. Mechanische Schuhiabrikation. 661
Blake in Massachusetts im Mai 185!) sich eine Sohlennähmaschine patentieren lassen, dieaber auch nach mit verschiedenen Mangeln behaftet war. Im Jahre 1862 ließ er dieseMaschine in verbesserter Form durch Patente schlitzen; 1864 wurde sie dann durch Patentevon Gordon Mak Kay und im Jahre 1868 durch Btake weiter verbessert. Diese Maschine,jetzt unter dem Namen „Mak Kay-Maschine" bekannt, erfreut sich bis zum heutigen Tageeines guten Rufes und wurde durch immerwährende Verbesserungen stets auf der Höheder Zeit gehalten.
Eine Reihe von Jahren war die Sohlennähmaschine fast die einzige Maschine, diebei der mechanischen Schuhfabrikation Verwendung fand. Das Bedürfnis nach weiterenHilfsmaschinen war noch nicht dringend genug, und darum hatte die Technik auch keineVeranlassung, sich mit der Konstruktion von für diesen Fabrikationszweig geeignetenMaschinen zu befassen. Durch den fortschreitenden Umschwung der neuen Industrieund die Errichtung der Militärwerkstätten änderte sich jedoch bald die Sachlage, undrührigem Fleiß undunausgesetzten Be-mühungen gelang esauch bald — aller-dings nach manchenFehlversuchen undOpfern — geeigneteMaschinen für dieBodenbearbeitungnnd den Absatzbauherzustellen. DieserFortschritt bedingtewiederum die Auf-nahme anderer Hilfs-maschinen zum Wal-zen und Ausstanzendes Leders, nnd diemoderne Schuhfabrikwar so ziemlich kom-plettiert. Ein sehrfühlbarer Mangelmachte sich nur nochgeltend: der Mangelan guten und lei-stungsfähigen Maschi-nen für den Ausputz; einen der wichtigsten Faktoren in der Schuhfabrikation. DenAnstrengungen der Maschinenkonstrukteurc blieb es auch hier nicht lange vorenthalten,das Möglichste zu leisten, und bald sehen wir — allerdings wieder zuerst iu Amerika —in einzelnen Schuhfabriken auch für diese Arbeitsleistung mehr oder minder geeigneteMaschinen auftauchen. Heute, nachdem seit Einführung der ersten Ausputzmaschine kaumzwei Jahrzehnte vergangen sind, dürfte kaum eine Schuhfabrik von Bedeutung existieren,die nicht auch mit dieser Kategorie Arbeitsmaschiuen aufs vollkommenste ausgerüstet wäre.
Die Schuhfabrikation mittels Maschinen kann man jetzt in der Hauptsache auf ihrerHöhe angelangt betrachten, und wenn der Fortschritt auch auf diesem Gebiete noch nichtaufgehört haben, sondern immer Neues und Besseres bringen wird, so hat doch die Ge-stalt der Fabrikation eine feste Form angenommen, an der Neuerungen nicht viel zu ändernvermögen werden.
Die mechanische Schuhfabrikatiou kann man in drei Abschnitte einteilen und zwar:1) in die Schäftefabrikation, 2) in die Bodenarbeit und den Absatzbau, 3) in denAusputz. Die Schäftefabrikation, welche noch in vielen Fällen einen Spezialfabrikations-zweig bildet, wird neuerdings von den größten Schuhfabriken in der richtigen Erkenntnis
634 . Klopfen der Kohle.