615
Die Appretur.
diauhtrommel R, über k? und Leitmalze Rsi um auf li" aufgewickelt (oder als endlosesBand nach II zurückgeführt) zu werden. In neuerer Zeit hat man mit teilweise vor-züglichem Erfolg, namentlich für geringere Waren diese Karden durch metallenen Kratzen-beschlag, wie er in der Spinnerei gebraucht wird, ersetzt. Tas Tuch wird meist innassem Zustande und in mehreren Abschnitten gerauht; in jedem Abschnitt wird es20—100 mal seiner ganzen Länge nach «oder wiederholt als Band ohne Ende) durchdie Maschine geführt und dann getrocknet, nm geschoren zu werden.
Tas Scheren bezweckt, ähnlich wie das Sengen, die Entfernung der hervor-ragenden Härchen; es soll aber diese nicht vollständig fortnehmen, sondern nnr so weitverkürzen, daß eine gleichmäßige dichte Haardecke entsteht; um diese zu erzeugen, istwiederholtes und abwechselndes Rauhen und Scheren nötig. Früher bediente man sichzum Scheren langer Handscheren; jedoch sind diese durch Schermaschinen ersetzt, vonwelcher Abb. 606 die Hauptteile zeigt: zwischender oberen Kante der Schiene ^ und dem Unter-messer U läuft das Tuch I); der massive Cy-linder 0 ist mit Messern II in Schraubenlinien um-wunden, und dreht sich mit großer Geschwindigkeitderart, daß die hervorragenden Härchen zwischenII und U abgeschnitten werden; an der Scher-maschine sind Bürsten angebracht, nm die Haar-decke aufzurichten und sie so den Schermessern besserentgegenzustellen; nach jedesmaligem Rauhen wirddas Tuch mehrmals hintereinander auf der ge-zeichneten Maschine, welche der Länge des Tuchesnach arbeitet (Longitudinal - Schermaschine), ge-schoren. Feine Tuche erhalten zum Schluß noch1—2 Schnitte der Breite nach auf der ähnlichgebauten Breit oder Transversalschermaschine,welche einen schöneren Schnitt gibt, aber nnrlangsam arbeitet.
Vor dem Rauhen und nach dem letzten Scherenwerden die Tuche wieder durchgesehen, nach Be-darf genoppt und gestopft und gelangen dann zumDekatieren, welches indessen auch häufig schonvor dem letzten Rauhen geschieht. Tas Dekatierenbesteht in der Einwirkung heißen Dampfes ausdas Tuch und bezweckt einesteils, die durch dasRauhen in bestimmte Lage (Strich) gebrachte Woll-decke festzulegen, anderseits der Wolle einen schönenGlanz zu geben. Hierfür wird das Tuch in ganzeroder halber Breite glatt und fest aus einen mitzahlreichen feinen Löchern versehenen hohlen Cylinder aus Kupferblech ausgewickelt undin diesen wird gespannter Dampf derart eingcblasen, daß der Dampf das Tuch durch-drängt (Walzendekatnr), oder das Tuch wird (von oben zusammengepreßt) zwischen Lein-wanddecken auf eine durchlochtc Platte ausgetäfelt, aus welcher Dampf durch dasselbehindurchdringt (Plattendekatur); auch wird es statt dessen fest aus Walzen aufgewickelt inWasser gekocht (Heißwasserdekatur). Zur Vervollständigung des Dekatierens wird dasTuch hierauf gebürstet, indem es über einen Tisch läuft, aus welchem heißer Dampfausströmt und dann über eine sich drehende Borstenbürste, die nun das durch den Dampferweichte Wollhaar bearbeitet. Im Stück zu färbende Ware wird meist nach dem Deka-tieren gefärbt (auch karbonisiert), dann durch Bürsten glatt gestrichen, zuweilen auch nochgerauht und wieder dekatiert.
In diesem Abschnitt der Fabrikation wird auch das Ratinieren oder Frisierengewisser Stoffe ausgeführt, welches die lang aufgerauhten Haare in Locken und Kräusel
601 . NaichkarLcn vrrschirdcncr Art.
WN
' XI'L-' -
WW
MB
SWM
WW
MG