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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Die graphischen Künste.

Sogar die Technik des japanischen Holzschnittes, das Schneiden mit dem Messer inLangholz, das Drucken mit Wasserfarben (Zravura 8»r dois imprimvo a t'sa»), wirdnachgeahmt. Auch der japanische Blindplattendruck findet Eingang, d. h. die Manier, diein den Holzstock geschnittene Form ohne Farbcnauftrag in die Papierfläche einzupressen,so daß die feine Reliefzeichnnng diskret mit den übrigen in Wasserfarben gedrucktenTönen zusammen wirkt.

Aber auch die markige Kraft der alten Linienholzschnitte, besonders der primitivenaltitalienischen Schule, wird bewundert und nachgeahmt. In der Ausführung zeigtsich ein Wandel, indem der Künstlerholzschnitt nicht mehr einer Mittelsperson anvertrautwird. Der Künstler selbst handhabt jetzt wieder das Messer oder den Stichel und suchtaus der Vertrautheit mit demselben die denkbar einfachste Darstellungsmethode zu erlernen.In Frankreich ist die Looistö clos Graveurs s»r dois in diesem Sinne begründet, Lcpcreund der archaisierende Valloton wären zu nennen, in München Reinhold Hoberg, inEngland Nicholson u. a.

Auf Grund des Holzstichverfahrens wurde auch der im 16. Jahrhundert schonausgeübte Holzschnittfarbendruck (otairok8onr-Drnck) im 19. Jahrhundert aufs neue belebt.

Die ersten Versuche machte William Savage (W. Savage,,.1'raLtiaaI lnnt8 on cksLoralivs printin^". London , 1822),in Wien dann die Firma Knösler, deren Leistungen technischsehr achtbar, im künstlerischen Effekte aber den aufgewandtenMitteln nicht entsprechend erscheinen. Erst in den modernenillustrierten Zeitschriften kommt der Farbenholzschnittmehr znr Geltung. Der Tonholzstich erlaubt eine viel feinereAbtönung der Farben, Mischung derselben durch Überein-anderdruckeu. Dazu kommt, daß man mit Hilfe der Litho-graphie und der Photomechanischen Verfahren (s. Autotypie)heute einzelne Farben einfügen kann, ohne eine besondereHolzschnittplatte dafür herstellen zu müssen. Durch Umdruckläßt sich auch die Vorzeichnung sichern und ohne Verände-rung in der Größe der Zeichnung auf mehrere Platten über-tragen, was ein genaues Zusammenpassen gewährleistet. DieEntwickelung des Dreifarbendruckes im Autotypieverfahrenscheint aber den Holzschnittfarbendruck wieder aus den Zeit-schriften zu verdrängen und auf die Buchillustration undEinzelblätter einzuschränken.

Der Kupferstich.

Geschichte des Kupferstiches bis 1800.

Neben dem Holzschnitt entwickelt sich der Kupferstich, d. h. die Kunst, ein Bild soauf einer Kupferplatte vertieft darzustellen, daß davon Abzüge auf Kupferdruckpapier unterder Presse gemacht werden können. Die Kunst, in Kupfer und andere Metalle Zeichnungeneinzugravieren oder einzuätzen, ist ja an sich uralt und besonders von Goldschmieden vonjeher geübt. Aber der Gedanke, solche Gravierungen in Metall zum Zwecke des Abdruckesanzufertigen, also Kupserplatten zu stechen, dürfte in der ersten Hälfte des 15. Jahrhundertsinfolge Aufkommens der Holzschuittdrucke und des Druckverfahrens überhaupt entstandensein. Nach früherer Annahme wird die Erfindung des Kupferstichs dem Florentiner Gold-schmied Maso di Finiguerra zugeschrieben. Die Goldschmiede pflegten Metallplattenzu gravieren und in die vertieften Linien und Flächen eine schwarze Emailmasse einzu-tragen, die nach erfolgten: Brande und Polieren die Zeichnung schwarz auf dem glänzendenMetallgrnnde zeigten (sogenannte Nielloarbeiten, Abb. 193). Nicht selten wurden voneiner solchen Platte, die man eingeschwärzt, Probeabdrücke auf Papier genommen, um dieWirkung zu beurteilen. Doch waren das eben keine Kupferstiche, da die Gravierung nicht

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ISS. picllo von pcregrini:„Prci Weeresnymphe»".