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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Pvsten im Altertum.

von Ort zu Ort. Viel älter ist der Gebrauch brieflicher Mitteilungen; hat mau doch inÄgvpten unter Ruinen Briefe aufgefunden, die aus dem 15. Jahrhundert v. Chr.herrührten und auf Thvntafeln mit babylonischer Keilschrift geschrieben waren; bekanntist ferner aus der Bibel (II. Buch Samnelis 11, 14) der llriasbrief, den König Taoidan Joab schrieb; auch Homer erwähnt einen Brief,, und Sapphv dichtete im 7. Jahr-hundert (v. Chr.) ein Rätsel, dessen Auflösung wir dem Leser überlassen:

Es gibt ein Wesen, dessen zarte Brüt Zu allen Menschen, die sie hören sollen,

Im salt'gen Kleide seiner Mutter ruht; Bon Land zu Land und durch der Wogen Grollen.

Und sind die Kleinen auch der Stimme bar, Selbst der Entfernteste vernimmt sie noch;

Dringt ihre Sprache dennoch wunderbar Er hört sie nicht, und er versteht sie doch.

Von den späteren Griechen und Römern haben wir ganze Briefsammlungcn in ge-bundener und ungebundener Rede, die in jeder Beziehung den schönsten Erzeugnissen derklassischen Litteratur beigezählt werden. Die äußere Form der Briefe war sehr verschieden.In ältester Zeit beschrieb man Thon- oder Holztafeln und Lammfelle, während man spätermeist kunstreich aus Papyrvs-rohr verfertigtes, zartes ägypti-sches Papier benutzte, selbigesparfümierte, zierlich zusammen-rollte, mit seidenen Bändernumwand und diese mit Siegel-wachs und gestochenen Pet-schaften oder Ringen schloß.

Ähnlich den persischen wa-ren auch die alten römischenPosteinrichtnngen. Schon unterder Republik mußten die in denProvinzen reisenden Beamtenvon den Bewohnern nach ge-setzlichen Bestimmungen ver-pflegt und mit Vorspann weiterbefördert werden. Ebenso ver-schmähten die Senatoren nicht,mit Freipässen, die mehrereJahre gültig waren, kostenfrei >. Nümischer subotr.

zu reisen. Cäsar bediente sich

immer, wenn er sich zum Heere begab, einer Tag und Nacht fahrenden Kalesche, derenVorspann ihm gratis geleistet wurde. In den Provinzen unterhielten die StatthalterOrdonnanzen und Eilboten sowohl für ihre amtlichen Berichte als auch für Privat-briefe. Nach dem Falle der Republik wendete der Kaiser Angnstus der Vervoll-kommnung der postalischen Einrichtungen, welche nunmehr „eniKus xulllions" genanntwurden, seine besondere Aufmerksamkeit zu, weil ihm dieselben zur Beherrschung desgroßen, weiten Weltreiches außerordentliche Dienste leisteten. Er führte an den Haupt-punkten des Reichs auf Kosten der Provinzen Fahrpostcn ein, durch deren Vermittelunger seine Befehle und Anweisungen entweder schriftlich oder durch geeignete Personenmit großer Schnelligkeit bis an die äußersten Grenzen des Reichs gelangen lassenkonnte, und die ihm zugleich dazu dienten, von wichtigen Vorfällen und Ereignissen inden Provinzen und den angrenzenden Ländern in kürzester Frist Kenntnis zu erhalten.Der kaiserliche Postdienst war so gut geregelt, daß Angnstus Nachrichten aus Kleinasien in zwanzig, aus Parma in fünf Tagen empfing. Zu bemerken ist hierbei jedoch, daß, wieschon oben erwähnt, alle diese Einrichtungen lediglich zu Regierungszwecken hervorgerufenund unterhalten wurden, und daß für den Privatverkehr davon kein Gebrauch gemachtwerden konnte. Zur Übermittelung privater Nachrichten und Sendungen mußte mandaher, wenn sich dazu keine andere Gelegenheit darbot, besondere Boten verwenden. So