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Natürliche Farbstoffe.
Chrom Bordeauxrot bis Violett, mit Eifcn Purpur bis Grauviolclt, mit Kupfer Braun undmit Zinn Carminrot. Die sämtlichen Farben sind wenig echt und Rotholz wird daher nichtmehr sehr viel gebraucht; es wird hauptsächlich zum Abtönen anderer Farbstoffe und zurErzeugung von Mischtönen, z. B. mit Blauholz, Gelbholz, Quercitron und Catechn benutzt.Aus Nvtbotzabkvchung und Thonerdesalzen lAlanni hergestellte Lacke (Kugellack) finden fürTapetcndruck und Dekorationsmalerei Anwendung.
Sandelholz (rotes) oder Caliatnrholz ist ßas von Splint und Rinde befreite Kernholzdes in Ostindien, Ceylon nnd anderen tropischen Gebieten Asiens, sowie in Madagaskar wildwachsenden Banmes IKerocarpns sautalinus aus der Familie der Schmetterlingsblütler,welches in sehr harten, dichte», schweren, äusserlich dunkelbraune», im Innern roten Blöckenin den Handel kommt. Den gleichen Farbstoff enthält Bar Wood, das Holz der Lapdia niuäaaus der Familie der Cäsalpinicn, welches in der Sicrra Leone in großen Mengen vorkommtund auch als Nutzholz für Möbel- nnd Kunsttischlerei verwendet wird. Häufig mit ihm ver-wechselt wird das Camwood oder Gabonholz, das ebenfalls von der Westküste Afrikas kommt. Sandelholz und Barwood enthalten als Farbstoff die Sautalin- oder Santalsüure,welche sich im Ttammholze während des Wachstums des Banmes allmählich entwickelt. DerFarbstoff ist in Wasser fast unlöslich; mit Kalk, Baryt, Thonerde, Chromoxyd und denOxyden der Schwcrmetallc liefert er schwer lösliche Farblacke. Die wichtigsten Beizen gebenmit Sandel und Barwood rote nnd braunrote Farbtönc. Der Farbstoff des Camwood scheintähnlich, aber nicht völlig gleich zu sein; er ist noch nicht genügend untersucht; er ist löslicherals der der beiden anderen Hölzer und etwas echter, gibt auch lebhaftere nnd vollere Farben.Camwood wird vor dem Gebrauche fein gemahlen, angefeuchtet und ähnlich wie Blanholz,aber kürzere Zeit fermentiert; Sandel und Barwood werden nur gemahlen und frisch ge-braucht. Die Schwerlöslichkeit der Farbstoffe verbietet die Bereitung von wässerigen Ab-kochungen oder von Extrakten; die fein gemahlenen Hölzer werden direkt dem Facbbade zugesetzt.
In früherer Zeit wurden diese Hölzer zur Nachahmung des Türtischrot für sogenanntes„Barwoodrot" gebraucht, welches indessen das wirkliche Türkischrot in keiner Beziehungin Echtheit auch nur annähernd erreicht nnd namentlich das Waschen mit Seife nicht erträgt;es wurde hierfür hauptsächlich „Barwoodkomposition" als Beize gebraucht, die durch Auslösenvon etwa 2 Zinn in 25 1 Salzsäure und 5 I Salpetersäure erhalten wird; auch Alaun-beize fand Anwendung. Für die Seidcnsärberei sind diese Farbstoffe nicht brauchbar, da dieseinen Holzteilchcn nach dem Färben schwer ohne Schädigung der Seide zu eutscrnen sind.Hauptsächlich werden die drei Farbhvlzer noch zusammen mit anderen Farbhülzern zum Färbenvon Mischtönen, namentlich von Braun auf Wolle gebraucht und sind hier wegen ihrer vor-züglichen Walkechtheit und recht guten Lichtechthcit für schwere Walkware geschätzt, jedochdurch die lichtechteren Teerfarbstoffe Alizarin, Anthracenbrann und Tuchrot großenteils ver-drängt; sie werden entweder mit Eisen- und Kupserbeize oder auch mit Chrom- nnd Eisen-beize gefärbt, indem die Ware entweder vorgcbeizt und dann heiß mit ihnen ausgefärbt oderumgekehrt mit ihnen cmgesotten und dann nachträglich mit der Beize heiß behandelt wird.
Krapp, der wichtige Pflanzenfarbstosf, ist schon seit uralter Zeit im Orient im Gebrauchnnd wurde und wird dort im wesentlichen ebenso wie in Europa angewendet, wie wir ausden Berichten von Plinius , Strabo und Dioseorides, aus dem Talmud nnd wahrscheinlichauch aus den Angaben Hcrodots ersehen. Von Karl dem Großen soll der Krappbau sehrgefördert worden sein, ist aber später jahrhundertelang in Europa in Vergessenheit geratenund erst »m das Jahr 1500 wurde Krapp wieder in Holland bekannt. 1507 soll sein Anbauvon I. Huller in Schlesien eingebürgert sein und sich von dort aus weiter ausgebreitet haben.In Frankreich nahm der Krappban unter der Pflege der Regierung vor der großen Revolutioneinen großen Aufschwung, so daß Krapp ein bedeutendes Ausfuhrprodukt wurde; späterwurden sogar unter Louis Philipp die roten Hosen in der französischen Armee eingeführt,um den zeitweilig daniederliegenden Krappbau von neuem anzuregen und zu fördern. Bisin die zweite Hälfte unseres Jahrhunderts war Krapp der wichtigste Farbstoff des Kattun-druckers. Allein die Erfindung der künstlichen Darstellung der Krappfarbstoffe Alizarin undPurpuriu durch Grübe nnd Liebermaun im Jahre 1868 verdrängte ihn in kurzer Zeit fastganz aus der Baumwollsärbcrci und dem Kattnndruck und schränkte seine Verwendung fürWolle sehr bedeutend ein. Wesentlich befördert wurde die Einführung des künstlichen Alizarinsdurch den Ausbruch des deutsch -französischen Krieges, indem es den Kattundruckern am nötigenKrapp aus Frankreich fehlte nnd sie daher gezwungen wurden, Versuche mit dem Kunstproduktzu machen, welche bald vom größten Erfolge begleitet waren. Volkswirtschaftlich war dieseVerdrängung des Naturprodukts durch das künstliche Alizarin von großer Bedeutung, indemhunderttauscndc von Ackern dadurch für die Erzeugung von Brotfrucht frei wurden; fürDeutschland hat sie noch den besonderen Vorteil gebracht, daß dieses nun, anstatt Krappimportieren zu müssen, im Alizari» einen Ausfuhrartikel von hohem Werte fand, dessen Her-stellung die deutsche chemische Industrie in mannigsacheu Beziehungen, direkt und indirekt,gewaltig angeregt und gefördert hat.
Die Krapppflanze gehört zur Familie der Rubiaceen und ist in Asien heimisch, wird aberichon seit langem in Europa angebaut. In Süd-, West- und Mittel-Europa dient zum Färbendie Färberrötc oder llubia tinotoruro, im Orient Mnnjcct oder Hubia manAista. Krapp ist
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