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Einrichtungen der Färberei. Färben bestimmter Farben.
Das Spülen der Garne geschieht teils mit der Hand, teils mit Maschinen, welcheüber einer mit beständig zn- nnü abströmendem Wasser gestillten Kufe Arme ans Porzellan,Holz oder Metall tragen, ans welche das zn spülende Garn gehängt wird; in derÄbb. 59l, die eine Garnspülmaschine von C. G. Hanbold jnn. in Chemnitz darstellt,drehen sich 12 — 24 von einem Psostcn in der Mitte ausgehende Wagerechte Garnträgervorwärts und rückwärts um ihre eigene Achse, so daß das Garn im Wasser auf und abbewegt wird; alle Garnträgcr bewegen sich langsam in der gleichen Richtung vorwärtsund zwischendurch ruckweise ein wenig rückwärts, so daß das Garn im Wasser geschütteltund energisch gespült wird; das Wasser fließt, durch eine eingesetzte Scheidewand gezwungender Hauptbewegnngsrichtnug des Garnes entgegen; 1 — 2 Arbeiter sind mit Aufhängenund Abnehmen des Garnes beschäftigt. Znm Waschen von Geweben dienende Maschinenwurden durch die Abb. 578, 579, 584 n. 585 (S. 551, 552 u. 560) gezeigt.
Das Trocknen von Garnen geschieht meist durch Aufhängen derselben über Stangenin erwärmten und ventilierten Räumen. Das Trocknen der Gewebe wird bei derAppretur beschrieben werden.
591 . Garnspülmaschine.
Färben bestimmter Farben.
Znr Erzeugung der einzelnen Farben in oder auf den zn färbenden Fasern, Garnenoder Geweben mischt der Färber die geeigneten Farbstoffe in der Färbeknfe ähnlich wie derMaler die seinigen auf derPalette. Je nach den An-sprüchen, die er in Rücksichtauf Echtheit, Schönheit undPreis zn erfüllen hat, wählter bald diese, bald jene Farb-stoffe; im übrigen aber läßter sich beim Mischen der ^
Farben gleich dem Künstler ^mehr von seinem entwickel-ten Farbensinn als durchrechnerische Überlegung lei-ten. Die Hauptfarben Blau ,
Rot, Gelb und Grün können wohl mit je einem Farbstoff allein gefärbt werden,z. B. Blau mit Indigo , Alizarinblan oder Jndigokarmin, Rot mit Alizarin, Kochenille,Fuchsin oder Ponceau; jedoch werden auch hier schon häufig kleine Mengen anderer Farb-stoffe znm Abtönen benutzt, indem z. B. der Kochcnille-Farbflvtte kleine Mengen desgelbfärbenden Flavin hinzugefügt werden, um das Kochenille-Scharlach gelbstichiger undfeuriger zu machen. Die große, ungeheure Zahl der unbestimmten Farbtöne —ChevreulsFarbenskala der Gobelinfärberei zählt über, 14400 Nuancen und diese ließen sich leichtnoch bedeutend vermehren — wird aber stets durch Mischen von 2, 3, 4, auch 5 undnoch mehr verschiedenen Farbstoffen erzeugt. Mit je einem blauen, roten und gelbenFarbstoffe können nicht nur sämtliche Farben des Regenbogens, sondern auch alleSchattierungen von Gran und Braun, ja sogar auch Schwarz gefärbt werden; allerdingssind mit einem so kleinen Farbenschatz nicht alle Farben in angenehmen, reinen Tönenzu färben, z. B. gibt rotstichiges Blau und rötliches Gelb kein schönes, sondern nurstumpfes, trübes Grün und grünliches Blau mit Scharlachrot (anstatt bläulichem Rot)kein lebhaftes Violett; und daher arbeitet der Färber schon ans Rücksicht auf die Schön-heit der Farbtöne mit mehr Farben, so daß er für jede der 7 Regenbogenfarben etwa 2—3verschiedene Vertreter vorrätig hält und aus diesen die zahllosen Nuancen, die verlangtwerden können, komponiert.
Sind verschiedenartige Ansprüche der Kundschaft zu befriedigen, müssen vielleichtWolle und Garne walkecht und daneben Gewebe nicht walkecht gefärbt werden, so wirdder Färber für letztere die nötige Auswahl von Farbstoffen, welche ohne Schwierigkeitgleichmäßig (die Hauptforderung für StückfarbciO, schön und genügend tragecht, aber