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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Färberei und Appretur nebst Bleicherei und Zeugdruck.

walzen o und r, tritt in den Stauchkanal ein, wo er von dem Tisch u und der Oberzunge »im Durchgang gehindert, gestaucht wird, und stillt dann auf den gewölbten Boden herab,,»m von neuem um die Fuhrungsrolle x herum durch das Leitbrett I zwischen die Walzeirzu treten: der Stoff läuft mit einer Geschwindigkeit von mehreren Metern in der Sekundeund erfordert eine Bearbeitung von etwa 2—16 Stunden, je nach der Stärke des Einwalkens;die Wirkung wird hauptsächlich dadurch erreicht, daß die Hanptwalzen den (mit Seifcnlösungoder dergleichen getränkten) Loden in den Stauchkanal hineindrängen, wo er in seinemDurchgang gehindert und vorwiegend in der Kettrichtung zusammengeschoben, also in derLänge cingcwalkt wird; außerdem erfährt er beim Durchgang durch die kleinen Walzen unddie Leitbacken von den Hanptwalzen aus einen gewissen Zug, die Kettfäden werden durchdiesen Zug und den Druck der Walzen einander genähert und der Stoff wird in der Breiteeingewalkt; durch Nähern und Entfernen der Walzen und Leitbacken, sowie durch Erweiternoder Verengern des Stanchkanals kann das Einwalkcn mehr auf die Breite oder auf dieLänge gerichtet werden.

Die zur Beförderung des Walkprozesses nötige Wärme entwickelt sich durch dieReibung des Lodens in der Hammer- und in der Eylindcrwalke von selbst. Von Zeitzu Zeit wird der Stoff gemessen, ob er richtig eingewalkt ist, zum Teil durch selbst-thätige Vorrichtungen.

Nach Beendigung des Walken» wird auf der Strang- oder Breitwaschmaschine (S. 560)sorgfältig gespült und dann am Rahmen oder auf der Spannmaschine auf gleich-mäßige Breite gestreckt und getrocknet (Rahmen). DerSpannrahmen besteht im wesentlichen aus 2 Reihenvon starken, über oder neben einander liegenden Balken^von der ungefähren Länge eines Tuchstückes, die mitzahlreichen Häkchen besetzt sind, an welche die Leistendes Tuches gehakt oder „angeschlagen" werden; als-dann werden die beiden Balken genügend und gleich-mäßig weit voneinander entfernt befestigt, so daß dasTuch glatt angespannt und auf gleiche Weite gerecktwird, damit die beim Walken unvermeidlich entstehen-den Falten und Runzeln beseitigt werden; die Rahmensind in heizbaren Räumen untergebracht oder derarteingerichtet, daß sie in solche hereingefahren werden

V03. rvalkmalchinc cSchmll). können; auch findet man sie (znr Benutzung während

schönen Wetters) im Freien. In neuerer Zeit benutztman viel die S. 609 gezeigten Spannmaschinen; für Wolle werden diese meist in einenerwärmten und ventilierten Raum eingebaut, aus welchem nur die zum Ein- und Aus-führen der Ware dienenden Teile der Maschine hervorragen.

Durch die Walke ist der Loden in Tuch verwandelt und besitzt nun die wichtigstenEigenschaften desselben. Die Ware bedarf indessen noch der Veredelung durch die eigent-liche Appretur, um auch die schönen Eigenschaften des Tuches zu erlangen. Die erste undwichtigste Arbeit hierfür ist das Rauhen, durch welches die unordentlich in einanderverfilzten Härchen der Oberfläche entwirrt und gleichmäßig herausgezogen werden, so daßdas Gewebe gleichmäßige Haardecke erhält. (Das Rauhen findet auch für viele Kamm-woll-, Halbwoll- und Banmwollzenge Anwendung.) Das Rauhen besteht in häufigwiederholtem Streichen des Tuches mit Rauhkarden oder Kratzenbeschlag, so daß es biszu einer gewissen Tiefe aufgelockert und durch Herausziehen einer großen Zahl einzelnerWollhärchen die Wolldecke gebildet wird. Die Rauhkarden sind die eiförmigen, mitWiderhäkchen besetzten Fruchtköpse der Kardendistel (Oipssons kullonuin) von 50—100 inmLänge (Abb. 604), die in besonderer Güte in der Gegend von Avignon gezogen werden.Das Tuch wurde früher von Handarbeitern mit diesen der Länge und auch wohl derQuere nach kräftig gestrichen. Heute rauht man mit Rauhmaschinen, wie eine solchein Abb. 605 (S. 616) gezeigt ist; die Karden werden in einen Rahmen eingesetzt unddiese Rahmen werden am Umfang der hohlen Kardentrommel, dem Hauptteil der Rauh-maschine befestigt; die Trommel dreht sich ziemlich schnell, während das Tuch glattausgespannt langsam um sie herumgeht und von den Kratzen gestrichen wird; das auf dieWalze U (unten) aufgedockte Tuch geht um den Stab L, legt sich an die Vorderseite der