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Tie Färberei und Appretur nebst Bleicherei und Zengdruck.
Farben, namentlich auf Wolle, übcrtrossen. AIs Selbstfarbe, d. h. für sich allein, wird Gelb-holz wenig gebraucht: hauptsächlich wird es zusammen mit Blattholz, Katechu und anderenBeizenfarbstoffen aus Baninwolle, Seide und Wolle gefärbt; namentlich beim Schwarzfärbenmit Blattholz wird diesem meist Gelbholz zugesetzt, um den bläulichen Ton des Schwarz intiefes, reines Schwarz überzuführen; auch Grün für Uniformtnche färbt man häufig zuerst mitGelbholz und Chrombeize und dann mit Indigo in der Küpe nach, so daß sich Olivgclb mitBlau zu dunklem Grün vereinigt.
Verschieden von dem eigentlichen Gelbholz ist das Fisetholz oder Fustikholz, auchungarisches Gelbholz genannt, das Kernholz des Pcrückenbanines oder Udos votänns,der in Wcstindien und Südenropa vorkommt. Sein Farbstoff ist Fisetin, dem Qnercetinls. n.l nahe verwandt. Es liefert ähnliche, aber weniger echte Farben wie Gelbholz undQncreitron.
Dieses eben erwähnte Qucrcitron ist die innere Rinde der in Pennsylvania , Nord-und Süd-Carolina und Gcorgia viel vorkommenden Fürberciche, Huerous nip;ra oder tinotori»,und kommt als gelbes oder rostfarbiges, mit Holzfasern gemengtes Pulver über Philadelphia,New Park und Baltimore in den Handel. Die Färbceigenschaftcn der Rinde wurden imJahre 1775 durch Bancroft bekannt, und durch ParlamentSakte wurde ihm für sechs Jahredas ausschließliche Recht erteilt, dieselbe nach England einzuführen. Tie Qnercitronrindeenthält Qnercitrin, eine Znckervcrbindnng, welche sich beim Färben, sowie beim Kochenmit verdünnten Säure» und durch Gärungsprozesse in Qnercetin und eine Znckerartspaltet. Letzteres ist also der eigentliche Farbstoff, welcher sich mit Beizen zu Farben ver-bindet. Zum Färben dient entweder direkt das Qnercitronpnlvcr oder Abkochung desselbenoder käufliches Extrakt. In der Wollcnfärberci wird mit Vorliebe ein aus der irischenRinde in Amerika nach unbekannten Verfahren hergestelltes Präparat Flavin gebraucht,welches ziemlich reines Qnercitrin ist und die 12—LOfache Farbkraft deS gewöhnlichen Quer-citron besitzt. Tie Farben sind denen des Gelbholz ähnlich und finden für alle Fasern Ver-wendung. Im Zengdruck und in der Baumwollsärberei werden hauptsächlich Rindencxtraktegebraucht. Seide wird mit Flavin unter Anwendung von Thonerde- und Zinnbcize gefärbt.In der Wollfärberei dient Flavin viel zum Gelbfürbcn von Walkware und zusammen mitKochcnillc für Scharlachrot und Orange; meist wird es nach dem Einbad Verfahren gebraucht,indem Farbstoff und Beize zusammen mit Weinstein und Oxalsäure, die den sich bildendenFarblack in Lösung erhalten, zum Bade gesetzt werden und hierin die Wolle kochend aus-gefärbt wird.
Den gleichen oder sehr ähnlichen Farbstoff wie Qncreitron enthalten die Krcuzbcerenoder Gclbbecren, anchAvignonkörner genannt, die Früchte verschiedener im Orient und inSüdenropa wachsender Rhamnnsarte». Am »leisten geschätzt werden die über Alcppo, Smhrnaund Konstantinopel in den Handel kommenden persischen, sowie auch die levantinifchen Beeren.Die Beeren werden gewöhnlich vor völliger Reife gesammelt und haben ein gclbgrünlichesrunzliges Aussehen. Ihr Farbstoff besteht wahrscheinlich auS Qnercetin und den diesemähnlichen Verbindungen Rhamnetin und Rhamnazin. Die Farben mit den verschiedenenBeizen sind voller und röter als die des Qncreitron und Gelbholz, im ganzen diesen ähnlich.Hauptsächlich werden die Krenzbeeren in Form von Extrakten zusammen mit Zinnbeize imZengdruck gebraucht; in der eigentlichen Färberei finden sie ihres ziemlich hohen Preises wegennur geringe Verwendung.
Schließlich bleibt noch der Wall zu erwähnen, auch Gelb kraut genannt, welcher die ge-trocknete Fürberrescda oder kesecka. Inteola darstellt. Dieselbe ist eine 1 in hohe Pflanze, welchein Mitteleuropa wächst; der beste Wan kommt aus der Gegend von Rouen . Der obereTeil, besonders die Blätter und der Samen, enthalten am meisten Farbstoff, aber auch derStamm dient zum Färben. Tie Pflanze kommt mit den Wurzeln in Bündeln oder in Fässergepackt auf den Markt. Der Farbstoff des Wan, Lnteolin, löst sich in Wasser schwierig;die Losung ist gelb und reagiert schwach sauer, die Farbkraft der Pflanze ist gering. MitThonerde färbt Wan grünlichgelbe, mit Chrom olivgclbe, mit Kupfer gelbolive, mit Eisenolive und mit Zinnbeize lebhaft gelbe Farben. Er wird hauptsächlich noch auf Seide gefärbt,aber auch hier tritt er mehr und mehr zurück; auf Baninwolle und Wolle findet er nur nochwenig Anwendung, obwohl er die übrigen Natnrgelbs an Lichtechtheit übertrifft und ihnenim übrigen in Echtheit nicht nachsteht. Die Farbbilder werden bereitet durch Auskochen deszerkleinerten und in Säcke gepackten Wan im Farbbottich selbst, unmittelbar vor dem Färben.
Wesentlich verschieden von den bisher besprochenen Produkten sind Katechu und Gambir,zwei einander sehr ähnliche braune Farbstoffe, welche aus verschiedenen in Ostindien vor-kommenden Palmen, Mimosen und Rnbiacecn gewonnen werden. Katechu, auch Kachon oderbraunes Katechu oder Terra saponiea genannt, wird aus den Früchten und weicheren Teilendes Holzes der ^.eaeia eateodu und aus der Betel- oder Arecannß, der Frucht der ArecaPalme oder ^.reea eateellu erhalten; das Holz oder die Früchte werden mit Wasser ausgekocht,die Lösung wird zur Syrnpsdicke eingedampft und auf den Erdboden gestrichen, wo sie beimAbkühlen erstarrt. Von den zwei Hauptsorten, gilt „Bombay Katechu", das Produkt derLrsoa eatsoiiu als das beste; es kommt in dichten dunkelbraunen Blöcken von etwa 50 ie^Gewicht nach Europa ; Bengal Katechu von x4eaoia catsellu ist hellbraun und wird in