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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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641
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Lohgerberei. 641

dessen umgelegter gratförmigcr Schneide die zu dicken und rauhen Stellen der Fleischseitedurch Wegnahme vvn dünnen Ledcrspänen (Blanchierspäne) egalisiert werden. Manbedient sich für diesen Zweck zuweilen auch des Schlichtmvndcs; das ist eine aus Stahlgefertigte Scheibe, deren Umfang scharf geschliffen ist, und welche in der Mitte ein aus-gefüttertes Loch besitzt, durch das beim Gebrauch die Hand gesteckt wird. Bei der Be-nutzung des Schlicbtmondes wird das Leder in einen Rahmen gespannt oder angehangenund mit der Hand straff gezogen, worauf mit Hilfe des Schlichtmondcs die starken Stellendurch Wegnahme von schwachen Lederspäncn egalisiert werden. Nach dem Blanchierenwerden die Leder mil dem Pantvffelholz gcpantoffelt („unter sich gezogen"), d. h. miteiner an eine Holzplatte befestigten Korkplatte überfahren, wodurch die Weichheit nocherhöht wird und der Narben die erforderliche Feinheit erlangt. Zuletzt gibt man nocheinen Leim- oder Eiwcistglanz, indem auf die Narbcnscitc eine schwache Leim- oder Eiweiß-lösung aufgetragenwird, und glast nachdem Eintrocknen dieOberfläche mit demGlase,d.i.ein meinemHvlzhefte sitzendes, ander Längsseite rundabgeschliffenes StückSpiegelglas.

Oberleder.

AlsOberledcr bezeichnet man im Gegensatzzu Sohlleder alle diejenigcn Lcdersorten,die zur Herstellungdes oberen Teiles desSchuhwerkes benutztwerden. Man ver-langt von denselben,daß sie mehr oderweniger dünn, ge-schmeidig und weichsind, und verwendetdazu namentlich leichteRindhäute, die fürdiesen Zweck als

Blößen oder im halbgaren Zustande ausgesalzt oder aus der Spaltmaschine gespaltenwerden, ferner Kipse, Roßhänte und Kalbfelle. Aus diesen verschiedenen Rohmaterialienstellt man eine Reihe von Ledersorten her, die sich weniger durch die Gerbnng, als viel-mehr durch die Zurichtung voneinander unterscheiden; diese spielt überhaupt bei denOberledern eine ganz hervorragende Rolle und ist von wesentlichem Einflüsse auf dieQualität des fertigen Leders.

Bei den Borarbciten der für Oberleder bestimmtenHäute und Felle ist es ganz dringend notwendig, daß die-selben in der Weiche und in: Äscher genügend erweichtwerden, was durch Anwendung mechanischer Mittel beimWeichen (Kurbelwalke, Strecken u. s. w.) und durch erweichendeZusätze beim Äscher (Arsenikäscher, besonders empfehlenswertfür Kipse) erreicht werden kann. Nach dem Enthaarenwerden die Häute zur Entfernung der Unterhant mit demSchabmesscr geschabt. In manchen Gerbereien ist es üblich,nach dem Enthaaren die Hänte nochmals in einen frisch her-

Buch der Erfind. VIII.

624 u. 625.

Der Achlichtmond.

623. Herstellung künstlichen Unrkenü mit der Lstagriniermaschinc.