676 Gewinnung und Verarbeitung des Leders.
Tcr Absatz ist, wenn er diese Maschine verlassen hat, so glatt ausgearbeitet, daß ersofort znm Schwärzen und Polieren weiter gegeben werden kann. Das Beschneiden derSohlenkanten, welches bei Handarbeit große Mühe und Aufmerksamkeit verlangt, wirdbeim mechanischen Anspntz in kürzester Zeit und vorzüglicher Ausführung durch die Schnitt-fräsmaschine besorgt. Die Werkzeuge dieser Maschine, Abb. 660 n. 661 sind, je nach-dem man Sohle oder Gelenk fcnMniert haben möchte, geformt. Znm Schleifen der Fräs-werkzenge befindet sich an der Maschine ein Schleifapparat mit Schmirgelscheibe, und für
Fräsen entstehenden Lederstaubes und der Leder-teilchen wird durch einen unter der Maschine an-gebrachten Ventilator Sorge getragen.
Sind Absatz und Kante durch Fräsen undAbglascn für das Polieren vorbereitet, so werdensie mit gut deckender Polierschwärze angestrichen.Das Schwärzen wird direkt vor dem Polierenvorgenommen, weil die aufgetragene Tinte beimPolieren noch eine Kleinigkeit Feuchtigkeit besitzenmuß, wenn der Glanz ein guter werden soll. — DiePoliereisen, die wie die Fräser der Form derSohle entsprechen müssen, werden, wie bei derHandarbeit, angewärmt, und deswegen ist an jederPoliermaschine eine Heiznngsvorrichtnng für Gasoder Spiritus angebracht. Das Polieren hat nichtnur den Zweck, Sohle und Absatz glänzend zumachen, sondern es wird dabei auch angestrebt,bei ihnen, da sie durch den Ausschnitt aus demLeder in der Faser blvßgelegt und dadurch demEindringen der Feuchtigkeit günstig gemacht sind,durch Eindrücken der Schwürzcbestandteile undVerreiben der Lederfascr durch das warme Polier-eisen die Poren zu schließen und dadurch, in Ver-bindung mit dem später erfolgenden Abwachsengegen die Feuchtigkeit unempfindlich, bczw. siewasserdicht zu machen.
Das Polieren der Absätze und Gelenke, wel-ches bis jetzt immer aus warmem Wege, d. h. mitangewärmten Poliereisen geschah, hat nun einemneuen Verfahren Platz gemacht, dem sogenanntenKaltpoliervcrfahren. Dieses Verfahren ver-langt anstatt der komplizierten heizbaren Polier-maschine eine einfache Maschine mit einigen Polier-scheiben, ähnlich denen, die wir an der Absatz-ausglasmaschine kennen gelernt haben, und einigenBürsten zum Nachputzcn des polierten Absatzes oder Gelenkes. Absätze, Lberflccke undGelenke, denn nur für diese kann das Kaltpoliercn in Betracht kommen, müssen, wennsie aus dieser Maschine behandelt werden sollen, mit einer extra für dieses Verfahrenhergerichteten Tinte (im Handel mit Quick Black, Rapid Black oder Schnellschwärzc u. s. Iv.bezeichnet) bestrichen werden; das Polieren geschieht in einfacher Weise, indem man Ab-satz, Gelenk oder Lbersleck an die rotierenden Scheiben anhält und nachher bürstet. DieScheiben, welche für den genannten Zweck benutzt werden, sind aus Gußeisen, mitFilzrand und einem Wechselbaren Drellüberzug versehen und in verschiedenen Fa^ons(s. Abb. 662 n. 663 > für Absätze, Flecke, Sohlen und Qberflecke erforderlich.
Zum Polieren der schmalen Sohlenkanten ist noch nach wie vor die Kantenpolicr-maschine mit Poliereisen notwendig. Diese Kantenpoliermaschine, an der zu gleicher Zeitzwei Mann arbeiten können, ist eine Maschine sehr einfacher Bauart. Der Schuh
die gute Abführung des durch das
655. ObrrNcrkstiftmaschiire.