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Einleitung: Entwickelung des Verkehrswesens.
der Haupthafenplatz am Persischen Meerbusen, die Insel Socvtera am Eingang des RotenMeeres — war den Venezianern die Warenznsnhr abgeschnitten, und auch sie wurdenaus den Markt von Lissabon angewiesen.
Ta auch die Mameluken in Ägypten die Schmälerung ihrer Einnahme stark ver-spürten, so ward es den Venezianern nicht schwer, die Herrscher von Ägypten, Jemen ,Arabien und Guzerate zu einem Kriegszuge in den indischen Gewässern gegen die Portu-giesen zu bewegen. Das Unternehmen war jedoch nicht von dem gewünschten Erfolggekrönt. Mit dem Einzug der Türken unter Selim in Kairo und dem Ende der Mame-lukenherrschaft am Nil erreichte auch der Zwischenhandel am Nildelta sein Ende. Dasstolze Venedig sank immer tiefer, und das Mittelmeer verödete mit seinem Niedergangimmer stärker, wogegen der Schiffsverkehr im Atlantischen Ozean , nicht am wenigstendurch die Entdeckung Amerikas eine ständig wachsende Bedeutung gewann. Die immensenVorteile, welche die Auffindung des Seewegs nach Ostindien für die Portugiesen imGefolge hatte, traten nicht in gleicher Weise sofort für die Spanier durch die Ent-deckung Amerikas hervor. Die Bevölkerung des neu entdeckten Erdteils stand aus einerweit niedrigeren Stufe der Kultur als die Bewohner Ostindiens. Weder die Bebauungund die Ausbeutung des Bodens, noch die industriellen Fertigkeiten der Bewohner ließenden Vergleich mit jenem Lande zu. Das Trachten der Spanier ging, nachdem die erstenEntdecker als Frucht ihrer Abenteuer Goldkörner mit nach Hause gebracht hatten, inimmer stärkerem Grade auf die Gewinnung der edlen Metalle, Gold und Silber. DieGier nach Edelmetallen überwucherte alle anderen Bestrebungen, und von ihr wurdenalle ergriffen, die in spanische Dienste traten. Aber, wie so vielfach im Leben, so auchhier, der ungeheuere und unerwartete Reichtum erwies sich als eine verhängnisvolle Gabe.Nicht länger als ein Jahrhundert dauerte die Periode des Glanzes und der Macht, inwelcher Spaniens Handelsbeziehungen diejenigen aller anderen Länder an Wichtigkeit undBedeutung übertrafen. Unter der schimmernden Hülle verödete das Land, verfiel seine In-dustrie, ging der Ackerbau zu Grunde, verbarg sich die Armut und das Elend des Volkes.
Während sowohl Spanien als das seit 1580 mit der spanischen Krone vereintePortugal sich nicht lange ihrer Handelsherrlichkeit erfreuten, wußten die Niederländerund Engländer sich die veränderten Verhältnisse dauernder zu nutze zu machen. Durchden regen Verkehr mit den Portugiesen bildeten sich die Häfen der Niederlande: Brügge ,Gent, Antwerpen zu bedeutenden Stapelorten aus, nach denen die spanischen undportugiesischen Schiffe die Waren aus Judien und dem südlichen Europa und die Ostsee-fahrer die Waren aus Rußland und den nördlichen Ländern brachten, und nach welchenOrten die kostbaren Weine des Rheins und der Mosel, sowie das Holz der deutschen Hochwälder geschafft wurden. Antwerpen wurde unter Karl dem Fünften die ersteHandelsstadt der Welt. Im ersten Jahrhundert scheint hier schon ein Anladeplatz gewesenzu sein, am Ende des 10. Jahrhunderts wurde eine Burg errichtet, aber erst mit dem13. Jahrhundert nahm Antwerpen den Charakter als wirkliche Stadt an, die infolge dergünstigen Wasserverhältnisse der Scheide immer mehr aufblühte. Bis zum Ende des15. Jahrhunderts verdankten die niederländischen Städte ihren ausblühenden Zustandjedoch nicht der merkantilen Rührigkeit sondern der Industrie.
Bis über die Mitte des Mittelalters hinaus waren Städte, die durch eine kurzekünstliche Wasserstraße mit dem Meere in Verbindung standen, Plätzen gegenüber, welchedirekt am Meere oder an buchtenartigen Erweiterungen von Flüssen lagen, keineswegsim Nachteil. Die Seeschiffe dieser Zeit besaßen verhältnismäßig unbedeutende Dimen-sionen, und deren geringer Tiefgang bedingte daher nicht den enormen Arbeitsaufwand,wie solcher bei gleicher Lage heute erforderlich ist, gehört doch jetzt die Herstellung dergroßen Seekanäle mit zu den bedeutendsten technischen Leistungen. Die Zeit selbst war indieser Periode auch noch nicht ein so kostbares Gut wie gegenwärtig, und man erblicktein einer Verlängerung der Fahrzeit und in der Vornahme von Umladungen auf demTransport nicht einen so großen Nachteil wie wir heutzutage.
Durch die Kriege mit den Spaniern (unter Philipp II ) sank die Größe und Handels-blüte Antwerpens dahin, und an die Stelle dieser Stadt trat die Hauptstadt der jungen