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Neunter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Erster Theil.
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Tie Taucherkunst.

eine längere Zeit unter Wasser bleiben konnten, da ihre Tauchzeil nicht mehr, wie früher,von dem Verbrauch der in der Glocke aufgespeicherten Luft abhängig war. In den60er Jahren des 19. Jahrhunderts erfuhr die Taucherkunst eine abermalige bedeutendeFörderung durch die Erfindung von Taucheranzügen, die ein Freitanchen ermöglichen,von welchem gegenwärtig der ausgedehnteste Gebrauch gemacht wird.

Um sich das bei den verschiedenen Taucherapparaten zur Anwendung kommendePrinzip klar zu machen, genügt es, ein Glas umgestülpt in ein Wassergefäß einzutauchen,wobei es größtenteils leer bleiben wird, weil die eingeschlossene Lust das Eindringen desWassers unmöglich macht. Je tiefer man ein solches Glas in dem Wassergefäß hält, jemehr wächst der Wasserdruck und je mehr wird die Luft hierdurch zusammengepreßt, sodaß ein immer größeres Quantum Wasser in das Glas eindringen kann. Dem in derTiefe, in welcher der Taucher arbeitet, herrschenden Wasserdruck muß der Druck der Luft

entsprechen, welche demTaucher in der Glockeoder in dem Anzugzugeführt wird, undzwar muß der Luft-druck höher wie derWasserdruck sein, dasonst das Wasser ausder Glocke nicht in demerforderlichen Maß ent-fernt oder der Taucher-anzug von dem Wasserzusammengepreßt wer-den würde. Der höhereLuftdruck, in welchemdie Taucher beständigarbeiten müssen undder auf höchstens 3 s.,Atmosphären Überdruckgesteigert werden darf,erschwert das Geschäftsehr und macht es zueinem außerordentlichanstrengenden, dem nursehr kräftige Naturenauf die Dauer ge-

sss. Taucher im kt»!»ge und mit Luftpumpe.

wachsen sind. Im allgemeinen muß als größte Tauchtiefe eine solche von 30 m an-genommen werden.

Das Tauchen im Anzug, das sogenannte Freitauchen, überwiegt heute bedeutend,trotzdem das Tauchen mit der Glocke durch die weitgehende Ausbildung derselben alsTaucherschacht, Tauchertunnel u. s. w. gleichfalls große Fortschritte auszuweisen hat. Ausder Kopfrüstung mit Zubehör, wie sie bereits zu Halleys Zeiten zur Anwendung kam,hat sich allmählich die heutige Taucherrüstung entwickelt. Der Tancheranzug muß voll-ständig luftdicht sein, damit in denselben kein Wasser eindringen und umgekehrt aus ihmkeine Lust entweichen kann. Mit Ausnahme des Kopfteils, des Helms (Abb. 557), bestehtder Anzug aus gummierten Geweben. Der Taucher steigt zunächst in das Beinkleid undsteckt dann die Arme durch die Ärmel. An den Handgelenken werden diese mit Gummi-riemen zum festen Anschluß gebracht. Ist der Anzug geschlossen, so wird dem Tauchereine Brustplatte mit Halsring übergehängt, und mit diesem das Gummikleid durch Druck-schrauben und Metallstreisen fest und dicht verbunden. Gegen den oberen Gummistreifendes Halsrings wird der Helm angeschraubt. Der Helm, der gewöhnlich aus Kupfer be-steht, besitzt drei Öffnungen, zwei seitliche und eine vordere. Diese Lfsnungen sind mit