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Mechanische Schuhsabrikation. Bodenarbeit.
Eine der erwähnenswerten, hcntc existierenden Zwickmaschinen ist die von dem AmerikanerChase erfundene und nach ihm benannte „ Chase "-Anfzwickma sänne sAbb. 642 >. Indiese patentierte Maschine wird der mit dem Schaft und der Brandsohle bereits verseheneLeisten eingespannt und ersterer vermittelst acht Zangen und zwei Scheren tüchtig über Leistenund Brandsohle hereingezogen.
Nach diesem Anzug, der für die acht Zangen zugleich durch einen Hcbcldruck bewirktwird, wird der Schaft so fest ausgezogen, wie es mit der Hand thatsächlich nicht möglich ist.Das Einschlagen der Zwickstifte geschieht hier vermittelst eines sehr sinnreich konstruiertenNagelapparates ungcmei» rasch, so daß die ganze Manipulation des Zwickcns für einen Schuhnur einige Minuten in Anspruch nimmt.
Eine der zweiten Kategorie angehörige Zwickmaschinc ist die den Namen „Boston-Lasting-Maschinc" führende (Abb. 643). Diese Maschine arbeitet ohne Zangen undschlägt eigentlich nur die Zwickstifte, die lose in einem oben an der Maschine befindlichen Be-hälter eingeschüttet werden und von da aus in einem Laufkanal hervor rutschen, ins Leder
64 L. „Ltiast"-Nufrwilkmaschinc. 643 . Noston-Lxsting-Waschine.
ein. Der über den Leisten gespannte Schaft, an dem durch einen Hilfsarbeiter die Spitzeund Ferse bereits hereingeholt und festgestiftet ist, sitzt auf einem mit der Maschine ver-bundenen, nach allen Richtungen bewegbaren Leistcnträger. Durch einen Druck mit demSchuh an die Schnauze der Maschine löst sich der Mechanismus, der die Nägel einschlägt,und beginnt seine Thätigkeit. Gleichzeitig mit dem Andrücken des Schuhes an die Schnauzewird der Schaft durch eine Handbewcgung des Arbeiters von der Spitze ausgehend festüber den Leisten hereingezogen, und ein Stift neben dem anderen eingeschlagen.
Wenn der Schuh gezwickt und die Sohle, wie beim Handzwicken bereits beschrieben,aufgeheftet ist, wird er zum Nähen, bezw. zur Befestigung des eigentlichen Bodens —der Sohle — weitergegeben. Die Befestigung der Sohle geschieht entweder durch Auf-nähen mit dem Pechfadcn oder durch Aufnageln mit Holznägeln. Das früher beliebtgewesene Aufschrauben mit Metallschraubcn oder Aufnageln mit Metallstiften wird heutenicht mehr, oder doch nur ganz selten geübt, weil erstens diese Befestigung keine absoluthaltbare ist, und weil es in gesundheitlicher Beziehung manche Bedenken hat, die Füßein direkte Berührung mit Metallstiften oder -Schrauben zu bringen. Als die wichtigste
Buch der Erfind. VIII. 84