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Die Färberei und Appretur nebst Bleicherei und Zeugdruck.
durch Sengen ersetzt. Im übrigen ist die Behandlung ungefähr die gleiche wie die derTuch- oder Strichwaren.
Halbwollene Stoffe (aus Wolle und Baumwolle) werden entweder wie Tucheoder wie Kammgarnstoffe appretiert; vielfach werden sie vor dem Pressen gummiert.
Sammetartige Stoffe jeder Art werden in der Hauptsache so appretiert, daßsie auf gleichmäßige Länge des Flors geschoren oder gesengt werden, der Flor wird vor-her und nachher durch Bürsten und Klopfen glatt gerichtet und nach Bedarf durch Dämpfenin seiner Lage befestigt und schließlich wird die Unterseite gummiert, um ein Herausfallendes Flors aus dem Grundgewcbe zu verhindern; nach dem Trocknen wird der Gummi -Appret durch Maschinen gebrochen lvergl. S. 610) und dann die Ware gelegt und gepackt.
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Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Färberei und Appretur läßt sich schwerin Zahlen ausdrücken. Die Veredelung der Stoffe durch dieselben wird teils in besonderenBetrieben, teils in den zahlreichen Fabriken, welche sie herstellen, ausgeführt und es istkaum möglich, anzugeben, welche Blengen nach Kilogrammen oder Werten gefärbt undappretiert werden. Ein oberflächliches Bild davon gibt indessen die ungeheure Mengeder Garne und Gewebe, welche alljährlich verbraucht werden und die mit wenigen Aus-nahmen mindestens einer teilweise« Veredelung durch Wäsche, Bleiche, Färberei undAppretur unterworfen werden. Allein die wirtschaftliche Bedeutung dieser Industrienreicht mittelbar viel, viel weiter, indem sie auf andere Industrien befruchtend wirkenund zum Teil ihre Entstehung erst ermöglicht haben. Es gilt dies vor allem für weiteGebiete der chemischen Industrie, deren beste Abnehmer die hier besprochenen Gewerbesind, ferner für den Maschinenbau . Die Wäscherei zunächst verbraucht ungeheure MengenSeife und Soda und auf ihrem Bedarf beruhen in erster Reihe die Soda- und Seifen-fabriken. Die Bleicherei ferner hat es ermöglicht, die im Anfange dieses Jahrhunderts fürdie Leblanc-Soda-Fabriken so lästige Salzsäure zu einem wichtigen Verbrauchsstoff, demChlorkalk zu verarbeiten. Färberei und Zeugdruck sind Verbraucher von einheimischenund ausländischen Farbstoffen und von Schwefelsäure, Salzsäure, Soda, Kochsalz,Glaubersalz, Ätznatron, Ammoniak, Alaun, Eisen- und Kupfervitriol, Zinnsalz, doppelt-chromsaurem Kali, Weinstein, Oxalsäure, Zitronensäure und zahlreichen anderen chemischenProdukten, sämtlich in gewaltigen Mengen, wodurch zahlreiche Fabriken mit zahllosenArbeitern beschäftigt werden. Die Appretur endlich verbraucht ebenfalls viele Produktewie Stärke, Gummi, Füllstoffe und andere Appretur-Mittel. Sie ist aber auch ähnlichder Bleicherei und Färberei, jedoch in weit höherem Maße ein überaus wichtiger Abnehmerfür die Maschinenindustrie, da sie zahlreicher grober und feiner Maschinen zur Ver-edelung der Gewebe bedarf und die Konstruktion solcher den Maschinenfabriken immerneue Anregung und neuen Absatz gewährt.
Über die Orte an welchen Färberei und Appretur ausgeübt werden, ist kaum etwaszu bemerken. Diese Gewerbe stehen in so enger Beziehung zur Stofffabrikatiou, daß sie— wie fast selbstverständlich — überall dort ihren Sitz haben, wo Spinnerei und Webereiin erheblicher Ausdehnung betrieben werden. Da sie etwas vom Wasser abhängig sind, sofindet man sie wohl nicht immer unmittelbar neben Spinnereien und Webereien, aber nurum wenige Kilometer von ihnen entfernt, z. B. flußaufwärts vor anstatt in den Fabrik-orten, jedoch möglichst nahe, um die Kosten eines weiten Transports nach und von derFärberei u. s. w. zu ersparen. Im übrigen sind Färbereien und Appreturanstalten gleichSpinnereien und Webereien über die ganze kultivierte Erde verbreitet, zahlreicher in dichtbevölkerten Jndustriegegenden, weniger zahlreich in dünn bevölkerten Ackerbaugegenden.