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Flußkanalisierungcn.
Lassen sich diese einfachen Hilfsmittel nicht anwenden, so ist eine künstliche Fischtreppenötig. Ihre 'Anlage muh so sein, daß sie die Fische bequem benutzen können, vor allem, das;sie ihre Mündung im Unterwasser leicht finden, damit nicht Herstellungskosten und Wasser-verlust umsonst aufgewendet sind. Bei Wehrkonstruktioncn mit fester Bedienungsbrücke legtman die Fischtreppe gern in eine» Mittelpfciler, weil sie dann dem Stromstriche näher istund ein Mißbrauch weniger zu befürchten steht Bei Wehren, die ganz niedergelegt werden,ist ihre Lage in einem hochwassersrcicn Landpseiler besser, weil bei solchen die Mittelpfeilcrüberströmt werden, und folglich die Fischtreppe Beschädigungen ausgesetzt ist. Das Bauwerk
besteht aus einer Anzahl vonBecken in den vorgeschriebenenMaßen mit dazwischen liegendenSperren. Ihre Kronen sind ent-weder mit einem abwechselnd ge-richteten Seitengefällc versehen,oder mit versetzt angeordnetenEinschnitten, um die durchslie-ßende Strömung abzulenken undso ihre lebendige Kraft zu ver-zehren. Deshalb müssen auchalle vom Wasser benetzten Teilerauh gelassen werden. Man daraber dabei nicht so weil gehen,daß ein wirbelreichcr Stromentsteht, weil diesen die Fischemeiden.
Bei der Cailschen Fisch-treppe sind die Öffnungen in denSperren am Boden angebrachtund so bemessen, daß die Fische hindurchschlüpfen können. Diese Anordnung bildet den Über-gang zu den Fischpässen. Die einfachsten Arten lassen sich bei Wehren mit sanst geneigterKrone anordnen. Es sind dies senkrecht zur steilsten Neigung gerichtete Einschnitte, in denenstets eine kräftige Strömung vorhanden ist, auch wenn über den Fachbaum wenig oder garkein Wasser fließt. Ist der Wehrrücken hierzu zu steil, so ordnet man den Fischpaß schrägan; oft genügt ein schräg auf dem Wehr befestigter Balken. Diese Pässe werden von denFischen lieber aufgesucht als die verwickelter gebauten Treppen, sie verbrauchen aber mehrWasser. Für Flüsse mit stark wechselnden Wasserständen empfehlen sich die einfachen An-ordnungen nicht, da einmal in ihnen das Wasser zu stark, das andere Mal zu schwach strömenwird; dort wendet man künstliche Fischpässe an. Es sind dies steinerne oder hölzerne
Rinnen von oft-mals bedeutender
4S4. Taillche Treppe. Grundnß.
Tailkchr Treppe. Längenschnitt.
Länge. Um sie zukürzen, ermäßigtman die Strö-mung durch Ein-bauen teilweiserSperren aus Holzoder Stein, zwi-schen denen dasWasser in oft sehrgewundenemLaufe fließt. Beigrößerer Längesind Ausrnhplätzeerforderlich.
Besonders zuerwähnen ist hier
Macdonalds Fischpaß, weil er eine sehr steile Neigung (1:Z) zuläßt. Bei ihm wirddie lebendige Kraft des Wassers durch Gegenströmung verzehrt, die durch passend an-geordnete Lcitschauseln erzeugt wird. Der Vorteil dieses Fischpasses besteht nicht nur inder steilen Neigung, sondern auch in der gerader Richtung und in der großen Tiefe desströmenden Wassers.
Alle diese Bauten zur Erhaltung des Fischreichtums sind in Amerika, Norwegen undGroßbritannien viel zahlreicher und großartiger ausgeführt, als bei uns. So ist z B. derSevernfluß in besonders musterhafter'Weise damit ausgestattet. In den genannten Ländernhat man auch ganze Flußgebiete, die durch Wasserfälle bisher gesperrt waren, den Fischen neueröffnet, so z. B. den Ballysadareflnß in Irland . In ihm steigerte sich der Fischreichtnm so,daß in dem einen Jahr l870 97äO Lachse gefangen wurden.