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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die "Appretur.

Völlig genau, die Appretur der Wollenzeuge in die der Tuche und die der Kammgarn-stoffe unterscheiden, wobei unter Tuchen die Walkwareu verstanden seien.

Tuch-Appretur. Die zu Tuchen bestimmten Stoffe kommen vom Webstuhl alsziemlich lockere, weitmaschige Gewebe, in welchen die einzelnen Kett- und Schußfädennoch leicht erkennbar sind (im Gegensatz zu dem dicht geschlossenen Tuche); in diesem Zu-stande heißt das Gewebe „Loden" und erinnert in seinem Aussehen durchaus nicht anTuch.*) Der Loden wird zunächst auf Fehler durchgesehen und mit der Noppzange vonKnoten, sowie Strohteilchen, Holzsplittern n. s w. befreit (Noppen). Alsdann wird erentweder unmittelbar gewalkt oder zunächst noch in der S. 560 beschriebenen Weise mitSoda und Seife rein gewaschen (Entgcrben), zuweilen auch dann noch vor dem Walkenkarbonisiert. Das'Walken bezweckt die Verfilznng der Kett- und Sclinßsäden des Lodens,wodurch diese fest an- und inein-ander geschoben werden und ausdem lockeren Loden ein filzartigesGewebe, unter bedeutendem Ein-schrumpfen der Länge und Breitenach, entsteht; je nach der Art desStoffes beträgt die Verminderungder Länge (Einwalken in der Kett-richtung) und der Breite (in derSchußrichtung) bis mehr als einDrittel. Das Mittel, durch wel-ches dieses Walken oder Verfilzenerreicht wird, ist die Walkmaschine,in welcher der Stoff unter MitWirkung von Feuchtigkeit undmäßiger Wärme längere Zeit ge-knetet wird; eine Verfilznng wirdschon in reinem Wasser erreicht;wesentlich befördert wird diese aberdurch Seife, Walkerde (ein fetterThon) und durch schwache Säure;die meisten Stoffe werden inSeifenlösnng gewalkt. In frühererZeit geschah das Walken durchStampfen der Zeuge mit denFüßen in Gruben, die mit ge-saultem Urin gefüllt waren; andie Stelle des Urines ist späterSeifenlösnng getreten. Die älterein welcher der Loden in einer Mulde aus Holz oder Stein durch schwere hölzerneHämmer bearbeitet wird, die mittels einer Daumenwelle gehoben werden und beimNiederfallen durch ihr Gewicht das mit der Flüssigkeit getränkte Tuch hämmern, quetschenund in seiner Lage verschieben; von Zeit zu Zeit wird das Zeug herausgenommen undin andere Faltenlagen gebracht, damit es gleichmäßig verfilzt. Nahezu verdrängt sinddiese Hammerwalken durch die Cylinderwalken, welche von zahlreichen Fabriken ge-baut werden und die wir in Abb. 602 n. 603 in der Form der Hemmerschen Normal-walke vorführen; an die Stelle der Hämmer treten hier Cylinder oder Walzen in Ver-bindung mit einem engen Kanal, dem sogenannten Stauchtisch.

Der Loden wird als endloses Band (Ende an Ende) um die Arbeitsteile der Maschinegenäht, wie es der Schnitt (Abb. 603) zeigt; nachdem er das Leitbrctt l passiert hat, läufter zwischen den 2 kleineren Walzen s und b nnd den Eingangsbacken s zu den Haupt-

*) Dieser Loden ist auch nicht mit den sogenannten Gcbirgsloden zu verwechseln, welcheleicht gewalkte Zeuge sind.

602. Malkmaschinr (Ansicht).

Form der Walke ist die Hammerwalke (Abb. 601),