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Anilinschwcirz. — Cachou de Laval. — Mineralische Farbstoffe.
Die Abb. 586 zeigt einen für die Entwickelung von Anilinschwarz auf Geweben vielgebrauchten Apparat von Mathcr L Platt in Manchester ; in der Zeichnung ist dieeine Wand fortgelassen, um das Innere der Kaminer zu zeigen; der Lauf der Ware,welche durch einen Schlitz in der Stirnseite ein- und anstritt und durch Lcitwalzcn im Zick-zack geführt wird, ist durch Pfeile angedeutet; eine besondere Dampfmaschine gibt denLeitwalzen und dem das Zeug durch die Kammer hindurchziehenden Ableger den Antrieb;die Ware läuft mit einer Geschwindigkeit von 00 —100 in in der Minute durch die 90"warme und mit Feuchtigkeit erfüllte Kammer und das Schwarz wird durch ein- bis zwei-maligen Durchlauf entwickelt. Gut gefärbtes Anilinschwarz ist eine der besten Farbendes Bnnmwollfärbers; es ist hervorragend echt gegen Licht und Wäsche und die meistenanderen Einwirkungen beim Gebrauch und verträgt auch leichte Bchaudluug mit Chlorkalk(was für gemusterte Waschstofse wichtig ist); wenn mangelhaft gefärbt, schmutzt es aller-dings stark ab und verschießt leicht zu häßlichem Schwarzgrün, besonders in Räumen, wodurch Brennen von Leuchtgas viel schweflige Säure erzeugt wird; auch wird dieFaser stark angegriffen, wenn die Entwickelung des Schwarz nicht richtig verläuft, jedochwird jetzt, wie oben erwähnt, ausgezeichnetes beinahe tadelloses Anilinschwarz in großenMengen gefärbt. Dem alten Blauholzschwarz ist das Anilinschwarz in Echtheit bei weitemüberlegen, und feine Erfindung bedeutet nicht nur die Einführung eines überaus echtenSchwarz für Baumwolle, an dem es bis dahin sehr fehlte, sondern sie liefert auch einenBeweis, daß nicht gerade die Farben natürlichen Ursprungs im Gegensatz zu den „Anilin-farben" besondere Echtheit besitzen. — Auf Seide wird Anilinschwarz hauptsächlich ge-färbt, wo ein — im Gegensatz zum Blauholzschwarz — auch gegen Säuren echtes Schwarzverlangt wird.
Erwähnt sei an dieser Stelle noch das den Teerfarbstoffen nahe stehende, aber nichtaus Produkten des Teers hergestellte Cachou de Laval oder Cattn Jtaliano, welchesdurch Schmelzen organischer Stoffe wie Sägespäne, Tors oder Kleie mit Schwefclnatriumerhalten wird. Es zeigt das Verhalten eines reduzierten Farbstoffes, wie Indigo in derKüpe, und wird gefärbt, indem die Ware in einer zuerst lauwarmen, später 70—80"heißen Lösung des Farbstoffes bearbeitet wird; der Farbstoff oxydiert sich dann in derFaser und wird unlöslich; echter fällt die Farbe durch Nachbehandlung mit verdünnterSchwefel-, Salz- oder besser Salpetersäure oder mit doppelt chromsanrem Kali, über-mangansaurem Kali, Kupfervitriol oder Eisensalzen aus; je nach der Färbeweise werdengraue bis rostbraune Farben erhalten. Cachou de Laval ist für die tierischen Fasernnicht verwendbar; aus Baumwolle liefert es Farben von guter Echtheit in fast jeder Be-ziehung und dient hauptsächlich zum Grundieren dieser Faser, d, h. als Grund, der dannmit anderen Farben überfärbt wird.
Mineralische Farbstoffe.
Durch die zahlreichen Teerfarbstoffe sind die Farbstoffe des Mineralreichs fast ganzaus der eigentlichen Textilfärberei verschwunden und haben auch viel von ihrer früherenBedeutung für den Zeugdruck verloren. Im Vergleich zu den Teerfarbstoffen sind sienicht schön genug; auch ist ihre Echtheit in der einen oder anderen Richtung znm Teilmangelhaft; ferner erfordern sie sehr umständliche Befestiguugsmethodeu und machen dieFaser hart und rauh. Wegen der Unlöslichkeit der fertigen Farbstoffe werden sie aufmannigfache Weise erst in der Faser und zwar vorwiegend in der Baumwolle erzeugt.
Am meisten gefärbt von diesen Produkten wird wohl noch Chromgelb, und zwarvorwiegend aus baumwollene Stick- und Häkelgarne. Der Färbeprozeß ist sehr einfach:die Ware wird zunächst mit einer Bleilösung getränkt und dann durch eine saure Lösungvon doppeltchromsaurem Kali genommen; es bildet sich dabei augenblicklich chromsauresBlei, d. i. der Farbstoff Chromgelb in der Faser; zur Erzeugung tiefer Farbtöne ist ein-bis zweimalige Wiederholung dieser Arbeiten erforderlich. Soll Lhromorange gefärbtwerden, so wird erst Chromgelb in der Faser erzeugt und die Ware dann einen Augen-blick in heißes Kalkwasser getaucht, wodurch das Zitronengelb in feuriges Chromorangeübergeführt wird. Beide Farben sind in jeder Beziehung äußerst echt, nur daß sie aus