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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Der .Holzschnitt in Nordamerika und Frankreich . 255

den großen internationalen Kunstausstellungen Beachtung neben den anderen Künsten.Aus der großen Zahl tüchtiger englischer Holzschneider ragen I. W. Whymper, Bolton,I. W. Linton, M. Jackson, W. L. Thomas, Gebr. G. und S. Talziel, unter den jüngerenCh. Roberts, W. B. Gardner, R. Taylor n. a. hervor.

Dem nordamerikanischen Holzschnitte, der lange in Abhängigkeit von England sichbewegte, erstand in den siebziger Jahren in P. Jüngling ein Reformator. Termoderne impressionistische Naturalismus, der an Stelle des Kontors und der präzisenForm Tonwirknngen gibt, führte Jüngling zu einer entsprechenden Behandlung des Holz-stiches. Der Faksimileschnitt wird überwunden, ein Gewirr von Flecken, oft ohne festeBegrenzung ineinander verfließend, oft wie pastose Pinselstriche gegeneinander gesetzt,reproduzieren die Tvnwirkung

des in Schwarz und Weiß ge- " '

luicbtcn Originales (Abb. 183u. 188). Die ganze Mache derMalerei, das Skizzenhafte, diePinseltechnik, Öl, Gouache,

Kohle, Kreide werden in derStichelarbeit nachgeahmt. Inden Jahren 1877 und 1878gab Jüngling Proben dieserneuen Behandlung in Scrib-ncrs „Monthly Magazine",später als „Century Magazine"neben Harpers Zeitschriftendas vornehmste illustrierteOrgan Amerikas . Diese neueimpressionistische Schule wirkteungcmeiu belebend aus die male-rische Behandlung des ame-rikanischen und weiterhin auchdes kontinentalen Holzschnittes.

In Frankreich wird derkünstlerische Holzschnitt (Holz-stich) schon in der ersten Hälfteunseres Jahrhunderts zu hoherBlüte gebracht, und überflügeltteilweise England, von wodurch Charles undJohnThomp-son, durch Andrew und Bestdie neue Kunst gekommen war

(Holzschnittatelier von Andrew, Best L Leloir). Unter dem Einflüsse der blühendenfranzösischen Malerschule bildet sich ein nationaler Holzschnitt, flott, geistreich, oft geziert,bei malerischer Behandlung doch von einer gewissen Glätte, wie sie in der ersten Hälftedes 19. Jahrhunderts überall beliebt war. Der Holzschneider sucht die radierungsmäßigeZeichnung des Künstlers durch getreuen Faksimileschnitt nachzuahmen. Die Buchillustrationgewinnt, durch die Weltherrschaft der französischen Litteratur begünstigt, in der Ausstattungmit reizenden Vignetten, eingestreuten Bildchen und einzelnen größeren Holzschnitten einenleichten und eleganten Charakter. Die Gründung illustrierter Zeitschriften (1843 „L'illustra-tion", dazu später „Monde illustre" u. a.) vermehrt den Bedarf an Holzschnitten,obwohl sie vielfach durch die Forderung schneller Lieferung das künstlerische Niveau herab-drückt. Grandvilles Fabeln Lafontaines (Abb. 190) und „Lesnss äs 1a vis xrivss ckssanirnanx" (1842), Gavarnis Arbeiten („Oiadls ä Laris", 1845 bis 1846) ragen hervor.Noch Meissonier hält an dem malerischen Faksimileschnitt fest.

iso.

Holzschnitt von Grandoille ons: Fabeln von Lafontaine(„Ter Gebirgsbach und der Strom").