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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Technik des älteren Holzschnittes. 245

beim Abdruck die Zeichnung so wie in der Vorlage gestellt erscheint. Der Holzschneiderfuhr mit einem schmalen, vorn zugespitzten Biester (Abb. 175 a) an beiden Seiten derJeichnungsliuien mit feinem Schnitte hin lAbb. 178) und stach dann mit dem Messer odermit dem Stechbentel, Geißfuß und Hohleisen lAbb. 1751>, o, ck) alle Flächen zwischen denLinien bis zu gewisser Tiefe aus (vgl. Abb. 179). So blieben die Linien der Zeichnungerhaben auf dem ansgetieften Grunde stehen. Bei den älteren Holzschnitten ist deutlich,daß dieses Begrenzen der Linien durch Schnitte in kurzen Absätzen erfolgt, wodurcheckige, gebrochene Linien entstehen (Abb. 173, 17-1, 180).

Erst allmählich lernt der Holzschneider auch die Linien in schönem Schwünge inzu- und abnehmender Breite und selbst dicht aneinander liegende Schattenlinien schneiden,oder die Zwischenränme zwischen sich kreuzenden Linien ausstechen (Abb. 181). Ist diePlatte vollendet, so stehendie Linien der Zeichnungalso erhaben auf dem aus-getieften Grunde. Die Plattekann daher mittels Walzenmit Druckerschwärze über-zogen werden, die nur anden erhabenen Stellen, denLinien der Zeichnung, haftet.

Wird ein Blatt Papier , etwasangefeuchtet, aus die Plattegelegt und unter starkemDrucke gleichmäßig angepreßt,so prägt sich die Truckerschwärze von den Zeichnung»-Innen darauf ab, und manerhält ein Gegenbild desTrnckstockes. Da der Zeichnerbei Anlage der Bezeichnungdiese schon imGegensinne aufge-zeichnet hat, ergibt der Abdruckein rechtseitiges Bild. In dieHolzschnittplatte können Inschriften u.s. w. eingeschnittenwerden. Der Holzstock kann 181. Ausschnitt uns rincni Koljsiiinitt von A. Dürrv. t-ps natürl. Größe.)aber auch in den Letternsatz .Hl- Dret,°tligieir" von isn.

eingesetzt werden, dessen Buch-staben gleichfalls erhaben auf ausgetieftem Grunde stehen, somit zugleich mit dem Holz-stock gedruckt werden können. Ein Reinigen der Druckplatte zwischen den einzelnen Ab-zügen ist selten nötig, da ja die Druckerschwärze beim Aufwalzen nur an den hervor-ragenden Teilen haftet.

Neben dem Holzschnitt finden wir in der Frühzeit des Kunstdruckes noch eine andereGattung von Hochdruckverfahren in Gebrauch, die sogenannten Schrotblätter (nwniürsariblso, Abb. 182). Statt der Holzplatte benutzt man hier eine Metallplatte. Aus diesewird die Verzeichnung aufgetragen, dann alles nicht zur Zeichnung Gehörige durch Stichelaus der Platte ansgestochen, oder bei größeren Flüchen mittels der Punze. Die Punzeist ein vorn zugespitzter Metallstab, der auf die Platte senkrecht aufgesetzt, durch Hammer-schläge in diese eingetrieben wird. Je nachdem die dadurch entstandenen Löcher dicht zu-sammenstehen oder weiter auseinandergerückt sind, bleiben größere oder geringere Teileder Metalloberfläche stehen, druckt die Fläche sich also dunkeler oder Heller auf dem Papierab. So werden z. B. auf Gewändern helle Muster auf schwarzem Grunde heraus-gearbeitet. Die Mehrzahl dieser Schrotblätter sind rohe handwerkliche Arbeiten, wohl