Flachsgarns beträgt nach Handelsbrauch für Halbleiche 15"/», für Dreiviertelbleiche18"/o und für Bollbleiche 20Vo des Rohgarus.
Beim Bleichen von Flachsgcweben kommt noch eine besondere mechanische Bearbeitunghinzu, das Hobeln, welches im Reiben des Zeuges zwischen eingekerbten Brettern, diesich in mit Seifenlösnng gefüllten Trögen wagcrecht bewegen, besteht und die dem Gewebenoch anhaftenden kleinen dunklen Flecke oder „Schäbe" (verholzte Bestandteile der Flachs-stengel) entfernen soll.
In Irland vollzieht sich die Bleiche von Leinwand etwa in folgender Weise:Es wird 14 Stunden mit Kalk gekocht, gesäuert, zweimal mit Ätznatron abgekocht, ge-spült, auf der Wiese gebleicht, gechlort, gesäuert, mit Ätznatron gekocht, auf der Wiesegebleicht und gechlort; nun werden die Stücke ausgesucht und die genügend weißengesäuert und fertig gestellt; die übrigen werden gehobelt, auf der Wiese gebleicht,gechlort, gesäuert und fertig gemacht; auf fast jede der genannten Arbeiten folgt Spülen,welches bei der Lcinwandbleiche besonders gründlich und kräftig ausgeführt wird; eineivlche Bleiche erfordert 3 — 6 Wochen, und das Gewebe verliert dadurch noch mehr alsGarn bei Vollbleiche an Gewicht.
Zum Ersatz der Rasenbleiche, welche in den heutigen Großbetrieb nicht paßt, beiden steigenden Arbeitslöhnen zu kostspielig wird und vor allein zu sehr von der Gunst