«74
Gewinnung nnd Verarbeitung des Leders.
frei von Nagelspuren bleibt, weil sich die Spitzen der Stifte unsichtbar unter der Brand-sohle umlegen. Der aus diese Weise aufgenagelte Absatz hat die größte Ähnlichkeit mitdein von Hand aufgebauten, was beim Rahnicnschnh gern gewünscht wird.
Auch nach diesem Prinzip können für das Pressen sowohl wie für das Aufnagelnder Absätze je eine spezielle Maschine in Betracht kommen, doch werden diese beiden nurvon den größten Fabriken erworben, weil deren große Leistungsfähigkeit nicht überallausgenutzt werden kann. Blau hat sich darum bemüht, eine Maschine zu koustruiereu,welche, die Vorzüge der cbeu erwähnten besitzend, die Operationen des Prcssens nndAufnageln» vereinigt, und es ist auch gelungen, eine solche, Vorzügliches leistende her-zustellen. In dieser Maschine (s. die Abb. 654), welche die neueste Erfindung auf diesemGebiete repräsentiert, werden die Absätze ohne Auswechseln der Formen zuerst zusammen-gepreßt und dann auf dem Stiefel aufgenagelt. Die Leistung auch dieser Maschine isteine bedeutende, denn man kann mit ihr im Tag, zu 10 Arbeitsstunden gerechnet, etwa
600—700 Paar Absätze Pressen und auf-nageln.
Umstehende Abb. 656 — 658 zeigeneinen lose zusammengebauten, einen gepreßtenund einen mit der letzterwähnten Maschineaufgenagelt gewesenen und mit Gewalt ab-gerissenen Absatz.
Wenn der Absatz aufgenagelt, und er nichtbereits im Preßapparat einen Lbcrflcck er-halten hat, dann wird dieser jetzt vermittelstdes OberfleckapparateS oder der Obcrsleck-stistmaschine aufgeheftet. Das Aufnagelnder Deck- oder Obcrflecke mit speziellen Appa-raten hat sich so ziemlich überlebt, und stattdieser kommt fast ausschließlich die Oberfleck-stiftmaschine, eine amerikanische Erfindung,(Abb. 655), in Betracht. Diese Maschine bietetgegenüber der bisherigen Oberfleckbefestigungs-mcthode ganz wesentliche Vorteile, die inder Hauptsache in bedeutender Produktion,Materialersparnis und Ungezwungenheit inder Wahl der Nagclprofilc liegen. Alankann mit der Maschine, wie unsere Abb. 659zeigt, runde oder eckige, dicke oder dünne,lange oder kurze Nägel eintreiben, ohne daßdadurch besondere umfangreiche Verstellungenan der Maschine notwendig werden. DieNägel werden bei dieser Maschine von dem über derselben aufgespulten Stahl- oderMcssingdraht ohne Zuthun des die Maschine bedienenden Arbeiters eingeschlagen unddirekt über der Absatzflächc glatt abgeschnitten.
Ist der Oberfleck aufgeheftet, so wird die Innenseite des Absatzes (die Absatzbrust) mitder Absatzbeschueidinaschiue schön gerade oder hohl ausgeschnitten und dann an der Absatz-fräsmaschine gefräst, d.h. die Unebenheiten der Fleckabstusungen, wie sie Abb. 656—658noch ausweisen, beseitigt, so daß dem Absatz eine glatte, seine eigentliche Form gegeben wird.
Diese Absatzfräsmaschine, eine ebenfalls noch neue Erfindung, hat infolge ihrer Vor-züglichkeit und bedeutenden Leistung in kurzer Zeit fast alle anderen srüheren Systeme ausdem Felde geschlagen und ist heute bereits, weil sie nebenbei noch eine andere, früher not-wendig gewesene Maschine überflüssig gemacht hat, in allen Schuhfabriken von Bedeutungeingeführt. Der an der Fräsmaschine angebrachte, mit zwei oder vier Messern verseheneMesserkopf macht in der Minute ca. 6000 Umdrehungen, was eine Schnittzahl von 12 bezw.24000 pro Minute bedeutet. Durch diese, dem Messerkopf gegebene, bedeutende Geschwindigkeitwird eine sehr saubere Arbeit erzielt, die ein späteres Ausrajpeln des Absatzes, wie es beiVerwendung anderer Fräsmaschinen notwendig war, überflüssig macht.
ess. Abfatzpreffe mit Schlagend für Kandlictricb.