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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Appretur.

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Länge nach zusammengefaltet gepreßt werden, so zeigen sie in der Regel in der Mitteden „Preßbrnch". Statt der losen in einem Ofen erhitzten Platten wendet man jetztauch in der Presse befestigte an, die innen hohl sind und durch einströmenden Dampferhitzt und alsdann durch Wasser von innen gekühlt werden können; auch durch Elek-trizität geheizte Platten haben sich bewährt. Für leichte und mittclschwere Woll- undHalbwollstoffe, namentlich für Kammgarnstoffe, benutzt man lieber die Walzen- oderMuldenpresse, bei welcher die kostspielige Handarbeit des Einspänens fortfällt und auchder Preßbrnch in der Mitte vermieden wird, da das Gewebe in voller Breite gepreßt wird.Diese Pressen bestehen aus einer starken, häufig mit Filz überzogenen, sich drehendenNietallwalze und ein oder zwei sich an die Walze anlegenden metallenen Mulden, vonwelchen die eine durch Dampf von innen geheizt, die andere (häufig fehlende) durch Wassergekühlt wird; die Mulden werden durch Hebeldruck fest an die Walze angedrückt, währenddie Ware zwischender sich drehendenWalze und den er-wärmten, bezw. ge-kühlten Mulden miteiner Geschwindig-keit von 2—4 in perMinute hindurch-gleitet; an der er-wärmten Mulde er-hält der Stoff denGlanz, an der abge-kühlten wird dieserbefestigt.

Der starke Preß-glanz, welcher durchdas Niederlegen derHaardecke hervor-gerufen wurde, istgegen Feuchtigkeitsehr emfindlich, sodaß jeder Wasser-tropfen einen mattenFleck erzeugt. Umdiese Empfindlichkeitzu beseitigen, denGlanz (oatl) abzu-ziehen (ckooatir) undgleichzeitig zu ver-hindern, daß der bei der Appretur wiederholt gereckte Stoss nach Verarbeitung zu Klei-dungsstücken einlaufe, wird das Tuch dem Krumpen, Glauzabziehen, Dekatieren oderNadelsertigmachen unterworfen, wodurch der übermäßige Glanz beseitigt und das Zeug,soweit es überhaupt dazu neigt, zum Einlaufen gebracht, einem späteren Einlaufen dahervorgebeugt wird. Das Wasserkrumpen oder Glauzabziehen besteht im Pressen des Tucheszwischen feuchten Tüchern oder auch im Anfeuchten des Tuches und Trocknen am Rahmenohne starkes Spannen. Beim Dampfkrumpen oder Dekatieren wird das Tuch mit Wasser-dampf getränkt (s. o.) und ohne Preßspäne gepreßt, wodurch ein gegen Nässe unempfind-licher Glanz erhalten wird.

Kammgarnstoffe werden zunächst rein gewaschen und dann häufig gekrabbt (aufWalzen fest aufgerollt gekocht). Das Walken fällt fort oder wird nur soweit getrieben,daß die einzelnen Fäden noch deutlich hervortreten. Auch das Rauhen findet gar nichtoder in vermindertem Umfang statt, das Scheren wird oft ganz oder zum größten Teil

Buch der Erfind. VIII. ?8

607. Naliniermaschinr.