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Lohgerberei. Sämischgerbcrci.
läßt mcm das Faß rotieren und leitet beständig einen elektrischen Strom durch. Nach etwa18 Stunden wird der Strom unterbrochen und die Gerbnng unter Zugabe neuer Extrakt-menge zu Ende geführt. Die stärksten Häute sind innerhalb 96 Stunden vollständigdnrchgegerbt, dünne Häute und Felle in entsprechend kürzerer Zeit. Bei dem 0) roth scheuVerfahren wird in feststehenden Gerbegcfäßen, in welchen das Hantmaterial mäßig be-wegt wird, gearbeitet. Die Gerbegefäße sind hölzerne runde Bottiche oder viereckigeGefäße. Als Elektroden sind in denselben zwei rostförmige Systeme von Kupferstreifcngegenüberstehend auf den inneren Wandungen angebracht. Eine vertikale, in der Mittedes Gesäßes angebrachte, drehbare Achse trägt eine Anzahl radial angeordneter Rahmen,an welchen die Häute befestigt werden. Nach Füllung des Gefäßes mit Gerbebrühe undnach Einhängen der Häute wird die Achse in Umdrehung versetzt und ein schwacherStrom hindnrchgelcitet. Die Stärke des Stromes und die Bewegung der Häute richtetsich nach der Beschaffenheit des HautmaterialeS. Das Hindnrchleitcn des Stromes wirdzeitweise unterbrochen. Die Brühe muß während des Gcrbcprozesses allmählich verstärktwerden. Kalbfelle werden bei diesem Verfahren in 10 —14 Tagen, schwere Häute in4—6 Wochen dnrchgegerbt.
Alan hat bei sämtlichen elektrischen Gcrbeverfahren der Elektrizität die Wirkungzugeschrieben, daß der Gerbeprozcß durch dieselbe wesentlich beschleunigt werde. Umden Beweis dafür zu bringen, sind von verschiedenen Fachleuten Versuche mit dengenannten Verfahren derart ausgeführt worden, daß nach denselben mit und ohne An-wendung des elektrischen Stromes gegerbt wurde. Als Resultat derselben hat sich er-geben, daß die Elektrizität den Gerbeprozcß nicht sehr beschleunigt, sondern daß dieAbkürzung der Gerbedancr bei diesen Verfahren nicht der Elektrizität, sondern vor allenDingen der bei denselben angewendeten Bewegung und der zweckmäßigen Brühenstärken-steigernng zugeschrieben werden muß. Der elektrische Strom ist nach den obigen Versuchenzwar nicht ohne jede Einwirkung; dieselbe ist aber so gering, daß sie für die gerbcrischcPraxis kaum eine Bedeutung haben kann.
Lederbcschwcrnng. Lohgare Leder, namentlich Sohlledcr, Vachcleder und Riemen-> lcder werden zur Erhöhung des Gewichtes in betrügerischer Weise mit Stoffen mancherleiArt imprägniert; diese Manipulation bezeichnet man als Lederbcschwcrnng. Hinsichtlichder Natur der hierzu gewählten Substanzen unterscheidet man solche, welche überhaupt nichtoder nur zu einem geringen Prozentsätze im normalen Leder vorhanden sind, und solche,welche einen normalen Bestandteil des Leders ausmachen und demselben in Bcschwernngs-sällen in größerer Menge einverleibt worden sind. Zu der ersten Gruppe gehörennamentlich Traubenzucker, Ehlvrbarinm und Barinmsnlfat (Kochsalz nur in seltenenFällen), von welchen beschwerte Leder bis zu 20^ enthalten können, und znr zweitenGruppe Wasser, Fett und Gerbstoff. Beschwerungen der zweiten Art liegen vor, wennLeder schlecht getrocknet, zu stark gefettet oder beim Schluß des Gcrbcprozesses mit sehrstarken Brühen oder sogar mit flüssigen Gerbeextrakten imprägniert worden sind.
Säinijch gerberei.
Die Überführung der Blöße in Leder wird bei der Sämischgerbcrei dadurch erreicht,daß die Haut wiederholt mit Thran gewalkt und alsdann der oxydierenden Wirkung deratmosphärischen Lust ausgesetzt wird, wobei sich eine chemische Veränderung des an-gewandten Fettes vollzieht und infolgedessen Gerbnng bewirkt wird. Das auf diese Artgegerbte Leder, das man als Sämischlcder oder Waschleder bezeichnet, ist außer-ordentlich widerstandsfähig gegenüber Wasser, selbst in der Hitze, indem sogar kochendesWasser Sämischleder nur langsam in Leim umwandelt. Fcttlvsnngsmittcl, wie Schwefel-kohlenstoff, vermögen nur einen geringen Teil des Gerbcmittcls in Lösung zu bringen,ohne daß dadurch eine Entgcrbnng eintritt. Das Fett ist demnach im Sämischlcder sehrfest an die Hantfaser gebunden.
Das sämischgare Leder unterscheidet sich von den übrigen Lederarten durch seinewollige Beschaffenheit, Weichheit, Dauerhaftigkeit und durch die Eigenschaft, sich waschenzu lassen, ohne daß es seine Weichheit verliert. Man verarbeitet namentlich schwache