8 Posten und Postwesen.
genossen und bei der Bevölkerung in großem Ansehen standen. Es steht außer Zweifel,daß dieselben auch für andere als den zur Universität in Beziehung stehenden Personendie Besorgung von Briefen u. s. w. gegen Entgelt übernahmen.
Zur Überbringung von Nachrichten in nicht sehr entfernte Gegenden und nach Orten,welche abseits der Hauptverkehrsstraßen lagen, bediente man sich auch wohl der zumZwecke des Einkaufs von Vieh viel herumkommenden Viehhändler und Metzger, woherder Name Metzgerpost stammt.
Von den Deutschen Ordensrittern im entfernten Preußen wurden ums Jahr1276 zur Herstellung von Verbindungen zwischen den Ordenshäusern und einzelnenRittern Posten mit angestellten Postmeistern, Briefstafetten, Boten u. s. w. eingerichtet.Über den Abgang und die Ankunft dieser Posten fanden auf den einzelnen Stationen,als welche meist die Ordenshäuser dienten, genaue Aufzeichnungen statt, so daß etwaige
Verzögerungen und Nachlässigkeiten auf einerStation leicht entdeckt werden konnten. DieseEinrichtungen waren jedoch lediglich für dieZwecke des Ordens bestimmt und anderenPersonen nicht zugänglich.
Eine hervorragende Rolle in dem Ver-kehrsleben des Mittelalters spielte das Boten-wesen der Städte. Die von diesen unter-haltenen Botenanstalten wurden außer vonden städtischen Verwaltungen auch vielfach vonden Fürsten , den Kaufleuten, den Gewerb-treibenden benutzt. In den größeren Städtennahm der Rat der Stadt oder die Kaufmann-schaft zur Beförderung von Briefen, kleinenPaketen und Wertsachen zuverlässige Leute alsBoten an, die zur gewissenhaften Wahrneh-mung ihrer Obliegenheiten eidlich verpflichtetwurden. Für ihre Dienstleistungen erhieltensie anfänglich bestimmte Löhne; später aber,als der Verkehr sich mehr und mehr hob undman die Benutzung der Botenanstalten auchanderen Personen gestattete, ward ihnen eingewisser Anteil an den aufkommenden Ge-bühren für die von ihnen beförderten Sachenzugestanden, wohl aus dem Grunde, umihr Interesse an der weiteren Entwickelung der Anstalten rege zu erhalten. Viele Botenwaren uniformiert und trugen als äußeres Zeichen ihres Amtes ein Schild, das ihnenin den Augen des Volks nicht wenig Ansehen verlieh. Da sie überdies unter demSchutze der Städte und Korporationen standen, für welche sie die Transporte besorgten,auch wohl von den Fürsten , durch deren Gebiet ihr Weg führte, mit Geleitsbriefenversehen waren, so blieben sie auf ihren Reisen meistens unbehelligt. Manche von ihnenführten ein Horn und einen Spieß mit sich. Das erstere benutzten sie, um ihre Ankunftanzukündigen und Einlaß zu begehren, wenn sie nachts vor einem verschlossenen Stadt-thore ankamen, oder um Hilfe herbeizurufen, falls ihnen ein Unfall zustieß; der Spießdiente ihnen zur Abwehr etwaiger Angriffe und als Stütze zum leichteren Übersetzen überGräben u. s. w. Die Annahme der durch sie zu befördernden Gegenstände erfolgte insogenannten Botenstuben, wo auch die Boten ihre Abfertigung erhielten. Der Transportder Sachen geschah in Büchsen oder Botentaschen. Ihre Reisen legten die Boten zu Fuß,auf größere Entfernungen aber meistens zu Pferde oder auch zu Wagen zurück. Esgingen fahrende Posten im 13. Jahrhundert schon zwischen Köln, Frankfurt a. M.,Nürnberg, Augsburg, Bamberg, Ulm, Salzburg, Wien, Stuttgart, Leipzig, Hamburg ,
S. Nrirfdote aus dem 15. Jahrhundert.(Ambrascr Sammlung in Wten.)
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