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Gewinnung und Verarbeitung des Leders.
des Vorteiles in den Eigenbetrieb aufgenommen, während die anderen Zweige von jeherunter dem Begriffe „Schuhfabrikativn" als zusammengehörig betrachtet wurden. Die fürdie Schuhindustrie in Betracht kommenden Maschinen können, sofern es sich um kleinere Be-triebe handelt, für Hand- oder Fußbctricb eingerichtet werden, dagegen ist für größereAnlagen Kraftbetricb notwendig. Ob dabei Dampf- oder elektrische Kraft, Gas- oder einanderer Motor in Betracht gezogen wird, ist einerlei.
Schäftefabrikation. Die Anzahl der hierbei znr Verwendung kommenden Maschinenist keine bedeutende und erstreckt sich in der Hauptsache aus die verschiedenen Systeme vonNähmaschinen znr Zusammensügnng der einzelnen Schaftteile, was man in der Praxismit „Steppen" bezeichnet. Außer diesen gewöhnlichen Maschinen für glatte Nähte kommenin Betracht: Nähmaschinen für Herstellung der Knopflöcher, Maschinen zum Annähen derKnöpfe, für die sogenannte überwendliche Naht, und andere.
Die Schaftteile, welche teilweise mit dem Messer an Hand von Blech- oder Pappen-deckelmodcllen ausgeschnitten werden, werden in anderen Betrieben durch Fa^onmesservermittelst der Stanzmaschine ausgestanzt, weil dadurch eine nicht unbedeutende Ersparnisan Zeit und Geld gemacht wird. Unsere Abb. 635 u. 636 zeigen je ein solches Stanzmesser,wovon das eine mit Handgriff znm Ansschlagen mit dem Hammer, das andere dagegenznm Ausstanzen unter der Maschine bestimmt ist. Selbstverständlich sind für eine Schäste-bezw. Schuhfabrik eine bedeutende Anzahl solcher Stanzmesser erforderlich, und dieserepräsentieren, da ihre Anschaffung eine ziemlich kostspielige ist, eine ganz ansehnliche
Summe. Bevor man dieSchaftteile mit der Näh-^ Maschine zu einem Ganzenzusammenfügt, muß mandie einzelnen Stellen, wo siemiteinander verbunden wer-den, durch Abschürfendünner machen, damit dieNähte nicht so plump her-vortreten und, wenn derSchuh fertig ist, den Fußbelästigen. Zum Abschürfendieser Lederteile bedient man sich entweder eines Handwcrkzeuges in Form eines Hobel-oder der Abschärfmaschinc, einer Maschine sehr sinnreicher Konstruktion, die mit einemfein regulierbaren rotierenden Messer alle Kanten aufs beste abschürft.
Sind die einzelnen Teile so vorgerichtet, dann beginnt man mit dem Zusammenfügenderselben, provisorischerweise mit einem Klebstoff; die Gummizüge werden, sofern solche zurVerwendung gelangen sollen, eingeklebt und das Ganze dann mit der Nähmaschine abgesteppt.
Diejenigen Schäfte, welche nicht aus Einzelteilen zusammengefügt, sondern auseinem Stück hergestellt werden sollen, müssen, bevor sie znm Stiesel verarbeitet werdenkönnen, in eine dem Fuß angepaßte Form gebracht, sie müssen gewalkt werden. DiesesWalken, für die Kleinschnhmacher eine der beschwerlichsten Arbeiten, besorgt in dermechanischen Schuhfabrikation die Walkmaschine, deren es verschiedene Systeme gibt, inwenigen Minuten auf vollkommene Weise. Abb. 637 zeigt eine solche Walkmaschine fürlange und schwere Schäfte. Bei dieser Maschine wird der im Wasser weich gemachteAusschnitt a, nachdem die Walkplatte vermittelst des Schwungrades in die Höhe gedrehtist, in die Maschine gelegt und durchgedreht. Der fertige Schaft verläßt in der Form bdie Maschine, und an diesen wird dann das punktierte Hinterteil angesteppt.
Außer den bisher geschilderten Hilfsmaschinen hat man zur Schäftcfabrikation nochverschiedene, z. B. zum Einsetzen der Ösen, zum Lochen und zum Auszacken der Ver-zierungskappen, zum Umbiegen der Lederkanten und zur Fertigung schmaler Stepp-ricmen u. s. w. u. s. w.
Bodenarbeit. Wenn der Schaft fertig ist, kommt er in die Werkstatt für Boden-arbeit. Unter Stiefelboden versteht man die ganze Anftrittfläche des Stiefels odcr
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