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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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24 Posten und Postwesen.

vorüberkommt und nicht in Not ist, ergänzt vder vermehrt den Bestand dieses für Schiff-brüchige so wertvollen Magazins.

In Österreich sind, wie im übrigen Deutschland , gegen Ende des Mittelalters Bvten-anstalten, welche von einigen größeren Städten unterhalten wurden, die Vorläufer derjetzigen Posteinrichtnngcn gewesen. Unter der Regierung Friedrichs III. (1440 — 93) legte,wie schon oben erwähnt wurde, Rvger von Taxis einen PostknrS von Wien durch Tirolund Stciermark nach Italien an. Später folgten weitere ähnliche Einrichtungen znrVerbindung von Wien und Prag, Preßburg und anderen Städten. Obschou die Landes-herren in Österreich zu jener Zeit zugleich deutsche Kaiser waren, so wurde doch das vster-reiclsische Postwescn von demjenigen im Reiche streng getrennt gehalten. Bis znmJahre 1612 hatte die Familie Taxis die Verwaltung der österreichischen, ungarischenund böhmischen Posten in Händen, dann ging sie auf den Italiener Karl Magni über,dessen Sohn sie im Jahre 1623 an den Freihcrrn von Paar abtrat. Dieser erhielt imdaraus folgenden Jahre vom Kaiser Ferdinand II. das Obersthvfpostmeisteramt über dievorgenannten Posten als Mannlehn und wurde kurz nachher in den Grasenstand erhoben.

16. Postamt auf drc Soobyrnset.

Die Familie Paar bezog alle Einkünfte aus den Posten, hatte dagegen die Verpflichtung,die kaiserlichen Sendungen, Kuriere rc. unentgeltlich zu befördern. In diesem Verhältnissetrat 1722 insofern eine Änderung ein, als von da ab die Posteinnahmen zur Staats-kasse verrechnet wurden, während die Leitung des Postbetriebes noch der Familie Paarverblieb. Erst 61 Jahre später übernahm die Regierung die gesamte Verwaltung desPostwesens selbst.

Mit den österreichischen Posten wurden anfangs nur Briefe und kleine Pakete befördert;späterhin jedoch dehnte sich ihre Wirksamkeit auch aus den Personentransport aus,und schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts konnte man sich der Posten zu Reisen be-dienen. Gerade dieser Dienstzweig wurde besonders gepflegt, und die natürliche Folgedavon war, daß die österreichischen Fahrposten bald in sehr gutem Rufe standen und sichbeim reisenden Publikum großer Beliebtheit erfreuten.

Unter der unmittelbaren Verwaltung des Staates hat die Entwickelung des öster-reichischen Postwesens im Laufe des 19. Jahrhunderts rasche Fortschritte gemacht, wasnicht zum wenigsten dem Umstände zuzuschreiben ist, daß die österreichische Postbehördemit großer Sorgfalt den Gang des Verkehrs beobachtete und es sich angelegen sein ließ,den hervortretenden Bedürfnissen durch Einführung von Verbesserungen Rechnung zutragen. Den durch die Lage des Landes begünstigten Handelsbeziehungen znm Orient