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Schiffahrtskanäle.
Von den Küsteukanälen sind zu erwähnen: der Telaware-Raritankanal, der Chcsapcake»Tclawarekaual, der Albemarle- und Chesapeakekanal. Die Konkurrenz der Eisenbahnen hatbewirkt, das; dieselben in den Hintergrund getreten sind, und hierauf ist es zurückzuführen,das; die Einrichtungen der pennsnlvanifchen Kanäle mangelhaft sind.
Von den südlichen Kanälen ist das großartigste Unternehmen der Chcsapcake-Lhio-kanal. Der Vollendung dieses kühnen Unternehmens haben sich bis jetzt unüberwindlicheSchwierigkeiten in den Weg gestellt. Durch den Kanal sollte die Cheiapeakcbncht mit demOhio bei Pittsburg verbunden werden. Die fertiggestellte Strecke enthält eine im Jahre 1876in Betrieb genommene schiefe Ebene, auf welcher die Schisse in Trogschlcuscn bewegt werden.Das durch die schiefe Ebene überwundene Erfülle beträgt 11,7 m.
Die Kanäle des Missifjippibeckens, der Ohiokanal, der Miamikanal, der Wabash-Eriekanal, der Jllinois-Michigankanal, haben ebenfalls von ihrer einstigen große» Bedeutungviel eingebüßt. Während die Binnenkanäle in den Vereinigten Staaten infolge der eigen-artigen Verhältnisse der Eifcnbahnkonknrrenz nicht die Spitze zu bieten vermögen, halten diesonstigen Wasserstraßen: die Misten- und Scekanäle, die großen Landseen und die schiffbarenStröme in dem fast übermächtigen, mit allen erdenklichen Mitteln geführte» Konkurrenzkampferfolgreich Stand. Der Mississippi-Michigankanal schaßt eine Verbindung des Mississippi -nnd des Michigansces, und zwar unter Mitbenutzung des Jllinois-Michigankanals. Dieserletztere Kanal geht von Chicago nach dem Jllinoisfluß, in welchen er bei Hcnnepin mündet.Dieser 154 Irm lange Kanal stellt eine Verbindung mit dem unteren Mississippi her, währendder 108 Irm lange Illinois -Mississippikanal eine solche mit dem oberen Flußlaus bewirkt.Auf die Kanalverbindung mit den großen amerikanischen Seen ist bereits auf S. 419 jAb-schnitt Wasserstraßen: „Flußläufe und Flußschiffahrt") kurz hingewiesen worden.
Bereits im vorigen Jahrhundert wurde der Versuch gemacht, die Stromschncllen beiSault Saint Mary (zwischen Oberen und Huron See) durch einen Ilmgchnngskanal mitSchleuse für die Schiffahrt wirkungslos zu mache». Diese Schleuse konnte aus die Dauer demsehr stark zunehmenden Verkehr nicht genügen, und in neuester Zeit ist daher hier eine mächtigeSchleusenanlage entstanden. Durch diese Schleuse gingen:
>882 — 2029 000 t Waren.
1892 ^ 11214 000,,
Aber auch diese Schlcuscuanlagcn erwiesen sich infolge der ganz außerordentlichen Vcrkehrs-cntwickclung bereits wenige Jahre nach ihrer Jnbenutzungnahme als nicht ausreichend. In denletzten Jahren sind daher noch größere und leistungsfähigere Schleusenwerkc erbaut worden.Durch die Eröffnung der neuen Schleusen ist 6 in tiefgehenden Schiffen der Verkehr zwischendem Oberen- und dem Huronfec ermöglicht worden. Die Verbindung zwischen dem Huron -und Eriesee bildet der Detroitfluß. Zur schiffbaren Verbindung des Eric- und Ontarioseeswurde 1825—1827 der Wcllandkanal erbaut.
Bon den kanadischen Seen sichren zwei Schiffahrtswege nach dem Atlantischen Ozean ,der Lorenzstrom und der Erickanal. Der Lorenzstrom besitzt einen 288 Kur langen, sehrwcchselvollen Lauf. 11m den Flußlanf überhaupt der Schiffahrt voll erschließen zu können,mußten Ilmgehungskanäle hergestellt werden. Die ersten dieser Kanäle kamen schon 1779bis 1783 zur Ausführung. Sie wurden wiederholt erweitert, jedoch erst der 1821 —1825erbaute Lachinekanal besaß eine für längere Zeit genügende Leistungsfähigkeit. Die fort-geschrittene Entwickelung des Wasscrverkehrs in unseren Tagen hat neue Kanalanlagen er-forderlich gemacht, die von Kanada unter Aufwendung von lOO Millionen Mark geschaffenwurden. Der Eriekanal genügt trotz wiederholter Umbauten nicht und liegt gegenwärtig still.
Ob das Riesenprojekt, den Erickanal auf 5,s m Wasserticse und solche Breite zu bringen,daß die die oberen Seen befahrenden Schiffe von Tubuth, Chicago u. s. w. direkt bis New 4)orkdurchführen können, dereinst zur Ausführung kommen wird oder nicht, ist im gegenwärtigenAugenblick nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Dieses Projekt, von welchem sich New Dock somanchen Vorteil verspricht, steht gegenwärtig im Mittelpunkt der Diskussion.
Wenn auch der Entwässerungskanal von Chicago , wie der Name sagt, in derHauptsache der Entwässerung der genannten Stadt zu dienen bestimmt ist, so soll doch diesesgewaltige Unternehmen auch Schiffahrtszwecken dienstbar gemacht werden.
Der Chicagoer Entwässerungskanal ist insofern von besonderem Interesse, als bei seinerAusführung eine große Anzahl bemerkenswerter Baumaschinen znm Transport von Erde undFelsen zum erstenmal zur Anwendung kamen. Wenn diese Maschinen auch keine größerenLeistungen ermöglicht haben, als sie mit den zur Zeit in Deutschland gebräuchlichen Ärbeits-maschinen erzielt werden, so weisen sie doch durch ihre Anpassung an die amerikanischen Ver-hältnisse besondere Konstruktionen auf, die volle Beachtung verdienen. Die Abb. 480 bis 482zeigen einige der in erster Linie zu nennenden Konstruktionen. Abb. 480 stellt ein BrownschesHebezeug, Abb. 481 einen Riesenkran und Abb. 482 eine Seilbahn dar.
Kehren wir in unserer Betrachtung wieder nach Europa zurück, so dürften, bevoraus die Gestaltung des Kanalbauwesens dieses Erdteils in der neuesten Zeit eingegangenwird, noch kurz die entsprechenden Leistungen in Frankreich und Deutschland am Endedes 18. und zum Beginn des 19. Jahrhunderts zu berühren sein.