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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Tic Färberei und Appretur nebst Bleicherei und Zeugdruck.

bar. Unsere Darstellung würde jedoch eine empfindliche Lücke ausweisen, wenn nicht nochznm Schluß das wichtige Anilinschwarz erwähnt würde, eine der ältesten Anilinfarben,welche schon Anfang der sechszigcr Jahre Bedeutung gewann und noch heute eine der wich-tigsten ist. Anilinschwarz ist gleich den eben besprochenen Azofarbstoffen in den für denFärber in Betracht kommenden Lösungsmitteln unlöslich und wird deshalb ebenfalls nichtvon der Farbenfabrik hergestellt, sondern vom Färber in der Faser erzeugt. Es entstehtdurch Oxydation des Anilins mittels doppeltchromsanrcn Kali oder chlorsanren Kali insaurer Lösung und wird hauptsächlich auf Baumwolle gefärbt und gedruckt, in geringeremUmfang auch auf Halbseide und Seide, sehr wenig dagegen auf Wolle. Das mittelschlorsanren Kali erzeugte Schwarz ist in den letzten Jahren unter dem Namen „Diamant-schwarz" besonders für baumwollene Wirkwaren (Strümpfe u. s. w.) sehr populär ge-worden, seitdem es in vorzüglicher Weise gefärbt wird und ihm die früheren Mangel,

586. Schnelldampfer für Snilinfchwar).

das baldige Grünwerdcn und die allzu starke Schwächung der Faser nicht mehr anhaften.Die zu färbende Ware wird mit einer Lösung von salzsanrem Anilin, Salzsäure, chlor-sanrem Kali und etwas Kupfervitriol getränkt und ausgewunden; sie enthält dann dieStoffe, welche das Schwarz erzeugen, ist aber noch ungefärbt; oie Farbe entwickelt sicherst allmählich bei etwa 30" 0. Wärme in Gegenwart von Feuchtigkeit; die Ware wirddeshalb in einen besonderen Raum, die Oxydationskammer, gebracht, in welcher gleich-mäßige Wärme und Feuchtigkeit herrschen. Garne hängt man in eine solche 30—35"warme Kammer und beläßt sie dort mehrere Stunden, damit die Farbe sich auch in deninneren Schichten gut entwickelt; die Ware färbt sich dann anfangs grün und schließlichtief schwarz. Gewebe dagegen läßt man glatt ausgebreitet (im Zickzackweg, um in engemRaume möglichst viel Ware unterzubringen) durch eine 45 — 90" warme Kammer laufen;da die feuchtwarme Luft zu allen Stellen des Gewebes Zutritt hat, entwickelt sich dieFarbe in wenigen Minuten; bei der Kürze der Behandlung darf höhere Temperatur alsfür Garne angegeben, gebraucht werden, ohne Schwächung der Ware befürchten zu müssen.