Mechanische Schuhfabrikation. Der Absatzbau.
673
In der Regel geschieht das Aufnageln der Absätze von innen heraus durch Brandsohleund Sohle. Um einen guten Anschluß an den Fersentcil zu erzielen, wird dem Absatzvor dem Pressen ein mit der Hand oder der Maschine gebogener und schräg abgeschürfterschmaler Lederstreifen, „Keder" genannt, aufgeheftet und später zwischen Sohle und Ab-satz mit eingepreßt. Der Absatz bekommt dadurch an seiner Ansnagclsläche eine gewölbteForm, durch die er sich der Sohle gut anschmiegt.
Abb. 653 zeigt eine Absatzpreise mit Schlagrad sür Handbetrieb, unter welcher derAbsatz in einer Preßform gepreßt wird. Die Nagel, welche den Absatz zu einem Ganzenverbinden, werden durch einen Einwurfapparat der Preßform einverleibt, der Absatz eingelegt»nd unter der Presse fest zusammengepreßt. Mit dem Schlagrad der Maschine kann mandem Absatz eine ganz außergewöhnlicheFestigkeit geben, weil man ihn damitnicht nur zusammenpressen, sondern nachGutdünken nacbpressen kann. Nach derPressung wird die Form vorgezogen, derTeckel abgenommen und der Absatz durchdie an der Presse befindliche Ausstoß-vorrichtung aus der Form geworfen.
Der Absatz ist nun roh fertig, fest zu-sammengenagelt, und wenn die Preßformdafür eingerichtet war, bereits mit demOberster! versehen.
Bei vorhandenem Krastbetrieb kommtnatürlich iür die Herstellung der Absätzeeine andere, bedeutend kräftiger gebauteMaschine anderer Konstruktion in Betracht.
Der Ban der Absätze geht bei dieser je-doch in gleicher Weise wie bei der Hand-presse vor sich, weil dabei die gleichenPreßformen gebraucht werden.
Das Aufnageln der Absätze geschiehtbei Handbetrieb durch eine der Absatz-preise ähnliche Maschine. Der zum Auf-nageln erforderliche Apparat, welcher fürjede Fersenform paffend vorhandensein muß, wird mit Schrauben inder Presse befestigt, und bevor erin Aktion tritt, mit den Anfnagel-nägcln, die mit dem Kopf nachnuten in den Apparat eingeworfenwerden, versehen. Nachdem derSchuh über den Apparat gestülptund der Absatz aus den Fersentcilgelegt ist, wird die Trnckspindelder Presse langsam niedergelassen und so die im Inneren des Apparates befindlichen Nägelaus dem Apparat, der sich durch eine Feder zusammendrückt, durch Brandsohle, Oberleder,Kappe und Sohle in den Absatz eingeführt. Nach den gleichen Grundsätzen wie dieseHandpresse arbeitet auch die Aufnagelmaschine für Kraftbetrieb.
Wie bereits erwähnt, repräsentieren die eben geschilderten Maschinen diejenigeGruppe, welche in Betracht kommt, wenn es sich um das Aufnageln der Absätze von innenhandelt. Abweichend von diesem System ist dasjenige, welches nur mit einer Stiften-gruppc den Absatz preßt, zusammennagelt und von außen, durch den Absatz hindurch,diesen an den Schuh oder Stiefel befestigt. Der Weg, den die Stifte hier zu machenhaben, wird ihnen jetzt durch Ahlen vorgestochen, damit ein Schiefgehen und Heraus-dringen an dem Absatzrand verhindert wird. Der Hauptvorzug dieses Verfahrens desgleichzeitigen Presscns und Aufnagelns mit ein und derselben Stiftengrnppe liegt darin,daß durch Verwendung geringerer Stiftenzahl der Absatz bezw. der Schuh leichter wird,was für Rahmenarbcit besonders wünschenswert ist, und daß das Innere des Schuhwerks
Buch der Erfind. VIII. 85
Sb2. Farrnprcffc.