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, ^Verarbeitung der Guttapercha.
Chloroform löst, einige Tage lang stehen läßt, dann Wasser zusetzt, durchschüttelt unddanach wieder 14 Tage stehen läßt. Die Nnreinigkeiten enthaltende Wasserschicht wirddarauf entfernt, die Lösung in einer Testillierblase destilliert, wobei die Guttapercha alsweiße blasige Masse zurückbleibt, oder: die Guttapercha wird in Benzin dem Gips zu-gesetzt, erwärmt und aufgelöst, die klare, bräunlichgelbe Flüssigkeit von dem Bodensatzabdekantiert und dann in das doppelte Volumen Alkohol von 90° Tr. gegossen. DieGuttapercha fällt alsdann als eine blendend weiße, weiche, zähe Masse nieder, die zu-sammengeknetet, in Stangen gerollt und an einem staubfreien Ort aufbewahrt wird.Um die Guttapercha schwach rot zu färben, so daß sie die Farbe des Zahnfleisches besitzt,verreibt man sie mit 1 Teil Karmin auf 800—900 Teile Guttapercha unter Zusatz vonWasser und Gummipulver zu einer schleimigroten Flüssigkeit, mischt letztere durch kräftigesSchütteln mit einer Guttaperchalösuug in Chloroform und destilliert die ganze Masse ab.
Eine wichtige Verwendung findet die Guttapercha auch noch zur Herstellung vonwasserfesten Kitten, die zum Verbinden von Leder, Porzellan n. s. w. verwendet wird.Zu diesem Zwecke wird die Guttapercha in Lösungsmittel wie Benzin, Chloroform undSchwefelkohlenstoff gelöst und die zu verkittenden Gegenstände damit bestrichen.
Durch einen größeren Zusatz von Schwefel und Erhitzen auf eine höhere Temperaturgeht die Guttapercha, ganz wie das Kautschuk, wie wir schon früher erwähnten, in eineharte, hornartige Masse über, die man Ebonit oder Hartguttapercha nennt. ZurHerstellung von Hartguttapercha setzt man gewöhnlich 20—30 °/g Schwefel der Gutta-percha zu und erhitzt 6—8 Stunden. Die so erhaltene Guttapercha ist tief schwarz, sehrhart und nimmt eine schöne Politur au. Sie läßt sich ebenso wie Horn und Elfenbeinverarbeiten, hat aber dem Horn gegenüber noch den Vorteil, daß sie kein faseriges Ge-füge zeigt, was sie noch wertvoller macht. Im allgemeinen kann sie zu den schon bei derHartgummifabrikation beschriebenen Gegenständen benutzt werden. Ihre Verwendung istin der neueren Zeit dadurch, daß der Preis zu hoch gestiegen ist, immer mehr in Abnahmegekommen. Man verwendet an ihrer Stelle die billiger herstellbare Hartgummimasse.
Wegen des hohen Preises der Guttapercha hat man schon seit längerer Zeit nachErsatzmitteln gesucht. Wir beschränken uns darauf, einige der wichtigsten Guttapercha-kompositionen hier beispielsweise zu betrachten. Die besten Ersatzmittel für Guttaperchasind Kautschuk, Balata und Corrongit. Dieselben können bis zu 30 — 40 °/o derGuttapercha zugesetzt werden, ohne daß die Guttapercha ihre wertvollen Eigenschaftendabei wesentlich einbüßt. Als teilweiser, relativ guter Ersatz für Guttapercha ist Stearin,Wachs und Paraffin zu bezeichnen. Kolophonium und Harz, sowie Mischungen vonKolophonium und Harzöl dienen in neuerer Zeit ebenfalls als Ersatz, verursachen aber,wenn sie in zu großer Menge zugesetzt werden, Brüchigkeit. In neuer Zeit hat man alsZusatz oder Ersatz für Guttapercha gehärtete Harze in Vorschlag gebracht und auch schontechnisch verwendet. Nach C. Zimmerer sollen Harze im flüssigen Zustand mit Kalk versetztwerden, wodurch gewisse Säuren beseitigt werden und das Erweichen der Harze dann erstbei höherer Temperatur stattfinden soll. Man soll auch die trockenen Harze in Pulverformuiit Kalk mengen und in diesem Gemenge erst vor dem Gebrauch durch Erhitzen und Lösendie chemische Wirkung eintreten lassen. In etwas anderer Weise will I. B. Melwin inLovell Hartharz darstellen, indem er Zinkoxyd, Blei, Eisen oder Manganoxyd zusetzt, imVerhältnis von 2, 5, 7, 5—25 Teile zu 106 Teilen Kolophonium in heißem Zustande.
Die Verwertung der alten Gnttaperchagegenstände sowie der Abfälle gestaltet sich,besonders wenn dieselben nicht vulkanisiert sind, sehr einfach. Man wäscht sie zuerst infließendem Wasser, kocht sie dann in einer kaustischen Sodalösnng 3—4 Stunden lang, trocknetund knetet sie auf einer Knetmaschine. Obgleich sie in Qualität nicht neuer Guttaperchagleichzustellen sind, so können sie bei der Verarbeitung der frischen Guttapercha zugesetzt werden.Waren die Guttaperchaabfälle vulkanisiert und mit Schwefel versetzt, so werden sie zweckmäßigauf Quetschmaschinen oder anderen Zerkleinerungsmaschinen möglichst fein zerkleinert und diezerkleinerte Masse in einem Kessel mit einer 6—8°/„ kaustischen Sodalösung 5—6 Stundengekocht. Darauf wird die Guttapercha gewaschen, getrocknet und in einem geschlossenen Gefäß,das mit einem Dampfmantel umgeben ist und geheizt werden kann, mit dem geeignetenLösungsmittel, Schwefelkohlenstoff, Benzin, Terpentin u. s. w. bei einer über 50 — 60° 6.gehenden Temperatur längere Zeit, bis die Masse in Lösung übergegangen ist, digeriert.
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